Angela Merkel erhält Nansen-Flüchtlingspreis 2022

Angela Merkel, 2011 in ihrem Büro im Kanzleramt in Berlin, wird am 10. Oktober mit dem Nansen-Flüchtlingspreis ausgezeichnet. Der Preis ist nach dem ersten Hochkommissar für Flüchtlinge, Fridtjof Nansen, benannt.©UNHCR/Steffen Kugler

Genf, 4. Oktober 2022. Angela Merkel, ehemalige deutsche Bundeskanzlerin, wird für ihren Einsatz für Menschen auf der Flucht mit dem Nansen-Preis 2022 ausgezeichnet. Das gaben das UN-Hochkommissariat High Commissioner for Refugees, UNHCR, heute bekannt. Die Preisverleihung findet am 10. Oktober statt. Der von Norwegen unterstützte Preis hebt die Bemühungen von Einzelpersonen und Organisationen hervor, die sich für die Rechte und Lebensbedingungen von Menschen einsetzen, die auf der Flucht sind. Merkel sei ein zentraler politischer Akteur und habe eine wichtige Rolle in der weltweiten Debatte über die Flüchtlingskrise nach Ausbruch des Krieges in Syrien gespielt, teilt UNHCR mit. Der Preis wird vom Hohen Kommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) für Flüchtlinge verliehen.

Merkel sei eine prominente und mutige treibende Kraft in Deutschland und in Europa gewesen, insbesondere um Flüchtlinge in einer schwierigen Zeit zu schützen, sagt Norwegens Außenministerin Anniken Huitfeldt.

Weltweit leben mittlerweile mehr als 100 Millionen Menschen auf der Flucht. Das macht die Arbeit des UN-Hochkommissariats für Flüchtlinge wichtiger denn je. „Der Preis ist ein wichtiger Teil des humanitären Vermächtnisses von Fridtjof Nansen. 100 Jahre ist es her, dass Nansen für seinen Einsatz für die Flüchtlinge nach dem Ersten Weltkrieg den Friedensnobelpreis erhielt. Es ist auch 100 Jahre her, dass er den Nansen-Pass geschaffen hat, um staatenlosen Flüchtlingen zu helfen“, sagt Huitfeldt.

Neben Merkel werden auch vier Regionalsieger ausgezeichnet.

Naher Osten: Dr. Nagham Nawzat Hasan ist Gynäkologe und Menschenrechtsaktivist aus dem Irak. Sie ist Krankenhausdirektorin im Sheikhan-Krankenhaus und bietet jesidischen Mädchen und Frauen, die sexuellem Missbrauch ausgesetzt waren, medizinische Behandlung und psychologische Betreuung an. Dr. Hassan ist selbst Yezide und musste 2014 aus seiner Heimatstadt Mossul fliehen, als diese vom IS angegriffen wurde.

Amerika: Doña Vicenta González, Costa Rica. Der 73-jährige González arbeitet seit 50 Jahren, um Hunderten von Flüchtlingen zu helfen, insbesondere Frauen aus Nicaragua. Sie war Hebamme, begann mit der Bio-Kaffeeproduktion und setzte sich für Frauenrechte und Chancen in der Gesellschaft ein. Ihre Bemühungen richten sich insbesondere an Überlebende sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt.

Afrika: Die Freiwillige Flüchtlingsfeuerwehr, Mauretanien. Die Organisation Brigade Anti-Feu (BAF) unterstützt seit 2017 Flüchtlinge im Flüchtlingslager Mbera in Mauretanien. Heute arbeiten 250 malische Flüchtlinge und mauretanische Freiwillige in der Feuerwehr. Sie helfen, Flüchtlinge, die lokale Umgebung und die Weiden zu schützen, unter anderem mit Brandmauern und Warnnetzen.

Asien: MeikSwe, Myanmar. Die Organisation MeikSwe Myanmar startete 2004 für die Gesundheitsversorgung von Menschen, die in ihren eigenen Ländern vertrieben wurden, insbesondere von Frauen, Kindern und Menschen mit HIV und AIDS. Von 2020 bis 2021 hat MeikSwe über 24.000 Binnenvertriebenen geholfen. Sie unterstützten Menschen in den Bereichen Bildung, Nothilfe in Krisen und organisierten Schulungen lokaler Organisationen in mehreren Regionen Myanmars.

Norwegen half 1954 bei der Einrichtung des Nansen-Preises. Der Preis ist nach dem ersten Hochkommissar für Flüchtlinge, Fridtjof Nansen, benannt. Mit Unterstützung von Norwegen und der Schweiz wird die prestigeträchtige humanitäre Auszeichnung jährlich vom Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) verliehen.

Die diesjährige Preisverleihung wird auf www.youtube.com/unhcr gezeigt.

Lesen Sie hier mehr über Nansen: Fridtjof Nansen – der visionäre Entwicklungshelfer mit außergewöhnlichem Mut und Umsetzungsstärke – UNHCR Norwegen

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