
Oslo, 9. April 2026. Die norwegische Reederei Boreal Norway AS hat bei dem schwedischen Unternehmen Candela Technology 20 elektrische Tragflügelboote des Typs Candela P-12 bestellt. Die Tragflügelboote sollen auf Strecken entlang der norwegischen Küste eingesetzt werden, die derzeit mit Diesel betrieben werden. Die ersten beiden Schiffe der P12-Klasse sollen 2027 an Boreal ausgeliefert werden. Der Rest der Flotte soll von 2028 bis 2030 folgen.
Das schwedische Unternehmen Candela ist der weltweit erste Hersteller von elektrischen Tragflügelbooten. Die Fähigkeit der Tragflügel, das Schiff über das Wasser zu heben, führt zu einer drastischen Reduzierung des Energieverbrauchs, teilt Candela mit. Dadurch können die Schiffe mit herkömmlichen Schnellladegeräten, ähnlich wie bei Elektroautos, geladen werden, ohne dass eine umfangreiche Infrastruktur oder Megawatt-Ladegeräte erforderlich sind.
„Mit dieser Investition führen wir eine völlig neue Generation von Schnellbooten ein, die über die Wasseroberfläche „fliegen“. Die Technologie mit computergesteuerten Tragflügeln reduziert den Energieverbrauch im Vergleich zu konventionellen Schiffen um bis zu 80 Prozent und ermöglicht den elektrischen Betrieb auf Strecken, die bisher nicht zugänglich waren“, erklärt Nikolai Knudsmoen Utheim, CEO von Boreal.
Candela P12 erreicht eine Reisegeschwindigkeit von 25 Knoten, eine Reichweite von etwa 40 Seemeilen und bietet Platz für bis zu 25 Passagiere. Die Technologie wurde bereits auf der längsten elektrischen Seereise der Geschichte zwischen Schweden und Norwegen unter Beweis gestellt, wobei das Schiff unterwegs mit einer mobilen Batterielösung aufgeladen wurde.
Eigentlich sollte die Elektrofähre P-12 bereits im vergangenen Jahr als Shuttle auch in Berlin auf der Spree verkehren. Geplant war eine Verbindung von der East Side Gallery in der Nähe des Ostbahnhofs mit dem Kulturzentrum Funkhaus. Wie der Kommunikationsmanager von Candela mitteilt, arbeitet das Unternehmen noch an der Überwindung einiger bürokratischer Hürden, um die Betriebsgenehmigung für die Spree zu erhalten. „Wir tun unser Möglichstes, aber es dauert etwas länger. Wir sind jedoch optimistisch, in den kommenden Monaten einen Durchbruch zu erzielen“, so Mikael Mahlberg.
