Trønder- und Meråkerbanen erst Ende 2025 elektrisch – lange Streckenunterbrechung

Bis Ende 2025 wird es am Bahnhof Hell keinen elektrischen Zugbetrieb geben. Der Bahnhof hat allerdings bereits Masten und andere für den elektrischen Zugbetrieb erforderliche Ausrüstung erhalten.©Ole Martin Wold, Bane NOR

Oslo, 9. Juli 2024. Wie der Infrastrukturbetreiber Bane Nor mitgeteilt hat, werden die Trønder- und Meråkerbanen statt in diesem Jahr nicht vor Ende 2025 elektrisch nutzbar sein. So habe es nach starken Regenfällen lokale Erdrutsche gegeben und zusätzlich fehle es an Fachkräften. Um die Arbeiten nicht noch weiter zu verspäten, wird die Meråkerbanen, eine 102 Kilometer lange eingleisige Eisenbahnstrecke zwischen Trondheim in Norwegen und Storlien in Schweden, auf dem Abschnitt zwischen Hell und Storlien, dem norwegisch-schwedischen Grenzbahnhof, vom 15. August 2024 bis zum 1. Februar 2025 komplett gesperrt. Die Norweger sind sich an „Buss for tog“ leidvoll gewöhnt. Allerdings betrifft dies lediglich den Ausfall von zwei Reisezugs-Paaren zwischen Trondheim und Storlien mit dortigem Umsteigen auf Anschlusszüge von und nach dem schwedischen Östersund. Auch fahren keine Güterzüge mehr über die Meråkerbanen. Die Elektrifizierung ist deshalb nicht dringlich, die totale und lange dauernde Streckenunterbrechung jedoch ärgerlich. Die schwedische Fortsetzung von Storlien nach Östersund ist längst elektrifiziert. 

Norwegen hofft darauf, dass die Schweden nach der Elektrifizierung direkte Reisezüge von Östersund nach Trondheim fahren werden. Solche Züge hat es als „Nabotåget“ (Nachbarnzug) und sogar mit einem direkten Nachtzug von Stockholm nach Trondheim schon einmal gegeben. Norwegen erbringt mit der laufenden Elektrifizierung eine Vorleistung. Vertragliche Vereinbarungen mit schwedischen Bahnen bestehen nicht.

Bis zum Jahr 2000 verkehrte ein direkter Nachtzug von Stockholm über die Meråkerbanen nach Trondheim. Es bleibt ungewiss, ob sich die Hoffnung auf erneute Direktzüge nach der verspäteten Elektrifizierung erfüllen wird. Heute befahren gerade noch zwei Zugpaare die Strecke, Güterverkehr gibt es überhaupt nicht mehr.©Holger Schlaupitz

Absolut unverständlich ist die Beschränkung der Elektrifizierung auf der Trønderbanen (Trondheim – Steinkjer) auf lediglich den Abschnitt von Trondheim bis Stjørdal. Denn im Gegensatz zur Meråkerbanen ist die Trønderbanen eine Vorortslinie, wo nahezu stündlich in jeder Richtung ein Lokalzug fährt. Hinzu kommen die Güterzüge der Nordlandsbanen, die mit ihren Eurodual-Lokomotiven sowohl mit Diesel- als auch mit elektrischer Traktion fahren können. Je länger mit elektrischer Traktion desto umweltfreundlicher. 

Jürg Streuli, Fachjournalist
juerg.streuli@swissonline.ch

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