Norwegisches Forschungsinstitut SINTEF untersucht emissionsfreie Baustellen in Oslo

Gemäß der Klimastrategie der Stadtverwaltung von Oslo sollen alle Baustellen- und Bauarbeiten im Auftrag der Stadtverwaltung im Jahr 2025 emissionsfrei sein.©SINTEF

Trondheim, 7. Februar 2022. In Oslo sind derzeit auf mehr als 30 verschiedenen Baustellen schwere emissionsfreie Baumaschinen im Einsatz. Auf den Baustellen der Gemeinde arbeiten mehr als 20 verschiedene Typen emissionsfreier Maschinen und Fahrzeuge. Der Trend zum emissionsfreien Bauen beschleunigt sich. Aber es gebe noch einige Hindernisse und Herausforderungen, stellt das Forschungsinstitut SINTEF in dem Erfahrungsbericht zu den Anforderungen an emissionsfreies Bauen und emissionsfreie Baustellen fest, der im Auftrag der Stadt Oslo entstand. Er beschäftigt sich mit Chancen, Herausforderungen, Hemmnissen und Lösungsansätzen rund um Energieversorgung, emissionsfreie Baumaschinen und Lkw sowie Ladelogistik. Grundlage ist eine Umfrage unter mehreren Unternehmen.

Die bisherige Entwicklung entspreche dem Ziel, dass die Baustellen der Gemeinde Oslo im Jahr 2025 emissionsfrei sind. Die Rahmenbedingungen dafür seien geschaffen, heißt es in dem Bericht. Die elektrischen Baumaschinen verursachen weniger Lärm, weniger Umweltverschmutzung und führen zu einer besseren Luftqualität und einem besseren Arbeitsumfeld. Vor allem dem Wasser- und Abwasseramt sei es gelungen, viele Projekte mit einem hohen Anteil emissionsfreier Baumaschinen und Massentransporte zu realisieren.

„Im Wettbewerb um Bauaufträge legen wir seit 2019 Wert auf Umweltfreundlichkeit und emissionsfreie Projektumsetzung. Dies hat dazu beigetragen, dass die Bauunternehmen in einen emissionsfreien Maschinenpark investieren konnten“, sagt Espen Hauge, Sektionsleiter in der Wasser- und Abwasserbehörde der Stadt Oslo.

Wie die Umfrage zeigt, ist der Einsatz kleiner elektrischer Maschinen und Geräte unproblematisch. Herausforderungen stellen die Stromversorgung und Ladelogistik dar, wenn mehrere, große Baumaschinen gleichzeitig im Einsatz sind.

„Emissionsfreie Lösungen für den Schwertransport lassen sich schwer umsetzen, da es in der Region Oslo an ausreichender Ladeinfrastruktur für den Schwertransport mangelt und stattdessen Biokraftstoff oder fossiler Kraftstoff verwendet wird“, sagt SINTEF-Forscherin Marianne Kjendseth Wiik. Temporäre Lösungen der Stromversorgung der Baustellen seien problematisch. Darüber hinaus gebe es noch wenige verfügbare elektrische Baumaschinen und Lkw, die Nachfrage sei hoch. 

Die Anpassung von Arbeitsabläufen und Ladelösungen auf einer emissionsfreien Baustelle sowie eine effizientere Massenauslastung vor Ort seien wichtige Maßnahmen zur Reduzierung des Transportbedarfs.

„Der größere Bedarf an Zusammenarbeit und Dialog in einer frühen Phase zwischen der Gemeinde und den Lieferanten, aber auch mit den Stromlieferanten, ist durch das Projekt deutlich geworden“, erklärt Kjendseth Wiik.

In einem Folgeprojekt für die Stadt Oslo will SINTEF den Energie- und Strombedarf sowie Nebenkosten für elektrische Baumaschinen und Fahrzeuge untersuchen.

Finden Sie hier den Bericht (in norwegischer Sprache).

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