Rekordzahl von Flüchtlingen in Norwegen neu angesiedelt

Schild am Eingang zur norwegischen Einwanderungsbehörde UDI©UDI

Oslo, 9. Januar 2024. Im Jahr 2023 wurden in Norwegen über 33.000 Flüchtlinge in norwegischen Kommunen neu angesiedelt. Das ist die höchste Anzahl innerhalb eines Jahres. Über 29.000 derjenigen, die sich im Jahr 2023 in Norwegen niederließen, waren ukrainische Flüchtlinge mit vorübergehendem kollektivem Schutz. In den letzten zwei Jahren hat Norwegen fast 65.000 Flüchtlinge aufgenommen. Fast alle Kommunen des Landes haben im vergangenen Jahr Flüchtlinge angesiedelt. Für das Jahr 2024 sollen sich die Kommunen auf 37.000 Flüchtlinge einstellen, die in norwegischen Städten und Gemeinden ein neues Zuhause bekommen sollen.

„Seit fast zwei Jahren führt Russland einen brutalen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Wir werden uns weiterhin für die Ukrainer einsetzen, während wir gleichzeitig die Kontrolle über Einwanderung und Integration in Norwegen haben. Wer hierher kommt, soll einen sicheren und guten Alltag haben und möglichst schnell seinen Lebensunterhalt bestreiten können. Ich hoffe, dass die Kommunen positiv auf die Anfrage für 2024 reagieren“, sagt Beschäftigungs- und Integrationsministerin Tonje Brenna.

Die Regierung habe mehrere konkrete Maßnahmen ergriffen, um die Ankunft der Ukrainer in Norwegen nachhaltiger zu gestalten. Ziel sei es, dass mehr Ukrainer schneller Arbeit finden. Das Einführungsprogramm soll stärker arbeitsorientiert gestaltet werden. Darüber hinaus stehen im Staatshaushalt für 2024 30 Millionen NOK bereitgestellt, um ein landesweites Angebot für digitale norwegische Bildung einzurichten. Auf diese Weise soll es einfacher sein, die Arbeit mit dem Erlernen der norwegischen Sprache zu vereinbaren.

Zum zweiten Mal in Folge haben die Landkreise Viken und Vestland die meisten Flüchtlinge als Einwohner integriert. Im Verhältnis zur Bevölkerung ist die Besiedelung jedoch in Nordland und Møre og Romsdal am höchsten. Die Kommune Oslo liegt sowohl insgesamt als auch im Verhältnis auf dem letzten Platz.

Eine Übersicht der Antragszahlen aufgeschlüsselt nach Gemeinden und Kreisen finden Sie hier.

„Die großen Städte leisten einen wichtigen Job, weil sie es schaffen, so viele Menschen in großer Zahl anzusiedeln. Gleichzeitig bin ich mindestens genauso beeindruckt, wenn ich sehe, dass Utsira zusammen mit den Gemeinden Namsskogan, Røyrvik und Modalen die Gemeinden sind, die im Verhältnis zur Einwohnerzahl die meisten neuen Einwohner haben“, erklärt Brenna.

Nach vorläufige Angaben kamen im vergangenen Jahr 36.461. Flüchtlinge aus der Ukraine nach Norwegen – fast genauso viele wie 2022. Seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine haben 72.381 ukrainische Flüchtlinge Schutz in Norwegen gesucht. Von den Flüchtlingen, die nach Norwegen gekommen sind, haben 70.440 einen Antrag gestellt. Bei 66.917 wurde der Antrag genehmigt.

Runar Pedersen, Leiter der Schutzabteilung im Directorate of Immigration (UDI), erklärt, dass es einige spezifische Anforderungen gibt, um sich für kollektiven Schutz zu qualifizieren. Unter anderem müssen Sie bei Kriegsausbruch am 24. Februar 2022 Ihren Wohnsitz in der Ukraine gehabt haben.

„Ein kleiner Teil der Flüchtlinge aus der Ukraine fällt nicht unter die Regelungen zum kollektiven Schutz und wird daher individuell beurteilt“, sagt Pedersen. Mit Stand vom 5. Januar 2024 gibt es 861 Flüchtlinge aus der Ukraine, die einen individuellen Asylantrag bei UDI gestellt haben. Pedersen sagt, die meisten davon seien Menschen, die bei Kriegsausbruch in anderen europäischen Ländern gelebt und gearbeitet hätten, zum Beispiel in Polen.

Weitere Statistiken zur Lage in der Ukraine und Anträge auf kollektiven Schutz finden Sie hier.

Lesen Sie auch

Norwegen ändert Aufenthaltsbestimmungen für vertriebene Ukrainer

About businessportalnorwegen

View all posts by businessportalnorwegen →

× Featured

Drei Tage Oslo mit BusinessPortal Norwegen