Gemeinsame Erklärung: Umfangreiche Wasserstoff-Lieferungen von Norwegen nach Deutschland bis 2030

Bereits im Januar 2022 unterzeichneten Bundeskanzler Olaf Scholz und Premierminister Jonas Gahr Støre eine gemeinsame Erklärung zur deutsch-norwegischen Zusammenarbeit im Bereich grüne Transformation. Die jetzige Wasserstoff-Erklärung baut darauf auf.©Gassco

Oslo, 5.Januar 2023. Während seines Oslo Besuches am 5. und 6. Januar 2023 unterzeichnete Vizekanzler Robert Habeck unter anderem mit Öl- und Energieminister Terje Aasland eine Gemeinsame Erklärung zur Zusammenarbeit im Bereich Wasserstoff. Darin vereinbarten Norwegen und Deutschland, ihre enge Partnerschaft in den Bereichen Energie, Klimapolitik und industrielle Transformation weiter zu stärken. Ziel ist es, gemeinsame Klimaziele zu erreichen, neue grüne Industrien und Arbeitsplätze zu schaffen und die Energiesicherheit zu stärken.

Beide Länder bekräftigen ihre gemeinsame Absicht, bis 2030 Wasserstofflieferungen in großem Umfang von Norwegen nach Deutschland inklusive der notwendigen Infrastruktur sicherzustellen. Schritt für Schritt soll die technische und wirtschaftliche Machbarkeit solcher Lösungen geprüft werden, insbesondere durch eine große Pipeline. Beide Länder haben eine gemeinsame Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, um den Transport von Wasserstoff von Norwegen nach Deutschland und den CO2-Transport von Deutschland nach Norwegen in großem Maßstab zu bewerten. Ziel ist es, den Reifegrad einer Wasserstoff-Wertschöpfungskette zu erhöhen. Die Machbarkeitsstudie wird von dem norwegischen Unternehmen Gassco, das für den Gastransport zuständig ist, und der deutschen Energie-Agentur DENA erstellt, wobei zahlreiche Industriepartner einbezogen sind. Die Ergebnisse der Studie werden im Frühjahr 2023 präsentiert. Das gemeinsame Verständnis sei es, dass ein groß angelegter Transport von Wasserstoff zwischen Norwegen, Deutschland und der EU auf einer soliden technischen und finanziellen Basis ruhen muss.

Norwegen will aktiv zur Entwicklung des Wasserstoffmarktes in Deutschland und der EU beitragen, heißt es in der Erklärung. Beide Länder erkennen an, dass es auf dem Weg zum Aufbau von Wertschöpfungsketten und einem funktionierenden europäischen Wasserstoffmarkt sowohl auf der Produzenten- als auch auf der Empfängerseite erhebliche Herausforderungen gibt. Norwegen und Deutschland werden sich bemühen, die notwendigen Rahmenbedingungen für einen funktionierenden europäischen Wasserstoffmarkt zu beschleunigen.

Deutschland sieht Norwegen als Partner für die Produktion und Lieferung von Wasserstoff. Norwegen begrüßt deutsche Initiativen zur Entwicklung der Nachfrageseite in einem zukünftigen Wasserstoffmarkt. Um schnellstmöglich große Wasserstoffmengen emissionsfrei oder emissionsarm zu realisieren, planen beide Länder für eine Übergangszeit gemeinsam die Nutzung von aus Erdgas hergestelltem Wasserstoff mit Carbon Capture and Storage (blauer Wasserstoff). In diesem Zusammenhang soll die Umwelt- und Klimaintegrität sichergestellt werden, indem die höchstmöglichen Standards für die Kohlenstoffabscheidung und -speicherung festgelegt werden. Außerdem streben beide Länder einen schnellen Ausbau der Produktion erneuerbarer Energien an – eine Voraussetzung für die Produktion von grünem Wasserstoff. Grüner Wasserstoff kann anschließend schrittweise in die gemeinsame Verkehrsinfrastruktur integriert werden.

Im Einklang mit ihren Verpflichtung, die Bemühungen zur Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 °C fortzusetzen, werden Norwegen und Deutschland gemeinsam auf eine klimaneutrale Wirtschaft hinarbeiten, die in der Lage ist, Arbeitsplätze und nachhaltige und zukunftsweisende Energielösungen zu sichern, heißt es in der Erklärung. Norwegen und Deutschland wollen gemeinsam eine führende Rolle beim Management von CO2-Emissionen in Europa übernehmen, um zur Transformation hin zu einer klimaneutralen Industrie und damit zur Erreichung der Ziele des Pariser Klimaabkommens beizutragen.

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