USA führen neue Zölle auf norwegische Waren ein

Insbesondere die Fischereiindustrie Norwegens ist von den neuen Zöllen betroffen.©BPN

Oslo, 26. Juli 2026. Die Vereinigten Staaten haben neue Zölle auf Waren aus einer Reihe von Ländern, darunter Norwegen, angekündigt. Norwegische Waren, die von den Zöllen betroffen sind, unterliegen einem zusätzlichen Zoll von 12,5 Prozent. Dieser ersetzt den globalen zusätzlichen Zoll von 10 Prozent, der am 24. Juli auslief. Die USA begründen den neuen Zoll damit, dass Norwegen und andere Länder laut US-Handelsministerium keine zufriedenstellende Verbote für die Einfuhr von Waren hätten, die unter Einsatz von Zwangsarbeit hergestellt wurden.

Auf EU-Waren haben die USA einen Zoll von zehn Prozent erhoben. Die Regierung ist der Ansicht, dass es keinen Grund gibt, warum Norwegen und die EU unterschiedliche Zollsätze haben sollten.

„Wir lehnen die einseitige Anwendung von Zöllen durch die USA gegen Norwegen und andere Länder entschieden ab. Auch die Begründung der USA für diesen neuen Zoll ist für uns nicht stichhaltig. Dies haben wir den US-Behörden deutlich gemacht. Wir sind der Ansicht, dass es keine Grundlage für diesen Zoll gegen Norwegen gibt, da wir bereits klare Regeln haben, die den Handel mit unter Einsatz von Zwangsarbeit hergestellten Waren verhindern sollen“, erklärt Außenminister Espen Barth Eide.

Norwegen gehörte zu den ersten Ländern, die klare Sorgfaltspflichten einführten, die speziell darauf abzielen, den Handel mit Waren zu verhindern, die durch Zwangsarbeit oder andere schwere Menschenrechtsverletzungen hergestellt wurden. Die Begründung der USA beruht daher auf völlig falschen Annahmen, erklärte Außenminister Eide.

„Wir haben den US-Behörden unmissverständlich klargemacht, dass norwegische und europäische Hersteller gleichbehandelt werden müssen. Durch das EWR-Abkommen werden wir spätestens zeitgleich mit der EU exakt dieselben Regelungen einführen. Norwegen wird daher spätestens mit dem Inkrafttreten des Abkommens in der EU ddenselben Handelsverboten unterliegen wie die EU. Es ist daher völlig unsinnig, dass die USA heute unterschiedliche Zölle für Waren aus Norwegen und Waren aus der EU erheben“, so Eide.

Im Dezember 2027 wird ein EU-Verbot von Waren, die durch Zwangsarbeit hergestellt werden, in Kraft treten. Die norwegischen Behörden haben den USA deutlich gemacht, dass Norwegen das Verbot spätestens gleichzeitig mit seinem Inkrafttreten in der EU einführen wird.

Zwangsarbeit ist in Norwegen verboten, und seit 2022 verpflichtet das Transparenzgesetz Unternehmen unter anderem dazu, Sorgfaltsprüfungen durchzuführen, um Zwangsarbeit zu stoppen, zu verhindern und einzuschränken.

Die Entscheidung ist ein schwerer Schlag für norwegische Exportunternehmen. Die USA sind ein wichtiger Markt, insbesondere für Teile der Fischereiindustrie. „Die Regierung arbeitet daran sicherzustellen, dass norwegische Exporteure mindestens die gleichen Bedingungen vorfinden wie ihre Konkurrenten aus anderen Ländern“, so Eide.

Der im Rahmen der Untersuchung zu Zwangsarbeit erhobene Zusatzzoll gilt für alle Waren, die nicht den sektoralen Zöllen der US-Behörden unterliegen oder von diesen ausdrücklich ausgenommen sind. Schätzungsweise 67 Prozent der US-Importe aus Norwegen unterliegen dem Zusatzzoll von 12,5 Prozent.  

Runar Sivertsen, Executive Vice President für Strategie des Lachsunternehmens Salmar, äußerte gegenüber der Plattform E24, dass der neue Zollsatz von 12 Prozent große Unsicherheit für die Branche schafft, da mehrere konkurrierende Lachszuchtnationen wie Island, die Färöer-Inseln und das Vereinigte Königreich von dem zusätzlichen Zoll befreit sind. Auch die EU hält am Zollsatz von zehn Prozent fest. Sivertsen kritisiert, dass norwegische Meeresfrüchte der Zollerhöhung nicht entgangen sind, im Gegensatz zu beispielsweise Metallen und Pharmazeutika, für die eine vorübergehende Ausnahmeregelung gilt.

Lesen Sie hier einen Kommentar von Roar Valderhaug in E24.

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