
Oslo, 24. Oktober 2025. Noch vor der Veröffentlichung des Haushaltsentwurfs 2026 kündigte Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre an, dass für den Bau des Stad-Schifftunnel keine weiteren öffentlichen Mittel vorgesehen sind. Das norwegische Parlament Storting forderte die Regierung daraufhin auf, dafür zu sorgen, dass die norwegische Küstenverwaltung Kystverket die laufenden Verhandlungen mit den ausgewählten Auftragnehmern für die Arbeiten am Stad-Schiffstunnel fortsetzt und abschließt, um einen endgültigen Preis zu erzielen und an kostensenkenden Maßnahmen zu arbeiten. Jetzt hat das Ministerium für Handel, Industrie und Fischerei (NFD) die Küstenverwaltung in einem Schreiben gebeten, das Ausschreibungsverfahren für den Stad-Schiffstunnel wieder aufzunehmen. Auch sollen die für einen angemessenen Projektfortschritt wichtigen Arbeiten und Prozesse bis zur endgültigen Beratung im Parlament wieder aufgenommen werden.
Ein erstes Ergebnis soll noch vor Verabschiedung des Haushalts 2026 vorgelegt werden. Bei den drei Unternehmen, die in die Endrunde der Ausschreibung kamen, handelt es sich um die AF Group, das französische Unternehmen Eiffage Genie Civil und das Konsortium Skanska, Vassbakk und Stol. Die überarbeiteten Angebote sollen bis zum 27. November vorliegen.
Gegenüber der Zeitung TU.no erklärte Erik Frogner, Abteilungsleiter des Bauunternehmens AF, dass das Unternehmen ein neues Angebot mit möglichen Einsparungen und deren Bedeutung im Hinblick auf den Zeitaufwand vorlegen werde. Das neue Angebot werde aber nicht um mehrere Milliarden NOK billiger sein. Es werde sich nicht um Milliarden handeln, aber um beträchtliche Summen.
Im März 2026 will die Küstenverwaltung dem Ministerium ein endgültiges Angebot vorlegen.
Im Rahmen der Arbeiten zur Aktualisierung der Entscheidungsgrundlagen für das Projekt hat die Küstenverwaltung vor Kurzem eine Überarbeitung der sozioökonomischen Analyse auf der Grundlage der heute verfügbaren Informationen abgeschlossen. Danach sind sowohl Nutzen- als auch die Kostenseite seit der letzten Berechnung gestiegen. „Vor allem der Nutzen im Zusammenhang mit der Wiederverwendung der Gesteinsmassen für den Bau und die Entwicklung neuer Unternehmen hat zugenommen. Im Vergleich zur Ablagerung des Gesteins auf dem Meeresboden bietet dies viele Vorteile. Auch durch die eingesparte Wartezeit für den Schiffsverkehr wurden zusätzliche Vorteile errechnet“, so Arset.
Der Kostenrahmen für den Schiffstunnel lag bei der Genehmigung durch das Storting bei fünf Milliarden NOK. Anfang dieses Jahres lagen die Kosten Schätzungen zufolge bei über neun Milliarden NOK.
Ziel des Stad-Schiffstunnelprojekts ist es, die Zugänglichkeit und Sicherheit für den Seeverkehr hinter Stad zu verbessern. Er soll dort gebaut werden, wo die Halbinsel Stad am schmalsten ist, zwischen Moldefjorden und Kjødepollen, im Vanylvsfjorden. Der Tunnel wird 1,7 Kilometer lang (2,2 Kilometer mit Einfahrten), 50 Meter hoch und 36 Meter breit sein. Das bedeutet, dass Schiffe bis zur Größe der Kystruten/Hurtigruten sicher an Stadlandet vorbeifahren können.
