Nadelöhr auf der Bergensbanen beseitigt

Die zweigleisige Strecke zwischen Bergen und Arna verläuft durch den Ulrikentunnel.©Bane Nor

Oslo, 14. Mai 2024. Am 14. Mai 2024 eröffnete der norwegische Minister für Verkehr und Kommunikation nach fast zehnjähriger Bauzeit die neue Doppelspur zwischen Arna und Bergen durch den Ulriken Tunnel. Der neue Tunnel verläuft parallel zum alten 1964 eröffneten Tunnel, der umfassend saniert wurde. Diese beiden acht Kilometer langen Tunnelröhren bilden zusammen die Doppelspur der Strecke. Die Tunnel entsprechen den heutigen modernen Anforderungen mit Notbeleuchtung und Wasseranschluss zur Brandbekämpfung alle 500 Meter. Der neue Ulrikentunnel ist insgesamt 7,8 Kilometer lang, davon wurden sieben Kilometer mit der Tunnelbohrmaschine „Ulrikke“ gebohrt. Er ist der erste Schienentunnel in Norwegen, der mit einer Tunnelbohrmaschine gebohrt wurde. 

Bisher war die Linie zwischen Arna und Bergen eine der am stärksten befahrenen Einspurstrecken von Skandinavien und ein zu Verspätungen führendes Nadelöhr für die Schnellzüge, Lokalzüge und Güterzüge. Die Bauarbeiten konnten anderthalb Jahre früher als geplant fertiggestellt und die veranschlagten Kosten von einer Milliarde Kronen unterschritten werden. Nun wird zwischen Arna und Bergen ein viertelstündlicher Taktfahrplan eingerichtet. Früher verkehrten täglich 26 Nahverkehrszüge in jede Richtung, heute verkehren täglich 66 Züge auf der Strecke. Die Fahrzeit von sieben Minuten mit der Eisenbahn durch den Ulriken Tunnel ist konkurrenzlos schneller als im Straßenverkehr mit etwa einer halben Stunde. In der Folge hat sich Arna zu einem modern ausgebauten P+R-Bahnhof entwickelt. 

Verkehrsminister Jon-Ivar Nygård, Marit Warncke, Bürgermeisterin der Gemeinde Bergen, CEO Thor Gjermund Eriksen von Bane NOR und Projektleiter Hans-Egil Larsen von Bane NOR bei der Eröffnung der Strecke.©Mari Aanensen Rjaanes, Bane NOR

Der westliche Abschnitt Voss – Bergen der Bergensbanen wird als Vossebane bezeichnet. Bis 1964 beschrieb die Strecke zwischen Tunnestveit und Bergen via Garnes – Arna – Nesttun eine gewundene Linienführung, die heute als „Gamle Vossebanen“ (Alte Vossbahn) mit Museumszügen bezeichnet wird. Lediglich zehn Jahre vorher wurde die Strecke noch elektrifiziert. Auch die alte Linie wies schon immer einen lebhaften Vorortsverkehr auf. Allerdings betrug damals die Fahrzeit zwischen Arna und Bergen lange 45 Minuten. Durch die Eröffnung der Straßenbahn Bybane wird zwischen Bergen und Nesttun heute wieder ein schienengebundenes Verkehrsmittel angeboten.

Jürg Streuli, Fachjournalist
juerg.streuli@swissonline.ch

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