Norwegen mit hoher Stromproduktion im zweiten Quartal 2024

7,9 Prozent des Strom, der im zweiten Quartal 2024 in Norwegen produziert wurde, stammte aus Windenergie. Im Bild: Windpark im Norwegen an der Grenze zu Schweden.©BPN

Oslo, 25. Juli 2024. Norwegen produzierte im zweiten Quartal 2024 Strom im Umfang von 35,5 TWh. Das ist ein Anstieg von 3,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und die zweithöchste Menge Strom, die seit Beginn der statistischen Erfassung in einem zweiten Quartal gemessen wurde. Nur im zweiten Quartal 2021 sei mehr Strom produziert worden, teilt die norwegische Statistikbehörde SSB mit. Die hohe Stromproduktion im zweiten Quartal sei auf die hohen Zuflüsse in die Stauseen zurückzuführen. Auch der Kraftwerksausbau und die Modernisierung älterer Kraftwerke würden mit der Zeit zu einem höheren Produktionsniveau beitragen.

Anteil der Stromerzeuger in Prozent. Wasserkraft ist mit einem Anteil von 90,1 Prozent der gesamten Stromproduktion von 35,5 TWh nach wie vor die tragende Säule des norwegischen Energiesystems, während die Wind-, Solar- und thermische Stromproduktion jeweils 7,9, 0,4 und 1,6 Prozent der Gesamtproduktion ausmachten.©SSB.no

Im Vergleich zum Vorjahresquartal entwickelten sich die einzelnen Bereiche wie folgt:

  • Wasserkraft: + 3,5 Prozent
  • Windkraft: – 4,3 Prozent
  • Solarenergie: + 60,0 Prozent
  • Wärmekraft: + 9,5 Prozent

Die Gesamtexporte im 2. Quartal schlossen mit 8,1 TWh ab. Bei einem Gesamtimport von 3,3 TWh belief sich der Nettoexport auf 4,8 TWh. Im gesamten ersten Halbjahr 2024 exportierte Norwegen Strom als es importierte. Nettostromimporte gab es letztmalig im Dezember.

Der Stromverbrauch in Haushalten betrug im 2. Quartal 7,9 TWh, ein Anstieg von 1,6 Prozent gegenüber dem 2. Quartal 2023. Davon entfielen 7,5 TWh auf den Verbrauch in Privathaushalten, während Hütten und Ferienhäuser etwa 0,4 TWh ausmachten. Während in Wohnungen ein Anstieg um 2,1 Prozent zu verzeichnen war, sank der Stromverbrauch in Hütten und Ferienhäusern im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,4 Prozent.

Nach Zahlen des Meteorologischen Instituts (met.no) war der April 2024 ein kalter Monat, wobei die Durchschnittstemperatur für Norwegen insgesamt 0,6 Grad unter den normalen Temperaturen lagen. Dies habe zum Anstieg des Stromverbrauchs in Haushalten im zweiten Quartal dieses Jahres beigetragen, so die Statistikbehörde. Die Außentemperatur sei eine wichtige Erklärung für den Stromverbrauch in Haushalten, da ein erheblicher Teil dieses Verbrauchs für die Beheizung des Hauses aufgewendet wird. 

In der Primärindustrie betrug der Stromverbrauch im 2. Quartal 0,6 TWh, 2,0 Prozent mehr als im 2. Quartal 2023.  Die Sekundärindustrien verbrauchte 14,5 TWh, was einer Steigerung von 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Die größte Verbrauchergruppe in der Sekundärindustrie war die energieintensive Industrie wie die Papierindustrie, die chemische Industrie oder die Eisen- und Stahlindustrie. Sie verzeichnete einen Anstieg von 2,6 Prozent.

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