Industriepark Haugaland wird Standort für erstes kommerzielles Onshore-CO2-Terminal in Norwegen

Der Hafen von Gismarvik liegt im Herzen des Gewerbeparks Haugaland. Hier soll ein Terminal für die Anlandung von Kohlendioxid aus Europa und aus Norwegen entstehen. Der deutsche Energiekonzern E.ON will jährlich mehr als eine Million Tonnen CO2 in dem Projekt Errai speichern.©Haugaland Næringspark

SANDNES. 6. Januar 2023. Horisont Energi AS hat eine Optionsvereinbarung mit dem Industriepark Haugaland unterzeichnet, um das landgestützte CO2-Terminal für das CO2-Abscheidungs- und -Speicherprojekt Errai in Gismarvik in Rogaland anzusiedeln, in unmittelbarer Nähe zum Industriepark Haugland, einem der größten Industriegebiete Norwegens. Die Infrastruktur sei an der Westküste bereits vorhanden, mit Zugang zu Glasfaser, Strom, Wasser und Abwasser sowie einem großen Hafenbecken mit Tiefseekai, teile Horisont Energi mit. Zum CO2-Terminal soll Kohlendioxid sowohl von europäischen als auch von norwegischen Kunden geliefert werden, darunter auch vom geplanten CO2-Terminal im Rotterdamer Hafen. Das Projekt soll 2026 in Betrieb gehen. Der deutsche Energiekonzern E.ON will jährlich mehr als eine Million Tonnen CO2 in Errai speichern.

Errai sei das erste kommerzielle CO2-Speicherprojekt in Norwegen, teilt Horisont Energi mit. Das Projekt ist eine Zusammenarbeit zwischen Horisont Energi und Neptune Energy Norge AS, eine Tochter des Öl- und Gaskonzerns Neptune Energy Group. Es wurde am 6. Oktober von Horisont Energi und Neptune Energy ins Leben gerufen. Neptune Energy hat einen Anteil von 40 Prozent am Errai-Projekt.

„Dies wird ein spannender Beitrag zur Entwicklung neuer grüner Industrien und Infrastrukturen in Rogaland sein. Wir sehen eine steigende Nachfrage nach CO2-Speicherung in Europa und werden eine europäische Wertschöpfungskette im Markt für CO2-Abscheidung und -Speicherung aufbauen. Dies kann eine Schlüsselrolle beim Übergang zu Netto-Null-Emissionen spielen“, sagt Bjørgulf Haukelidsæter Eidesen, Geschäftsführer von Horisont Energi.

©Haugaland Næringspark

Neben dem Onshore-Terminal zur Zwischenlagerung und der Kaianlage wird das Errai-Projekt auch ein dazugehöriges Offshore-Reservoir zur dauerhaften Speicherung von CO2 umfassen. Horisont Energi und Neptune Energy haben bereits beim Ministerium für Erdöl und Energie die Speicherung von CO2 in dem angekündigten Gebiet auf dem norwegischen Festlandsockel beantragt. Die Vergabe einer Lizenz durch das Ministerium für Erdöl und Energie werde voraussichtlich in der ersten Hälfte des Jahres 2023 bekannt gegeben.

Das geplante CO2-Terminal in Gismarvik werde ein Design haben, das die Anforderungen der EU-Taxonomie in Bezug auf Umweltaspekte und Sicherheit erfüllt, teilt Horisont Energi mit. Errai könne zwischen vier und acht Millionen Tonnen CO2 pro Jahr speichern, mit der Möglichkeit, in späteren Phasen des Projekts noch mehr Kapazität zur Verfügung zu stellen. 

Horisont Energi, 2019 mit Hauptsitz in Sandnes gegründet, bietet Dienstleistungen sowie speziell Transport- und Speicherdienste für saubere Energie und Kohlenstoff an. 

Neptune Energy ist ein unabhängiges globales E&P-Unternehmen mit Aktivitäten in der Nordsee, Nordafrika und Südostasien. Das von Sam Laidlaw gegründete Unternehmen hat drei strategische Investoren: China Investment Corporation, The Carlyle Group und CVC Capital Partners.

Haugaland Næringspark ist Norwegens größtes vollständig reguliertes Industriegebiet mit bis zu 5.000 Hektar, die für die Industrien der Zukunft reserviert sind. Die fünf Eigentümergemeinden sind Haugesund, Karmøy, Tysvær, Bokn und Vindafjord ist voll erschlossen und hat einen eigenen Tiefwasserkai. 

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