Brand in Drammen: Wiederaufbau der Wohnsiedlung wird viele Jahre dauern

Das Brandgebiet am 18. Juli in Drammen mit einer Drohne aus der Luft gesehen. Das Feuer brach am Nachmittag des 17. Juli in einem Reihenhaus am Krokstadelva in Drammen aus.©Hans O. Torgersen NTB Drammen

Oslo, 31. Juli 2026. Am 17. Juni brach in einem Reihenhaus in Stenseth, einer Wohnsiedlung im Stadtteil Krokstadelva in der Gemeinde Drammen ein Feuer aus. Über einhundert Häuser wurden zerstört, 400 Bewohner mussten evakuiert werden. Es war der verheerendste Brand in Norwegen seit einhundert Jahren. Die Ursache ist bisher nicht bekannt.

Die Feuerwehr war fast eine Woche im Einsatz. In der Anfangsphase der Löscharbeiten gab es technische Probleme an sechs Wasserentnahmestellen (fünf Feuerlöschzisternen und einem Hydranten), teilt die Gemeinde Drammen mit. Die Feuerwehr hatte zuvor erklärt, dass die Bedingungen an den Entnahmestellen und der Wasserdruck keinen Einfluss auf den Brandverlauf hatten. „An dieser Einschätzung halten wir weiterhin fest“, so Einsatzleiter Tony Ugstad von der Feuerwehr der Region Drammen.

  • Aufgrund des begrenzten Platzes in einigen Schächten war die Installation von Feuerwehrausrüstung schwierig.
  • Ein Durchlass war physisch als Zugang zum örtlichen Wasserversorgungsnetz für Löschwasser gekennzeichnet, stellte sich aber, wie auf der digitalen Karte der Gemeinde vermerkt, als gewöhnlicher Wasserdurchlass heraus.
  • Bei einigen Schächten mussten zusätzliche Ausrüstungen oder Schachtleitern entfernt werden, bevor die Feuerwehr Anschluss herstellen konnte.
  • Ein Kanaldeckel war zugewachsen und musste ausgegraben und gespült werden, bevor er benutzt werden konnte.
  • Ein Hydrant hatte nur einen Anschluss.
  • An einem Hydranten fehlte der notwendige Anschlusspunkt.

Es gab keine Probleme mit den von der Feuerwehr mitgebrachten Ausrüstungen.

Die Feuerwehr stellte an einigen Wasserentnahmestellen außerdem einen niedrigen Wasserdruck fest. Dies ist unter anderem auf die großen Höhenunterschiede im Rohrnetz von Stenseth zurückzuführen. Zum Leitungsnetz gehören Rohre mit einem Durchmesser von 110 bis 500 Millimetern. Es ist in drei verschiedene Druckzonen unterteilt. Die förderbare Wassermenge variiert daher je nach Rohrdurchmesser, Höhe und Druck an der jeweiligen Entnahmestelle.

Die Gemeinde verfügt über eine digitale Übersicht aller Hydranten und des Wasserversorgungsnetzes. Diese Übersicht dient sowohl der laufenden Instandhaltung als auch der Weitergabe an die Feuerwehr. Die der Feuerwehr zur Verfügung gestellte Karte zeigt die Standorte der Hydranten, enthält jedoch keine Informationen zu Wassermengen und Druckverhältnissen. Die Karten werden im Rahmen des regulären Betriebs fortlaufend aktualisiert, und Gemeinde und Feuerwehr tauschen regelmäßig Informationen aus.

„Wir werden nun gemeinsam mit der Feuerwehr eine gründliche Auswertung des Vorfalls durchführen. Ziel ist es, den Hergang und die tatsächlichen Gegebenheiten zu erfassen, aus den Erfahrungen zu lernen und zu bewerten, welche Verbesserungen an Abläufen, Systemen und der Infrastruktur vorgenommen werden können. Solche Vorfälle liefern uns wichtige Erkenntnisse, die zur weiteren Stärkung der Einsatzbereitschaft beitragen werden“, so der kommissarische Stadtdirektor Sudhir Sharma.

Die Rückkehr derjenigen, deren Häuser nicht beschädigt oder vom Brand nicht betroffen sind, erfolgt schrittweise. Die Feuerwehr prüft anhand von Sicherheitsaspekten, Zugänglichkeit und laufenden Bauarbeiten in der Gegend, ob Häuser freigegeben werden sollen. Anschließend entscheidet die Polizei über die Freigabe und informiert die Gemeinde, die wiederum die Anwohner benachrichtigt. Wenn das Haus unbeschädigt erscheint und die Bewohner noch keine Benachrichtigung über seine Freigabe erhalten haben, kann es andere Gründe geben, die ein Abwarten erforderlich machen. Dies könnten beispielsweise Versorgungsengpässe im Haus oder Bauarbeiten in der Gegend sein. In der Schule von Stenseth wurde ein Bewohnertreffpunkt eingerichtet.

Wenn die Polizei ein Haus freigibt, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass der Eigentümer wieder einziehen kann. Die Gemeinde prüft jedes Haus, um sicherzustellen, dass es über Wasser- und Stromanschluss verfügt. 

Um dauerhafte Lösungen zu gewährleisten, muss die Gemeinde Zugang zum gesamten Gebiet erhalten, um den Zustand von Rohren, Pumpensümpfen und Pumpstationen zu überprüfen. Darüber hinaus müssen notwendige Reparaturen an der Infrastruktur durchgeführt werden, um eine sichere und nachhaltige Wasserversorgung zu gewährleisten. Alle Betroffenen erhalten schließlich ein Informationsschreiben der Gemeinde über ihren Wasser- und Abwasseranschluss.

„Es wird mehrere Jahre dauern, Stenseth nach dem Brand wieder aufzubauen“, sagte der Leiter der Gemeindedienste bei einer Informationsveranstaltung für die Betroffenen. Wie die Kommune Drammen mitteilt, werden die Arbeiten in mehreren Phasen erfolgen. Zunächst muss das Gebiet geräumt und Inspektionen sowie Zustandsbewertungen durchgeführt werden. Im Anschluss daran folgt eine Aufräumphase, in der auch die Sicherheit des Gebiets gewährleistet wird. Unter anderem wird das Kontaminationsrisiko untersucht. Schließlich folgt eine Planungsphase, bevor mit dem eigentlichen Bau begonnen werden kann. 

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