Equinor will Wisting-Feld in der Barentssee entwickeln – Unterlagen zur Prüfung der Umweltverträglichkeit eingereicht

Das Öl- und Gasvorkommen Wisting ist die nördlichste Lagerstätte auf dem norwegischen Kontinetalschelf.©Equinor

Oslo, 25. Juni 2026. Der norwegische Energiekonzern Equinor und seine Partner haben die Unterlagen zur Prüfung der Umweltverträglichkeit für eine mögliche Erschließung des Öl- und Gasfeldes Wisting in der Barentssee zur öffentlichen Konsultation vorgelegt. Wisting ist die größte noch unerschlossene Ölentdeckung auf dem norwegischen Kontinentalschelf mit geschätzten förderbaren Mengen von knapp 500 Millionen Barrel Öläquivalent (boe). Das Ölfeld liegt in der Barentssee, 310 Kilometer nördlich von Hammerfest entfernt. Bis Ende 2026 wollen die Projektpartner über die endgültige Konzeptauswahl und eine mögliche Fortführung entscheiden. Equinor betont, dass die Lösungen die Anforderungen für einen sicheren und effizienten Betrieb in der Barentssee erfüllen müssen. Die Erschließung soll mit einem schwimmenden Produktions- und Speicherschiff (FPSO) erfolgen. Die Konsultationsphase beträgt 16 Wochen.

Das Vorkommen wurde 2013 entdeckt, 2022 jedoch wegen gestiegener Erschließungskosten auf Eis gelegt. Das Projekt befindet sich in einem frühen Stadium. Der weitere Fortschritt wird von zusätzlichen Verbesserungen abhängen, um ein wirtschaftlich tragfähiges Projekt zu erreichen, teilt Equinor mit. So soll zum Beispiel geprüft werden, ob eine CO₂-Abscheidung und -Speicherung (CCS) möglich ist, um die CO₂-Emissionen aus der Produktion zu reduzieren. Dies hängt davon ab, ob die notwendigen technologischen und regulatorischen Voraussetzungen innerhalb akzeptabler Kosten- und Zeitrahmen sowohl für die Gasturbine als auch für eine mögliche CCS-Anlage erfüllt sind. Eine endgültige Investitionsentscheidung ist für Ende 2027 geplant.

„Wir haben seit der Verschiebung im Jahr 2022 bedeutende Verbesserungen am Projekt Wisting vorgenommen, aber es bleibt noch viel zu tun, bevor wir eine Grundlage für eine endgültige Investitionsentscheidung schaffen können. Die Stromversorgung vom Land aus wurde eingehend geprüft, aber aufgrund der technischen Komplexität und der hohen Kosten verworfen. Wir setzen nun unsere Arbeit an der Stromerzeugung auf Basis einer energieeffizienten Gasturbinenlösung fort“, sagt Trond Bokn, Senior Vice President für Projektentwicklung bei Equinor.

Sollte das Vorhaben realisiert werden, würde die Erschließung positive Auswirkungen für die norwegische Zulieferindustrie und die Gesellschaft haben, heißt es in einer Pressemitteilung von Equinor. Das Unternehmen sieht folgende Effekte:

  • Die größten und nachhaltigsten Effekte der Wisting-Erschließung werden sich erst nach rund 30 Jahren Betriebsdauer zeigen. Nahezu alle betriebsbezogenen Aktivitäten sollen in Norwegen stattfinden und über Jahrzehnte hinweg zur Wertschöpfung und zur Schaffung von Arbeitsplätzen in der Industrie auf nationaler und regionaler Ebene beitragen.
  • Bohrungen und Brunnenbau sowie die Unterwassererschließung machen etwa die Hälfte der Gesamtinvestitionen in das Wisting-Projekt aus. Der Großteil dieser Aktivitäten soll in der norwegischen Industrie Wertschöpfung generieren.
  • Die norwegische Zulieferindustrie soll Module für das Produktionsschiff liefern. Darüber hinaus ergeben sich durch die Beschaffungsaktivitäten erhebliche Chancen für die zahlreichen Ausrüstungslieferanten in Norwegen.
  • Der Rumpf selbst kann aufgrund seiner Größe und der notwendigen Infrastruktur nicht auf norwegischen Werften gebaut werden.

Die Lizenznehmer in Wisting: *Equinor Energy AS (42,5 %), *Aker BP ASA (27,5 %), Petoro AS (20 %) und INPEX Idemitsu Norge AS (10 %).

*Nach Abschluss der Transaktionen zwischen Equinor und Aker BP, vorbehaltlich der Genehmigung durch die Regierung.

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