Historisch: Alle Parteien im Storting stimmen langfristigen Plan zur Entwicklung der Streitkräfte zu

Das Storting gewährt für die Verteidigung elf Milliarden NOK mehr als ursprünglich vorgeschlagen©BPN

Oslo, 4. Juni 2024. Zum ersten Mal stehen in Norwegen alle Parteien des Parlaments Storting gemeinsam hinter einem langfristigen Plan zur Entwicklung der Streitkräfte, um Norwegens Verteidigungsfähigkeit in den nächsten zwölf Jahren zu stärken. Die Abgeordneten stimmten den im April von der Regierung vorgelegten Empfehlungen zu. 611 Milliarden NOK können nun für die norwegische Verteidigung ausgegeben werden – elf Milliarden NOK mehr als ursprünglich vorgeschlagen. Damit wurden auch der Kauf eines weiteren U-Bootes und eines zusätzlichen Langstrecken-Luftverteidigungssystems für Ostnorwegen sowie Investitionen in eine erweiterte Drohnenstrategie beschlossen.

„Es ist historisch, dass sich alle Parteien im Storting einstimmig auf einen neuen langfristigen Plan für die Streitkräfte einigen. Es ist ein wichtiges Signal an unsere Verbündeten und andere, dass Norwegen zusammenhält, um die Streitkräfte zu stärken“, sagt Premierminister Jonas Gahr Støre.

Die Verteidigungsvereinbarung werde die Verteidigungsfähigkeit Norwegens erheblich stärken und die Vorhersehbarkeit des Verteidigungssektors erhöhen. Der Dialog und die gute Zusammenarbeit seien wichtig gewesen, um eine Richtung für die Entwicklung von Verteidigung, Sicherheit und Bereitschaft zu finden, hinter der eine vereinte politische Mehrheit stehen kann, erklärte Verteidigungsminister Bjørn Arild Gram.

Prioritäten der Regierung im langfristigen Entwicklungsplan für die Verteidigung:

  • Behebung kritischer Mängel in der heutigen Verteidigung, unter anderem durch die Erhöhung der Munitions- und Materialvorräte, die Instandhaltung von Gebäuden und wichtiger Infrastruktur, die Erhöhung der Kapazität zur Aufnahme von Verbündeten und die Beschäftigung von mehr Mitarbeitern;
  • Vergrößerung des Heeres: Bis 2036 will die Regierung das Heer um rund 4.600 weitere Wehrpflichtige, 13.700 weitere Reservisten und 4.600 weitere Angestellte vergrößern und die Kompetenz deutlich erhöhen.
  • Erhebliche maritime Investition: Die Marine erhält mindestens fünf neue Fregatten mit U-Boot-Abwehrhubschraubern, neue U-Boote und eine standardisierte Schiffsklasse mit bis zu zehn großen und achtzehn kleineren Schiffen.
  • Verstärkung der Armee und der Heimwehr mit mehr Kampfkraft: Die Armee wird aus einer bis drei Brigaden aufgebaut, eine in der Finnmark, eine in Troms und eine neue Brigade Süd. Es wird außerdem durch Präzisionsfeuerwaffen auf große Distanz, mehr Panzer, Luftverteidigung und Hubschrauber für die Armee und die Spezialeinheiten gestärkt. Die Heimwehr wird auf insgesamt 45.000 Soldaten aufgestockt.
  • Historisches Engagement für die Luftverteidigung: Die Regierung wird Luftverteidigungsanlagen mit großer Reichweite zum Schutz vor ballistischen Kurzstreckenraketen bereitstellen. Verdoppelung des Umfangs der bestehenden NASAMS-Luftverteidigung, die auch zum besseren Schutz vor Drohnen und Raketen weiterentwickelt wird. Sowohl die Luftwaffe als auch die Armee erhalten mehr Systeme.
  • Besseres Situationsbewusstsein: Mit Hilfe neuer Schiffe und der Entwicklung von Satelliten- und Drohnenkapazitäten soll ein besseres Situationsbewusstsein mit mehr Überwachung, Präsenz und Kontrolle in den unmittelbaren Gebieten geschaffen werden.

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