Nordisch-baltische Initiative will Wasserstoffkorridor nach Deutschland vorantreiben

Fünf Unternehmen haben die Absichtserklärung unterzeichnet: Gascade und SEFE aus Deutschland, Northern Energy aus Norwegen, CIP aus Dänemark, Northern Energy aus Lettland sowie Gas System aus Finnland.©Norwegian Energy Partners

Riga / Liepāja / Berlin / Kassel / Helsinki / Kopenhagen / Oslo, 9. April 2026. Auf der WindWorks 2026 in Riga unterzeichneten die norwegische Holdinggesellschaft Northern Europe Energy Group AS (Northern Energy), das deutsche Unternehmen Securing Energy for Europe GmbH (SEFE) und das Konsortium Baltic Sea Hydrogen Collector (BHC) eine Absichtserklärung zur Entwicklung einer integrierten Wasserstoff-Wertschöpfungskette, die die nordisch-baltische Region mit Deutschland verbindet. Ziel der Zusammenarbeit von Produzenten, Infrastrukturentwicklern und Abnahmepartnern ist es, das Potenzial erneuerbarer Energien im nordisch-baltischen Raum in einen skalierbaren Wasserstoffkorridor nach Deutschland zu verwandeln.

Das lettische Vorzeigeprojekt CIS Liepaja, ein Tochterunternehmen Northern Energy, habe das Potenzial, in der ersten Phase jährlich rund 100.000 Tonnen grünen Wasserstoff zu produzieren, wovon ein erheblicher Anteil für den Export nach Deutschland und in andere EU-Märkte bestimmt ist, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung der beteiligten Akteure. Die vollständige Projektentwicklung soll Investitionen von deutlich über einer Milliarde Euro mobilisieren und unterstreiche damit das enorme Potenzial für Lettland und die gesamte Region.

Gleichzeitig soll die Entwicklung eines nordisch-baltischen Wasserstoffökosystems die europäische Energieresilienz stärken, die zukünftige Versorgung mit sauberer Energie diversifizieren, Europa mit kosteneffizientem Wasserstoff versorgen und durch die Verringerung der Abhängigkeit von importierter fossiler Energie zu einer größeren europäischen Energie-Selbstversorgung beitragen.

Das BHC-Projekt hat den Status eines PCI (Projekt von gemeinsamem Interesse) und wurde mit 15,3 Millionen Euro EU-Förderung für die Vorbereitungsarbeiten unterstützt. Die Infrastruktur soll vorbehaltlich der weiteren Projektentwicklung Anfang bis Mitte der 2030er-Jahre betriebsbereit sein.

Die Bedeutung dieser Absichtserklärung geht über eine einzelne bilaterale Verbindung hinaus. Sie ist ein konkreter Schritt hin zur Schaffung eines umfassenderen Wasserstoffökosystems, das alle Ostseeanrainerstaaten einbezieht und in dem Produktion, Transport und Nachfrage parallel und nicht isoliert entwickelt werden.

„Die nordisch-baltische Region verfügt über bedeutende Ressourcen und wird als Energiedrehscheibe für die europäische Energieversorgung und -wende eine zentrale Rolle spielen. Der nächste Schritt besteht darin, dieses Ressourcenpotenzial mit der Infrastruktur und den Kunden zu verbinden. Genau darum geht es in dieser Kooperation – und darum, regionale Stärke in industriellen Mehrwert umzuwandeln“, sagt Thor Magnus Rovik, CEO von Northern Energy.

Das Konsortium Baltic Sea Hydrogen Collector (BHC) ist ein grenzüberschreitendes Projekt, das die Versorgung mit grünem Wasserstoff in den nordischen Ländern und Mitteleuropa sichern soll. Es besteht aus Gasgrid Finland, GASCADE Gastransport und Copenhagen Energy Islands – einem Teil von Copenhagen Infrastructure Partners. Die Kooperation vereint Angebot, Infrastruktur und Nachfrage. Northern Energy trägt mit seinen Produktionsplänen in Lettland und der gesamten Ostseeregion zur Angebotsseite bei. BHC stellt den geplanten Offshore-Transportkorridor bereit und SEFE soll für die notwendige Nachfrage sorgen, um das regionale Potenzial in langfristige Abnahme- und Transportnachfrage umzuwandeln.

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