Norwegen wird immer mehr zum Hüttenland

Die für Ferienhäuser vorgesehene Bebauungsfläche ist dreieinhalbmal so groß wie die bereits bestehenden dicht bebauten Freizeitgebiete.©Marianne Evju / NINA.

Trondheim, 17. November 2022. Norwegen ist ein Hüttenland. Inzwischen gibt es fast eine halbe Million Ferienhäuser, und in den kommenden Jahren werden weitere Flächen erschlossen. Das Norwegische Institut für Naturforschung NINA hat im Auftrag des Ministeriums für Kommunalverwaltung und Bezirksangelegenheiten die Grundstücksreserve für Ferienhäuser in Norwegen geschätzt. Danach sollen in den kommenden Jahren 1.479 Quadratkilometer mit Ferienhäusern bebaut werden. Das entspricht 200.000 Fußballfeldern und ist die dreieinhalbfache Fläche der bereits bestehenden dicht bebauten Freizeitgebiete.

Gegenwärtig gibt es in Norwegen 445.513 Hütten. Wie viele Hütten innerhalb der für Ferienhäuser vorgesehenen Fläche gebaut werden können, hängt davon ab, wie eng sie bebaut sind.  „Mit einer vorsichtigen Schätzung können wir die Zahl, die wir heute haben, verdoppeln, so dass wir fast eine Million Kabinen erreichen“, sagt NINA-Forscher Trond Simensen. „Wenn wir dichter bauen, wie es in modernen Ferienzentren oft der Fall ist, ist Platz für viel mehr.“

Der Großteil der Landreserven für Ferienhäuser befindet sich in den Bergwäldern im Landesinneren. Innlandet, Viken und Trøndelag führen die Liste der geplanten Entwicklungsgebiete an:

Die einsame Hütte in den Bergen gehört der Vergangenheit an. Heute entstehen mehr und mehr Ferienparks.@BPN
  • 57 Quadratkilometer liegen oberhalb der bestehenden Waldgrenze (4 %). 
  • 90.000 Quadratkilometer liegen in der  Strandzone  (7%)
  • 109.000  horizontale Kilometer  (8%) befinden sich in den Lebensräumen der wilden Rentiere
  • 131.000  Breitenkilometer (  10%) liegen in Gebieten mit Mooren.

Der Bericht des Forschungsinstituts weist darauf hin, dass es einen Konflikt zwischen der Entwicklung von Ferienhäusern und mehreren wichtigen ökologischen und sozialen Erwägungen geben kann.

Es sei gut für die gesellschaftliche Debatte, diese Zahlen auf dem Tisch zu haben. Die Debatte über die Landnutzung sollte auf aktuellem Wissen basieren, und dieser Bericht sei ein Beitrag dazu, so Simensen.

Das Institut empfiehlt, dass die Kommunen die Pläne kritisch durchgehen und veraltete Pläne, die nicht mehr relevant sind, ad acta legen und gleichzeitig bewerten, wie viel Entwicklung wünschenswert und realistisch ist. 

Finden Sie hier den NRK-Beitrag Wie viele Kabinen werden in Zukunft in Norwegen gebaut?

Lesen Sie den Bericht: NINA-Bericht 2171. Kartierung von Landreserven für Ferienhäuser in Norwegen

About businessportalnorwegen

View all posts by businessportalnorwegen →

× Featured

Norwegen –Vorposten der NATO im Hohen Norden