Bayern will bei Wasserstoff gemeinsam mit Norwegen voranschreiten

Bayerisch-Norwegischer Wasserstoff-Dialog in München: Staatssekretär Amund Vik vom norwegischen Energieministerium (2.v.r.) und Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger (3.v.r.)©Bayerisches Ministerium für Wirtschaft und Energie

München, 26. Januar 2023. Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger hat den raschen Aufbau eines europäischen Wasserstoff-Pipelinenetzes mit Anschluss Bayerns gefordert. Beim Bayerisch-Norwegischen Wasserstoff-Dialog im Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie erklärte Aiwanger: „Wasserstoff wird das Rückgrat der Energiewende. Deswegen hat der Aufbau eines Wasserstoffnetzes in Europa höchste Priorität. Nur über Importe können wir die Verfügbarkeit von ausreichend Wasserstoff zur Dekarbonisierung unserer Industrie und unserer Mobilität sicherstellen.“

Norwegen sei ein zuverlässiger Partner für Energielieferungen. Aiwanger: „Derzeit importieren wir in großen Mengen norwegisches Gas. In naher Zukunft werden wir grünen Wasserstoff aus unserem skandinavischen Partnerland importieren. Bund und EU müssen jetzt schnellst möglich die Rahmenbedingungen schaffen, damit in ein europäisches Wasserstoffnetz mit Anbindung Norwegens und Bayerns investiert werden kann“, erklärte Aiwanger.

Der Bayerische Staatsminister hatte bereits im vergangenen Juni bei einer Norwegen-Reise eine Absichtserklärung zur Vertiefung der bilateralen Wasserstoff-Kooperation unterzeichnet. „Ich freue mich, dass der Bayerisch-Norwegische Wasserstoff-Dialog die Zusammenarbeit mit Leben erfüllt“, sagte Aiwanger.

Bayerns Europaministerin Melanie Huml erklärte: „Grüner Wasserstoff ist von zentraler Bedeutung, um unsere Klimaziele zu erreichen. Bayern muss Wasserstoff importieren, um seinen Bedarf zu decken. Die Staatsregierung setzt sich daher auch auf EU-Ebene für passende rechtliche Rahmenbedingungen für einen schnellen und effizienten Auf- und Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur ein. Daneben sind unsere internationalen Partnerschaften hierfür äußerst wertvoll. Unser Ziel muss es sein, gemeinsam voranzuschreiten. Daher freue ich mich über unseren heutigen Austausch mit Norwegen. Als Vorreiter bei erneuerbaren Energien und bei der Produktion von grünem Wasserstoff ist Norwegen für Europa und für Bayern ein wichtiger Partner.“

Dem Bund warf Aiwanger vor, den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft zu verzögern. „Ich habe den Eindruck, dass die Bundesregierung nicht mit dem nötigen Ehrgeiz am Aufbau der Wasserstoffwirtschaft arbeitet. Die jetzigen Erdgasnetzbetreiber wollen sehr schnell auf Wasserstoff umstellen und könnten das auch tun, der Bund will aber lieber Parallelstrukturen errichten, was viel schwieriger und langwieriger wird. Außerdem: Wir haben Lkw-Umrüster, deren Kunden ab sofort viele H2-Lkw kaufen wollen, aber der Bund kommt mit den Förderbescheiden nicht zu Potte. In meinen Augen ist das Absicht, um der reinen Batterie-Mobilität keine unerwünschte Konkurrenz zu machen.“ 

An dem Dialog nahmen knapp 50 Vertreter aus Wirtschaft, Verbänden und Politik teil. Zu der 22-köpfigen Delegation aus Norwegen gehörten aus dem Energieministerium und Mitglieder des Norwegian Hydrogen Forum (NHF). 

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