Rangliste der Pressefreiheit: Norwegen wieder auf Platz eins

Länder nach Zustand der Pressefreiheit 2023©Reporter ohne Grenzen/ World Press Freeedom Index/ Statista

Paris, 3. Mai 2023. Norwegen gilt seit Jahren als positives Beispiel für Pressefreiheit. Auch in diesem Jahr wurden die Medien in Norwegen im World Press Freedom Index von Reporter ohne Grenzen (RSF) als die freiesten der Welt eingestuft. Das Land belegt zum 7. Mal Platz eins im Index. Es folgen Irland, Dänemark, Schweden und Finnland.

Norwegens Rechtsrahmen zum Schutz der Pressefreiheit sei robust, heißt es in der Einschätzung von Reporter ohne Grenzen. Der Medienmarkt sei dynamisch, mit einem starken öffentlich-rechtlichen Sender und einem diversifizierten Privatsektor mit Verlagen, die eine weitgehende redaktionelle Unabhängigkeit garantieren.

Zu den Ländern, in denen die Pressefreiheit am stärksten eingeschränkt wird, gehören vor allem asiatische Länder wie der Iran (177), Vietnam (178) und China (179), wo weltweit die meisten Medienschaffenden inhaftiert sind. Den letzten Platz des Rankings belegt weiterhin Nordkorea, wo es de facto keine freie Presse gibt.

Der Zustand der Pressefreiheit in Deutschland hat sich nach den Ergebnissen des World Press Freedom Index von Reporter ohne Grenzen weiter verschlechtert. Vor allem wegen der häufigen Übergriffe auf Journalisten wird die Lage in der Bundesrepublik statt „gut“ nur noch als “zufriedenstellend” angesehen. Damit liegt Deutschland in diesem Jahr auf Platz 21 unter 180 bewerteten Ländern. Im Vergleich zum Vorjahr rutscht Deutschland ganze fünf Plätze ab.

Der Index 2023 beleuchtet unter anderem die schnellen Auswirkungen, die gefälschte Inhalte im digitalen Ökosystem auf die Pressefreiheit hatte. In 118 Ländern (zwei Drittel der 180 vom Index bewerteten Länder) gaben die meisten Befragten des Index-Fragebogens an, dass politische Akteure in ihren Ländern häufig oder systematisch an massiven Desinformations- oder Propagandakampagnen beteiligt waren. Der Unterschied zwischen wahr und falsch, real und künstlich, Tatsachen und Kunstgriffen wird verwischt, wodurch das Recht auf Information gefährdet wird. Die beispiellose Fähigkeit, Inhalte zu manipulieren, wird genutzt, um diejenigen zu untergraben, die Qualitätsjournalismus verkörpern, und den Journalismus selbst zu schwächen.

Die Entwicklung der künstlichen Intelligenz richte weitere Verwüstungen in der Medienwelt an, die bereits durch das Web 2.0 untergraben wurde, heißt es in einer Mitteilung von Reporter ohne Grenzen.

Dies ist der zweite World Press Freedom Index, der nach einer neuen Methodik erstellt wurde, die 2021 von einem Expertengremium aus Wissenschaft und Medien entwickelt wurde. Die Methodik basiert auf einer Definition von Pressefreiheit als „die Fähigkeit von Journalisten als Einzelpersonen und Kollektive, Nachrichten im öffentlichen Interesse auszuwählen, zu produzieren und zu verbreiten, unabhängig von politischer, wirtschaftlicher, rechtlicher und sozialer Einmischung und ohne Bedrohung ihre körperliche und geistige Sicherheit“.

Er verwendet fünf neue Indikatoren , die den Index prägen und eine Vision der Pressefreiheit in all ihrer Komplexität vermitteln: politischer Kontext, rechtlicher Rahmen, wirtschaftlicher Kontext, soziokultureller Kontext und Sicherheit.

In den 180 von RSF gelisteten Ländern und Gebieten werden diese Indikatoren auf der Grundlage einer quantitativen Erfassung von Übergriffen gegen Journalisten und Medienunternehmen sowie einer qualitativen Analyse auf der Grundlage der Antworten von Hunderten von RSF ausgewählten Experten für Pressefreiheit (darunter Journalisten, Akademiker und Menschenrechtsverteidiger) auf mehr als 100 Fragen.

Aufgrund der geänderten Methodik sei beim Vergleich von Rankings und Ergebnissen vor und nach 2021 nach Angaben von Reporter ohne Grenzen Vorsicht geboten.

Finden Sie hier den Länderbericht zu Norwegen.

Finden Sie hier den Länderbericht zu Deutschland.

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