Mietpreise in Norwegen schießen in die Höhe

Seit Beginn der Messungen im Jahr 2013 gab es noch nie ein so starkes Wachstum der Mieten in einem ersten Quartal.©BPN

Oslo, 9. April 2026. Die Mietpreisstatistik der Branchenvereinigung Eiendom Norge und der Immobiliendatenbank Eiendomsverdi AS zeigt einen starken Anstieg der Mietpreise. Die Mieten in den vier größten Städten stiegen im ersten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,4 Prozent. In den vergangenen vier Quartalen sind sie um 7,9 Prozent gewachsen. Die Mietpreise begannen im zweiten Quartal 2022 im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie stark zu steigen. Seitdem haben sie um 28,9 Prozent zugelegt, weit mehr als das Wachstum des Verbraucherpreisindex im gleichen Zeitraum, das bei etwas über 19 Prozent lag.

„Tatsächlich haben wir seit Beginn der Messungen im Jahr 2013 noch nie ein so starkes Wachstum in einem ersten Quartal verzeichnet“, sagt Henning Lauridsen, CEO von Eiendom Norge. Höhere Zinsen und gestiegene Ausgaben für Vermieter – bedingt durch gestiegene Vermögenssteuern und höhere Kosten in der Hochsaison – haben zu einem historischen Preisdruck auf dem Mietmarkt geführt. Gleichzeitig ist die Zahl der Mietwohnungen stark zurückgegangen, während das Angebot an Neubauwohnungen historisch niedrig ist.

Aktuell deutet alles darauf hin, dass die Mietpreise aufgrund der veränderten Mietbedingungen weiter steigen werden, insbesondere wenn die Zentralbank Norges Bank die Zinsen erneut anhebt und die Regierung das Mietgesetz ändert und die Vermögenssteuer auf Zweitwohnungen weiter erhöht, heißt es in einer Pressemitteilung. Dies mache es der Norges Bank praktisch unmöglich, das Inflationsziel von zwei Prozent zu erreichen, da die Mietpreise etwa ein Viertel des Verbraucherpreisindex ausmachen.

Bergen verzeichnete im ersten Quartal 2026 mit einem Anstieg von 8,9 Prozent die stärkste Entwicklung, gefolgt von Trondheim mit einem Anstieg von 6,9 Prozent. In Stavanger und Sandnes stiegen die Mietpreise um 1,5 Prozent, in Oslo um 2,1 Prozent im ersten Quartal.

In den letzten vier Quartalen sind die Mietpreise in Norwegen um 7,9 Prozent gestiegen. Stavanger und Sandnes verzeichneten in diesem Zeitraum mit 31,2 Prozent den stärksten Anstieg, gefolgt von Bergen mit 9,6 Prozent, so Lauridsen.

Die Anzahl der auf der Plattform Finn.no in den größeren Städten zur Miete angebotenen Wohnungen betrug Ende des ersten Quartals 2026 3.156. Davon befinden sich 1.699 in Oslo, 371 in Bergen, 664 in Trondheim und 422 in Stavanger/Sandnes.

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