Studie zu CCS: Norwegen und Deutschland sollten großes mutiges Programm auflegen

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Oxford, 30. Juni 2022. Deutschland muss seine Ablehnung von CCS als Instrument der Dekarbonisierung und Sicherung der Energieversorgung unbedingt revidieren. Nur mit erneuerbaren Energien sind die Klimaziele bis 2045 nicht zu erreichen. Zu dieser Schlussfolgerung kommt die Studie “Achieving net zero plus reliable energy supply in Germany by 2045: the essential role of CO2 sequestration” von Ralf Dickel, Senior Visiting Research Fellow am Oxford Institute of Energy Studies, die Ende Juni am Oxford Institute of Energy Studies veröffentlicht wurde. Dickel beschreibt in dieser Studie, dass die Zusammenarbeit mit Norwegen bei der Nutzung von CCS eine entscheidende Rolle spielt. Angesichts des begrenzten CO2-Budgets und der kurzen verbleibenden Zeit bis 2045 sei es dringend erforderlich, ein Konzept zur Abscheidung, zum Transport und zur Sequestrierung von CO2 zu entwickeln, zu fördern und das große Speicherpotenzial auf dem norwegischen Schelf zu nutzen.

Weitere Themen der Studie sind die Entwicklung der deutschen Gesetzgebung rund um die CCS-Technologie, Möglichkeiten und Grenzen der Nutzung erneuerbarer Energien zur Erreichung der Klimaziele, die Notwendigkeit der CO2-Speicherung, der Aufbau einer CO2-Infrastruktur und die Implikationen für die deutsche Wirtschaft.

Als eine wichtige Maßnahme der To-Do’s müsse Deutschland die Änderung des Art. 6 des Londoner Protokolls ratifizieren und sich mit Norwegen auf seine vorläufige Anwendung einigen, um CO2 nach Norwegen liefern zu können, heißt es in der Studie. Parallel dazu sollten die technischen Einzelheiten des CO2-Transfers angegangen werden, indem interessierte Industrieparteien in den Konzeptentwicklungsprozess einbezogen werden. Mit der Zusicherung eines ausreichend hohen CO2-Preises, der die Kosten der CCS-Kette deckt, der Genehmigung von CO2-Pipelines und der Möglichkeit der CO2-Speicherung im Ausland sollte die Industrie in der Lage sein, Geschäftsmodelle für alle CCS-Lieferketten zu entwickeln. 

Während Deutschland für die CO2-Speicherung auf seinem eigenen Territorium noch nicht bereit sei, sei der CO2-Transport per Pipeline in Deutschland zum Transport nach Norwegen möglich: Norwegen entwickele sein großes CO2-Speicherpotenzial nicht nur für den eigenen Bedarf, sondern auch für internationale Partner – und Deutschland könnte so ein Partner sein.

Angesichts des kurzen verbleibenden Zeitrahmens bis 2045 sollten Norwegen und Deutschland ein mutiges, groß angelegtes Programm konzipieren, um an die Erfahrungen der Norwegian Longship/Northern Lights-Projekte anzuknüpfen, es jedoch an große Offshore-CO2-Pipelines und ein entsprechendes CO2-Pipeline-Sammelsystem in Deutschland anpassen.

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