Norwegen legt staatliche Exportkreditagenturen Export Credit Norway und GIEK zusammen

Die Lieferung des Vestmannaey-Trawlers war im Juli 2019 das erste von sieben identischen Schiffen, die bei Vards Werft in Aukra, Norwegen, bestellt wurden. Die Käufer sind ein Konsortium, das aus vier isländischen Fischereifirmen besteht. Export Credit Norway hat den Export von sechs der sieben Trawler mit einem Gesamtkreditbetrag von ca. 500 Millionen NOK finanziert, wobei die isländische Bank Landsbankinn als Garant für die Kredite fungierte.©VARD/Stian Brunes

Oslo, 2. August 2020.  Norwegens Regierung will die beiden staatlichen Exportkreditagenturen GIEK und Eksportkreditt Norge zu einer Institution zusammenlegen, um die Qualität und die Effizienz der Exportfinanzierung zu steigern und norwegischen Unternehmen den Zugang zu Exportfinanzierungen zu erleichtern. Bisher haben sich die Aufgaben beider Institute in vielen Bereichen überschnitten. 

Ende 2019 hatte GIEK Exportgarantien in Höhe von 82 Milliarden NOK vergeben, während Kredite von Export Credit Norway in Höhe von 65 Milliarden NOK gewährt wurden. Wie das norwegische Ministerium für Industrie und Handel mitteilt, hätten sich beide Institutionen oft an denselben Projekten beteiligt. Gleichzeitig wurden 72 Prozent der Kredite von Export Credit Norway von GIEK garantiert.

Der Zusammenschluss werde es der Geschäftswelt erleichtern, das öffentliche Angebot der Exportfinanzierung zu verstehen und besser zu nutzen. Dies sei sowohl für neue als auch für bestehende Kreditnehmer von Vorteil und werde die Aktivität nach der Coronakrise steigern, sagt Handels- und Industrieministerin Iselin Nybø.

Die Unternehmen werden spätestens am 1. Juli 2021 in einer neuen Agentur mit eigenem Vorstand zusammengeführt. Einer entsprechenden Haushaltsentscheidung muss Storting zustimmen.

“Dies sind staatliche Instrumente, die Exporte auslösen. Wir arbeiten derzeit an einem Exportaktionsplan, in dem die Regierung Maßnahmen vorschlagen wird, die dazu beitragen, dass die politischen Instrumente Unternehmen bei der Internationalisierung besser unterstützen. Dies ist eine der Maßnahmen, die dazu beitragen werden”, so Nybø.

Die Entscheidung der Regierung beruhe auf der Überprüfung der politischen Instrumente der Exportförderung sowie auf einer konkreten Empfehlung zur Fusion.

Zur Vorbereitung der Fusion wurde ein Interimsvorstand ernannt. Die Mitarbeiter von GIEK und Export Credit Norway sollen jeweils einen Vertreter entsenden. In einem Schreiben informiert das Ministerium für Handel und Industrie die Mitarbeiter von GIEK und Export Credit Norway über die Entscheidung.

Die von GIEK und Eksportkreditt Norge gegenwärtig verwalteten Programme und Angebote werden auf das neue Unternehmen übertragen. Das Angebot der neuen Exportfinanzierungsagentur stellt weiterhin eine Ergänzung zur kommerziellen Finanzierung dar. Gemeinsam mit anderen Akteuren können Kofinanzierungen mit Darlehen und / oder Garantien angeboten werden. Die Darlehen und Garantien werden vom Staat finanziert und in der Bilanz des Staates ausgewiesen.

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