Starker Wind in Deutschland – niedrige Strompreise in Norwegen

Am 1. September fallen die Preise in allen Stromgebieten Norwegens, besonders stark im Süden.©Nord Pool

Oslo, 20. September 2022. Am Samstag wird der Strompreis in den drei Preisgebieten in Südnorwegen stark fallen. Das sagt die europäische Strombörse Nord Pool voraus. Grund sei der starke Wind, der über das Wochenende in Deutschland so viel Strom erzeugt, dass er exportiert werden kann. In Norwegen, wo es in den letzten Tagen wenig Wind und damit wenig Windenergie gab, weht der Wind am Wochenende auf normalem Niveau. Seit dem 10. Juli ist Strom in den drei südnorwegischen Preisregionen nicht mehr so ​​günstig gewesen.

„Der Wind wird bei 200 Prozent des in Deutschland üblichen Niveaus liegen. Außerdem bekommt man gleichzeitig Sonne, und dann bekommen sie Überschussproduktion, die irgendwo rausgeschoben werden muss“, erklärt Reier Lilleholt, Leiter der Analyse bei Volue Insights, gegenüber E24.no. Der Wochenendverbrauch und die Tatsache, dass der Wind in Norwegen von einem niedrigen auf ein normales Niveau übergeht, würde dazu beitragen, den Preis am Samstag zu drücken. Der Stromimport mit den Auslandsanschlüssen würde die Strompreise in Südnorwegen senken.

Auch der Feiertag am Montag in Deutschland sorgt dafür, dass der Strompreis in Norwegen niedrig bleibt.

In Norwegen ist in den vergangenen Wochen eine heiße Diskussion um Stromexporte entbrannt. In seinem Bericht zur aktuellen Energiesituation in Norwegen im August erklärte Energieminister Aasland vor den Parlamentsvertretern im Storting: „Der Stromexport erhält viel Aufmerksamkeit. Das ist verständlich. Gleichzeitig können wir nicht ignorieren, dass unsere wetterabhängige Stromversorgung genau das ist: wetterabhängig. Wir sehen große Schwankungen von Jahr zu Jahr und zu verschiedenen Jahreszeiten. Das wird auch in den kommenden Jahren so bleiben, obwohl wir in Norwegen normalerweise einen Stromüberschuss haben.“ Die Energiekooperation und unsere Übertragungsverbindungen waren und seien daher Teil der grundlegenden Sicherheit für die norwegische Stromversorgung, insbesondere in Zeiten geringer Zuflüsse. Norwegen sei darauf angewiesen, dass die Verbindungen nach Schweden, Dänemark, Deutschland, Großbritannien, Finnland und in die Niederlande gut funktionieren.

Gleichzeitig sei es Aufgabe der Regierung, in unsicheren Zeiten die eigene Stromversorgung sicherzustellen. Gegenüber N24.no sagte Aasland: „Bei Niedrigwasser, wenn wir unter den saisonalen Durchschnitt und auf ein niedriges Niveau absinken, kommt es zu Exportbeschränkungen. Ich denke, es ist ein sehr gutes Sicherheitsarrangement, gerade um die Versorgungssicherheit in Zukunft gut zu gewährleisten.“ Konkrete Aussagen der neuen Regierung zu einem neuen „Managementmechanismus“, der sicherstellen soll, dass Norwegen in Krisenzeiten genügend Strom hat, gibt es noch nicht. Die Netzbetreiber Dänisch Energinet, Svenska Kraftnät und Finnisch Fingrid haben auf die Äußerungen aus Norwegen aber bereits mit einer gemeinsamen Pressemitteilung reagiert, in der sie die norwegische Regierung aufforderten, die Pläne fallen zu lassen. 

„Wenn Exportbeschränkungen gemäß der aktuellen europäischen Strommarktgesetzgebung zulässig wären, befürchten wir, dass ein solcher Schritt andere Länder dazu inspirieren könnte, ähnliche Beschränkungen in Betracht zu ziehen, und somit eine viel größere negative Auswirkung auf den nordischen und europäischen Strommarkt haben könnte“, heißt es in der Erklärung. Die Netzbetreiber fordern die norwegische Regierung auf, die Situation zu überdenken und keine Exportbeschränkungen für die Übertragungsleitungen einzuführen.

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