Arbeiten am Rogfast-Tunnel – dem längsten und tiefsten Straßentunnel der Welt – gehen planmäßig voran

Bis Mitte März hatte das schwedische Bauunternehmen Skanska ca. 3.250 Meter für den Rogfast-Tunnel von Bokn aus gesprengt – 35 Prozent der gesamten Tunnellänge des Abschnittes E03. Auch mit der Ausstattung von Pumpenbecken und Technikgebäuden wurde begonnen.©Øyvind Ellingsen, Statens vegvesen

Oslo, 2. April 2024. Am 21. März 2023 drückten Eivind Lien, Sprengmeister des schwedischen Bauunternehmens Skanska AS, und Osmund Våga, Bürgermeister von Bokn, gemeinsam den Knopf für die erste Sprengung zum Bau des längsten und tiefsten Straßentunnels der Welt. Die norwegische Straßenbehörde Statens vegvesen veröffentlichte jetzt eine Übersicht über den Fortgang der Bauarbeiten beim Rogfast-Tunnel.  

Bei Bokn hat Skanska bereits über drei Kilometer für die Hauptröhren gesprengt und mit den Abschlussarbeiten im Tunnel begonnen. Das schweizer-norwegische Konsortium Implenia AG/Stangeland AS ist entsprechend des Auftrages E 03 für die Sprengungen aus südlicher Richtung verantwortlich. Auch hier verlaufen die Sprengarbeiten mit einer Länge von jeweils knapp über zwei Kilometern im Bereich der Hauptabfahrten nach Plan.

Übersichtskarte von Rogfast, aktualisiert am 19. Februar 2024. Die Bauarbeiten sind in verschiedene Auftragsabschnitte unterteilt. Im Mai soll der größte Auftrag E02-Auftrag (grau) vergeben werden. Skanska und Implenia/Stangeland konkurrieren um den Bau dieser Strecke. Den 3.480 Meter langen Single-Pass-Tunnels von Kvitsøy haben Hæhre Entreprenør AS und Risa AS fertiggestellt.©Statens vegvesen

Gute Fortschritte bei Bokn

„Das Bauunternehmen Skanska hat bei den Sprengungen im Tunnel gute Fortschritte gemacht. Dies trotz der Tatsache, dass in Laupland aufgrund der unterschiedlichen Gebirgsbedingungen in den sechs Tunneln immer noch umfangreiche Sicherungsmaßnahmen erforderlich waren. Es gab auch einige Injektionen und stellenweise Wasser unter hohem Druck. Skanska hat nun die ersten Felskammern gesprengt, in denen Pumpen platziert werden, um das Wasser sowohl in der Bauphase als auch später in der Betriebsphase aus dem Tunnel zu pumpen“, sagt Odd Erik Haugen, Projektmanager für den E04-Vertrag. 

Bis Mitte März wurden von Bokn aus ca. 3.250 Meter gesprengt, das sind 35 Prozent der gesamten Tunnellänge. Der Durchlass, der die örtliche Straße nach Vågshaug unter der E39 aufrechterhalten wird, wurde ebenfalls wie geplant und in guter Qualität fertiggestellt. 

In Richtung Harestad sei die Felsqualität besser als erwartet gewesen und der Bau sei daher sehr gut verlaufen, erklärte Anne-Merte Gilje, Projektmanagerin für den E03-Vertrag. 25 Prozent des Tunnels von Mekjarvik seien inzwischen gesprengt, das sind ca. 2.150 Meter für die Hauptröhren. Auch in Richtung Kvitsøy sei die Felsqualität gut und der Fortschritt verlaufen wie geplant.

Laut Vertrag muss der Auftragnehmer, die Arbeitsgemeinschaft Hæhre/Risa, seine Arbeiten am 8. Mai 2024 abschließen. Darüber hinaus werden im Juni und August Hochspannungskabel im Kvitsøytunnel verlegt. Der E02-Auftrag soll im Mai vergeben werden. Skanska und Implenia/Stangeland konkurrieren um den allergrößten Auftrag in Rogfast. Wenn alles nach Plan läuft, werden die Arbeiten nach den Sommerferien beginnen, so dass die Ausfallzeiten der Anlage zwischen E15 und E02 minimal sein werden. E02 ist der komplizierteste Auftrag mit einer zweispurigen Kreuzung, zwei Kreisverkehren und zwei Lüftungsschächten mit einem Durchmesser von neun Metern, die 250 Meter bis zu den Hauptstrecken führen. Der Tunnelbau wird in Richtung Randaberg im Süden bis Bokn im Norden verlaufen.  

Schonung für den Kabeljau während der Laichzeit Februar-März

Am 1. Februar dieses Jahres begann die Befüllung des Wellenbrechers bei Mekjarvik, um die Laichzeit des Kabeljaus in dem Gebiet zu verlängern, wie von der Staatsverwaltung gefordert. Mittlerweile ist der Pier mit 220.000 Kubikmetern Masse aus dem Tunnelbau gefüllt und wurde am 31. März fertiggestellt. Das Auffüllen des Meeres wird dann ab April wieder aufgenommen.

Auch bei Føresvik im Norden gibt es Einschränkungen hinsichtlich der Laichzeit des Kabeljaus. Die Steinmassen wurden per Lastkahn nach Husøy transportiert. Dieser Transport habe gut funktioniert. Es habe jedoch aufgrund des Wetters einige Ausfallzeiten gegeben. Insgesamt habe der Lastkahntransport die Boknasund-Brücke inzwischen ganze 3.200 Mal hin und zurück passiert, sagt Projektmanager Odd Erik Haugen. 

Grüne Maschinen für den grünen Wandel  

Beim Bau des Rogfast-Tunnels setzen die Auftragnehmer Implenia/Stangeland und Skanska mehrere Elektromaschinen wie Spritzgeräte, Muldenkipper und Spikemaschinen ein. Der Einsatz von Batterien ist derzeit im Tunnel nicht zugelassen und der Strom zur Versorgung der Baumaschinen wird daher über Kabel von außerhalb des Tunnels bezogen.  
 
Der Fortschritt der Bauarbeiten des Rogfast-Tunnels würde insgesamt weitgehend mit dem ursprünglichen Plänen übereinstimmen, erklärt Projektmanager Oddvar Kaarmo.

Der Rogfast-Tunnel ist Teil der fährfreien Strecke E39, die voraussichtlich 2033 eröffnet werden soll. Rogfast wird bei seiner Fertigstellung 2030/31 26,7 Kilometer lang sein. Der Auftrag umfasst den Bau von 1,6 Kilometern Straße pro Tag und drei Brücken auf der kleinen Insel im Boknafjord zwischen Stavanger und Haugesund.

Finden Sie hier weitere Informationen zum Rogfast-Tunnel.

Lesen Sie auch

About businessportalnorwegen

View all posts by businessportalnorwegen →

× Featured

Drei Tage Oslo mit BusinessPortal Norwegen