Pilotprojekt in Gran zum emissionsfreien Straßenbau

Verkehrsminister Jon-Ivar Nygård schaltete die Weihnachtsbaumbeleuchtung an der Hafslund-Ladestation an. Im kommenden Jahr sollen hier in Gran die Baumaschinen aufgeladen werden, die für die erste emissionsfrei gebaute Straße eingesetzt werden.©Per Kollstad/Statens vegvesen

Oslo, 20. Dezember 2023. Kein Bagger und kein Lkw soll mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, wenn das Bauunternehmen Anlegg Øst Entreprenør AS im kommenden Jahr eine Umweltstraße im Zentrum von Gran in Hadeland bauen wird. 90 Prozent der Laufzeit der Maschinen, die für den Bau der 1.000 Meter lange Straße in Betrieb sind, sollen emissionsfrei sein. Nach Angaben der norwegischen Straßenverwaltung Statens Vegvesen wurde in Norwegen noch keine Straße mit so geringen Treibhausgasemissionen gebaut.

Bei dem Vorhaben handelt es sich um ein Pilotprojekte des Verkehrsministeriums für emissionsfreie Baustellen. Im Vertrag ist festgelegt, dass sämtliche Grab- und Transportarbeiten mit emissionsfreien Maschinen und Fahrzeugen erfolgen müssen. Für andere Maschinen und Fahrzeuge gilt die Vorgabe, dass die Hälfte emissionsfrei sein muss.

Statens vegvesen hat mit Hafslund AS eine Vereinbarung über ein Forschungsprojekt zum Laden von Baumaschinen und -fahrzeugen einschließlich der Lieferung der Infrastruktur zum Laden des Maschinenparks geschlossen. Eine Netzstation, zwei stationäre Schnellladegeräte, drei mobile Batterieanhänger und eine Wasserstoffstation sollen ausreichend Strom für den Elektromaschinenpark liefern, der bei den Bauarbeiten an der Kreisstraße 2300 im Zentrum von Gran zum Einsatz kommt. Darüber hinaus werden vier Kfz-Ladestationen für Pkw errichtet.

Miljøgata, die Umweltstraße, in Hadeland ist eines der 22 Pilotprojekte des Verkehrsministeriums für emissionsfreie Baustellen. Die Bauarbeiten beginnen Mitte Januar. Miljøgata soll noch vor Weihnachten 2024 fertiggestellt sein.

„Die norwegische Straßenverwaltung muss die Klima- und Umweltziele im Jahr 2030 erreichen. Fossilienfreie Fähren und Elektrofahrzeuge zeigen, dass Norwegen an der Weltspitze liegt“, sagt Straßendirektorin Ingrid Dahl Hovland.

Im Vergleich zu großen Milliardenprojekten wie dem E39 Rogfast, dem E18 Vestkorridoren und dem Rv 555 Sotrasambandet handele es sich bei der 650 Meter langen Umweltstraße um ein kleines Straßenprojekt. Aber die Erfahrungen aus Gran würden sehr wichtig sein, um das Ziel zu erreichen, die Treibhausgasemissionen von Straßenprojekten bis 2030 im Vergleich zu 2020 um 55 Prozent zu senken, teilt das Verkehrsministerium mit.

Im Oktober dieses Jahres verabschiedete Statens vegvesen den Aktionsplan zur Reduzierung der direkten Treibhausgasemissionen von Straßenprojekten. Danach gilt für neue Straßenprojekte, die ab 2027 angekündigt werden, die Anforderung von Nullemissionen von Treibhausgasen.

Das Gesamtprojekt umfasst:

  • 650 Meter lange Umweltstraße
  • 200 Meter Gemeindestraße
  • 1350 Meter Fuß-, Rad- und Gehweg
  • 3.000 Meter VA- und Kabelgräben.
  • Darüber hinaus müssen 5.500 m2 tief stabilisiert werden.

Die Stabilisierung muss mit einer dieselbetriebenen Maschine erledigt werden, da elektrische Maschinen zur Tiefenstabilisierung noch nicht zur Verfügung stehen, teilt Statens vegvesen mit.

Während der Bauarbeiten wird eine wasserstoffbetriebene Ladestation getestet, die einen der Ladewagen mit Strom versorgt. „Dies ist ein wichtiges Projekt für Hafslund und unsere Investition in emissionsfreie Baustellen. Wir sind fest davon überzeugt, dass die Wasserstofftankstelle gut funktionieren wird. Es bietet unvorstellbare Möglichkeiten, mobile Ladeanhänger und elektrische Baumaschinen aufzuladen, selbst in Gebieten ohne Strom“, sagt der stellvertretende CEO Martin S. Lundby in Hafslund.

Bei einem typischen Straßenbau entstehen 20 Prozent der Treibhausgasemissionen durch den Einsatz von Diesel in Baumaschinen und für den Material- und Massentransport. Die restlichen Emissionen sind indirekt und stammen aus der Produktion von Materialien wie Beton, Stahl und Asphalt. Das Ziel der norwegischen Straßenverwaltung besteht darin, die direkten und indirekten Treibhausgasemissionen im Zeitraum 2020–2030 um 55 Prozent zu reduzieren.

Die staatliche Förderagentur Enova hat 2023 115,5 Millionen NOK als Unterstützung für Investitionen in emissionsfreie Baumaschinen und mobile Ladestationen in Norwegen bereit gestellt.

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