Norwegen hebt Leitzins von 4,25 auf 4,5 Prozent –Krone legt kräftig zu

©Norges Bank

Oslo, 14. Dezember 2023. Der Ausschuss für Geldpolitik und Finanzstabilität der norwegischen Zentralbank Norges Bank hat in seiner Sitzung am 13. Dezember beschlossen, den Leitzins von 4,25 auf 4,5 Prozent anzuheben. Wie der Ausschuss die Aussichten und das Risikobild beurteilt, werde der Leitzins wahrscheinlich noch längere Zeit auf diesem Niveau belassen, teilt Norges Bank mit. Die norwegische Krone hat nach dem Zinsentscheid gegenüber dem Euro stark zugelegt. Ein Euro kostete nach Angaben der Osloer Börse am 14. Dezember 2023 um 17.00 Uhr 11,49 NOK. Am Vortag kostete ein Euro noch 11,82 NOK. Am 18. Dezember lag der Kurs bei 1 Euro zu 11,34 NOK.

Entwicklung des Wertes der norwegischen Krone gegenüber dem Euro nach dem Zinsentscheid.©Norges Bank

„Wir sehen, dass sich die Wirtschaft abkühlt, aber der Preisanstieg ist immer noch zu hoch. Eine Erhöhung der Zinsen verringert nun das Risiko, dass die Preisinflation für längere Zeit hoch bleibt. Wir werden den Leitzins voraussichtlich noch längere Zeit bei 4,5 Prozent belassen“, sagt Zentralbankgouverneurin Ida Wolden Bache.

Der Preisanstieg sei etwas geringer ausgefallen als erwartet, liege aber immer noch deutlich über der Zielmarke von zwei Prozent, heißt es in einer Pressemitteilung. Gleichzeitig seien die Kosten der Unternehmen in den letzten Jahren stark gestiegen und es bestünden Aussichten auf ein weiterhin hohes Lohnwachstum. Die Krone habe sich weiter abgeschwächt. Dadurch werde das Preiswachstum fortgesetzt, auch wenn die Preisimpulse aus dem Ausland nachlassen. Die Beschäftigung sei hoch und die Arbeitslosigkeit bleibe niedrig.

Der Zinssatz liegtee wahrscheinlich nahe an dem Niveau, das erforderlich ist, um das Preiswachstum innerhalb einer angemessenen Zeit auf das Zielniveau zu senken. Dem Ausschuss gehe es darum, das Risiko einer zu starken Verschärfung gegen das Risiko einer zu geringen Verschärfung abzuwägen. Die Wirtschaft kühle sich jetzt ab, und die vollen Auswirkungen der Zinserhöhungen Norwegen noch nicht hinter sich gelassen. Andererseits sei die Inflation hoch und die Abschwächung der Krone mache es schwieriger, die Inflation zu senken. Eine Erhöhung der Zinsen verringere jetzt das Risiko, dass die Preisinflation für längere Zeit hoch bleibt.

Nach Einschätzung des Ausschusses werde es wahrscheinlich notwendig sein, den Zinssatz noch längere Zeit hochzuhalten, um das Preiswachstum innerhalb einer angemessenen Zeit wieder auf das Zielniveau zu bringen. Wenn die Preisinflation zurückgeht und die wirtschaftlichen Bedingungen dies erfordern, könne die Zentralbank beginnen, den Zinssatz wieder zu senken.

Im Vergleich zum letzten geldpolitischen Bericht habe sich die Prognose für den Leitzins kurzfristig kaum verändert, falle künftig aber etwas niedriger aus. Die Prognose geht davon aus, dass der Leitzins bis zum Herbst nächsten Jahres bei 4,5 Prozent bleiben wird, bevor er allmählich sinkt.

Es bestehe Unsicherheit über die weitere Entwicklung der norwegischen Wirtschaft. Wenn das Kostenwachstum hoch bleibt oder die Krone schwächer als prognostiziert wird, könnte das Preiswachstum länger hoch bleiben, als die Zentralbank derzeit erwartet. Dann sei der Ausschuss bereit, den Zinssatz erneut anzuheben. Sollte es zu einer stärkeren Verlangsamung der norwegischen Wirtschaft kommen oder die Inflation schneller sinken, könnte der Zinssatz früher gesenkt werden, als derzeit erwartet wird.

Finden Sie hier die Ausführungen von Ida Wolden Bache, Gouverneurin der Zentralbank, sowie die Präsentation auf der Pressekonferenz.

Finden Sie hier den Monetary Police Report 4/2023.

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