Wintershall Dea untersucht Umwandlung von Erdgasleitungen in der Nordsee für CO2-Transport

Auf dem Meeresboden der südlichen Nordsee liegen mehr als 4.800 Kilometer Pipelines©Wintershall Dea/Dominik Obertreis

Hamburg/Kassel, 30.September 2021. Wintershall Dea, Europas führendes unabhängiges Gas- und Ölunternehmen, untersucht jetzt mit der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg, wie bestehende Erdgas-Transportleitungen in der südlichen Nordsee künftig für den CO2-Transport genutzt werden können. Erste Berechnungen zeichnen ein positives Bild, teilt das Unternehmen mit. Die bislang erhaltenen Ergebnisse legten nahe, dass bereits verlegte Offshore-Pipelines sicher und effizient zum Transport von flüssigem CO2 umgewidmet werden könnten. Im weiteren Verlauf der Studie soll die technische Machbarkeit geprüft werden und die Zertifizierung erfolgen. Norwegen bietet deutschen Industrieunternehmen mit seinem weit fortgeschrittenen Langskip-Projekt die Lagerung von CO2 unter dem norwegischen Festlandsockel.

Auf dem Meeresboden der südlichen Nordsee liegen mehr als 4.800 Kilometer Pipelines, wovon 1.200 der Wintershall Noordzee, ein 50:50 Joint Venture der Wintershall Dea AG und Gazprom EP International B.V., gehören. Teile dieses Netzwerks könnten für den CO2-Transport genutzt werden. Wintershall Nordzee verfügt ebenfalls über zahlreiche ausgeförderte Lagerstätten. Diese eigneten sich potenziell für die Einlagerung von CO2, heißt es in einer Mitteilung von Wintershall Dea. Der niederländische Kontinentalsockel biete hier enormes Potenzial. Experten schätzen, dass dort rund 800 Millionen Tonnen CO2 gespeichert werden könnten. Das sei ausreichend, um die gesamten jährlichen Emissionen der niederländischen Industrie dreißig Mal zu speichern, oder acht Jahre der deutschen Industrieemissionen, basierend auf Zahlen von 2018.

„Wir sind sehr optimistisch, was die weiteren Untersuchungen angeht. Unsere Berechnungen zeigen bereits jetzt, dass bestehende Offshore-Pipelines sehr gut für den Transport von flüssigem CO2 geeignet sind“, so Klaus Langemann, Senior Vice President Carbon Management und Hydrogen bei Wintershall Dea. Das Unternehmen habe gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Forschung innovative Berechnungsmodelle entwickelt, die ganz neue technische Erkenntnisse in diesem Bereich ermöglichen. Im nächsten Schritt soll nun die Zuverlässigkeit des Bewertungsprozesses experimentell belegt werden.

Insbesondere Unternehmen mit unvermeidbaren Prozessemissionen aus Branchen wie der Stahl-, Zement- oder chemischen Industrie sind in Zukunft auf Lagerstätten für die Abscheidung und sichere Speicherung ihrer CO2-Emissionen (CCS – Carbon Capture and Storage) angewiesen. Auch das CO2, das bei der Produktion von blauem Wasserstoff aus Erdgas entsteht, kann auf diese Weise sicher gespeichert werden.

„Wir investieren in CCS, denn wir sind überzeugt, dass es eine sichere und bezahlbare Technologie für die Dekarbonisierung ist. Wir haben das technologische Know-how und ausgeförderte Lagerstätten, die für CCS genutzt werden können, sowie das Pipelinenetz für den Transport“, sagt Klaus Langemann. Wenn dazu bestehende Erdgas-Pipelines genutzt werden können, spart dies nicht nur wirtschaftliche Investitionen für das Unternehmen, sondern trägt auch zur Nachhaltigkeit vieler Industriesektoren und deren Produkte bei.

Für Wintershall Dea sei die Studie mit der Fachhochschule Regensburg Teil der weitreichenden Maßnahmen des Unternehmens, um die Energiewende voranzutreiben. Im November 2020 hat sich Wintershall Dea selbst Klimaziele gesetzt. Dazu gehört die Reduzierung der Scope 1- und 2-Treibhausgasemissionen in allen eigenoperierten und nicht eigenoperierten Explorations- und Produktionsaktivitäten (auf der Basis von Eigenkapitalanteilen) bis 2030. Über 2030 hinaus beabsichtigt das Unternehmen, seine Netto-Kohlenstoffintensität deutlich zu reduzieren, einschließlich der Scope 3-Emissionen. Hier werden CCS und Wasserstoff Schlüsseltechnologien sein.

Finden Sie hier mehr Informationen zur Abspaltung und Speicherung von CCS unter dem Meeresboden in Norwegen.

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