Neuer Vorschlag zur Preisdiskriminierung für mehr Wettbewerb in der norwegischen Lebensmittelindustrie

Rema 1000 gehört zum Lebensmittelkonzern Reitangruppen, der auch im Immobiliengeschäft tätig ist. Der Discounter Rema 1000 gilt als die günstigste Lebensmittelkette Norwegens.©BPN

Oslo, 15. Dezember 2023. Norwegens Regierung hat einen neuen Vorschlag zum Verbot von Preisdiskriminierung in der Lebensmittelindustrie vorgelegt. Die neue Verordnung sieht vor, die Unterschiede bei den Einkaufspreisen in der Lebensmittelindustrie zu verbieten. Das Verbot soll es kleinen und neuen Lebensmittelunternehmen erleichtern, mit den großen und etablierten Unternehmen zu konkurrieren. Lieferanten und Großhändler, die über relative Marktmacht verfügen, sollen diese nicht ausnutzen dürfen, um kleinen Anbietern Einkaufspreise zu zahlen, die sie am Marktwettbewerb hindern.

„Ziel ist es, neuen Akteuren die Etablierung und den Wettbewerb in der Lebensmittelbranche zu erleichtern. Weniger Eintrittsbarrieren und mehr Ladenketten werden im Laufe der Zeit zu mehr Wettbewerb und damit zu niedrigeren Preisen und einer besseren Auswahl für Verbraucher führen“, erklärte Industrieminister Jan Christian Vestre bei der Präsentation der Vorschläge.

Bei der relativen Marktmacht geht es um das Verhältnis zwischen zwei Verhandlungsparteien. Wenn ein Großhändler oder Lieferant eine deutlich stärkere Verhandlungsposition hat als der kleinere Player, der ebenfalls auf die Lieferung angewiesen ist, sollte es keinen Anlass geben, dieses Ungleichgewicht auszunutzen, um wettbewerbsschädigende Preise festzulegen.

Norwegens Lebensmittelindustrie praktiziert seit langem Preisanpassungsfenster, bei denen die Einkaufspreise der Lieferanten für die Lebensmittelketten angepasst werden. Die Preisanpassungen erfolgen jeweils zum 1. Februar und 1. Juli. Anfang dieses Jahres hat die Regierung die norwegische Wettbewerbsbehörde gebeten, die Auswirkungen der sogenannter Festpreisfenster zu bewerten. In ihrem Bericht kommt sie zu dem Schluss, dass es insgesamt wahrscheinlich ist, dass die Praxis der festen Preisanpassungsfenster wettbewerbsbeschränkend wirkt und dass es daher positiv für den Wettbewerb ist, dass diese Praxis beendet wird.

Norwegens Groß- und Einzelhandel teilen sich vier Gruppe: Norgesgruppen ASA, Reitangruppen ASA, Bunnpris und die Kooperative Coop. Hinter den drei Unternehmen stecken die reichsten Familien des Landes.

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