Flugplatz Andøya im Norden Norwegens soll zur Drohnenbasis ausgebaut werden

Am 30. Juni 2023 befand sich das Aufklärungsflugzeug P-3 Orion auf seiner letzten Mission von Andøya aus. Nun will Norwegens Regierung kräftig in den Ausbau des Flughafens Andøya investieren.©Onar Digernes Aase / Forsvaret

Oslo, 3. April 2024. Der Flughafen Andøya soll zu einer Basis für Langstreckendrohnen ausgebaut werden und als Basis für die Entwicklung der Weltraumaktivitäten der norwegischen Streitkräfte dienen. Bereits heute ist Andøya ein wichtiger Luftwaffenstützpunkt für den Empfang der alliierten Streitkräfte. 2016 hatte das norwegische Parlament Storting beschlossen, den Flughafen auf der Insel Andøya zu schließen. Die Regierung hat nun vorgeschlagen, die Entscheidung zur Schließung von Andøya rückgängig zu machen, um eine permanente Militärpräsenz auf dem Flugplatz aufrecht zu erhalten.

„Langstreckendrohnen werden zu einer völlig neuen Fähigkeit der Streitkräfte und erhöhen unsere Fähigkeit, die Situation kontinuierlich zu verstehen und unsere lokalen Gebiete zu überwachen. Ein gutes Verständnis der Situation ist wichtig, um die nationale Kontrolle und Handlungsfreiheit zu gewährleisten. Andøya wird künftig ein absolut zentraler Stützpunkt für diese Entwicklung der norwegischen Streitkräfte sein“, sagt Verteidigungsminister Bjørn Arild Gram während eines Besuchs des Flughafens.

Der Einsatz großer Drohnen mit angepassten Sensoren und Systemen bei den norwegischen Streitkräften werde zu einer kontinuierlichen Überwachung und Kontrolle mit Schwerpunkt auf maritimen Interessengebieten im Norden beitragen. Diese neuen Kapazitäten würden auch helfen, die Gesamtverteidigung durch Überwachung beispielsweise bei Naturkatastrophen oder Rettungseinsätzen zu unterstützen, teilt das Verteidigungsministerium mit. Die Drohnen würden in einer multinationalen Zusammenarbeit mit engen Verbündeten betrieben, die sowohl Schulung als auch Betrieb und Entwicklung umfasst. Das ehemalige Gelände des Seepatrouillenflugzeugs könne für die Stationierung von Drohnen auf Andøya genutzt werden.

©Google Maps

„Die Regierung hat das klare Ziel, dass Norwegen unter den Verbündeten eine führende Rolle einnimmt, wenn es darum geht, die Lage im Norden zu verstehen. Satelliten helfen dabei, einen Überblick über das Geschehen in unserer unmittelbaren Umgebung zu erhalten, und Andøya hat einen einzigartigen Standort, wenn es um den Zugang zum Weltraum geht“, sagt Gram.

Den Weltraumbahnhof Andøya Space AS in Andenes können nach Angaben des Verteidigungsministeriums sowohl die norwegischen Streitkräfte als auch die Alliierten für ihre Raumfahrtaktivitäten nutzen. Von hier aus könnten Satelliten bei Bedarf schnell ausgetauscht werden. Eine erste Maßnahme bestehe darin, das Sicherheitsniveau am Andøya-Weltraumhafen zu stärken, um den militärischen Sicherheitsanforderungen gerecht zu werden. Dies bedeute, dass der Weltraumbahnhof Andøya eine Ressource für den schnellen Start von Ersatzsatelliten sein kann, entweder im nationalen oder im verbündeten Rahmen.

Darüber hinaus plant die Regierung die Einrichtung einer gemeinsamen Ausbildungs- und Entwicklungsabteilung.

Der Flugplatz Andøya sei für die NATO-Planung wichtig. Andøya, Værnes, Sola und Bodø werden nach Planung der Regierung weiterentwickelt, um in Friedenszeiten Verbündete zu empfangen und in Krisen- und Kriegszeiten größere Mengen alliierter Luftstreitkräfte aufnehmen zu können.

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