
Oslo, 30. Juli 2026. Am Ende der 30. Kalenderwoche lag der Füllstand der norwegischen Stauseen bei 61,8 Prozent. Der Durchschnitt für denselben Zeitraum der letzten 20 Jahre liegt bei 74,2 Prozent. Wie die norwegische Direktion für Wasserressourcen und Energie (NVE) mitteilt, sank der Füllstand der Wasserreservoirs im Laufe der Woche um 0,3 Prozentpunkte. In mehreren Gebieten Südnorwegens sind die Grundwasserstände und die Wasserführung nach einem regenarmen Winter und einem heißen, trockenen Sommer sehr niedrig. NVE bittet die Wasserentnehmer, die Entwicklung zu beobachten und sich auf Wassersparmaßnahmen vorzubereiten, falls es in den kommenden Wochen nicht ausreichend regnet.
Der Grundwasserspiegel ist nach Angaben von NVE an mehreren Orten in Südnorwegen niedrig bis sehr niedrig. Dies führt zu einem geringeren Zufluss in Seen und Flüsse, die nun nur noch wenig Wasser führen.
Mehrere große Seen in Ostnorwegen, darunter Mjøsa, Øyeren und Spirillen, haben etwas niedrigere Wasserstände als normal. Am trockensten ist es in Langfjella, den östlichen Teilen von Møre og Romsdal, Vestland und Rogaland sowie den westlichen Teilen von Innlandet, Buskerud, Telemark und Agder. Im Sommer fallen Niederschläge oft nur als lokale Schauer, sodass die Wassersituation von Ort zu Ort sehr unterschiedlich sein kann.

Sollte es in den kommenden Wochen in Südnorwegen nicht ausreichend regnen, könnte sich die Lage im Laufe des Sommers stellenweise verschärfen. Dies könnte Probleme für die Trinkwasserversorgung, die landwirtschaftliche Bewässerung und Fischzuchtbetriebe mit sich bringen, schreibt NVE auf ihrer Website.
Während die Strompreise in Mittelnorwegen in der 30. Kalenderwoche sanken, blieben sie im übrigen Norwegen nahezu unverändert. Der niedrigere Wochenpreis in Mittelnorwegen ist unter anderem auf eine deutlich höhere Windstromproduktion zurückzuführen. Die gesunkenen Strompreise in den umliegenden Gebieten trugen zu einer geringeren Wasserkraftproduktion und niedrigeren Nettoexporten aus Norwegen bei. Trotz der reduzierten Wasserkraftproduktion sorgten geringe Zuflüsse dafür, dass sich der Füllstand der norwegischen Stauseen insgesamt kaum veränderte.
Strompreise in der 30. Woche (Wochendurchschnitt):
- Südostnorwegen (NO1): 122 øre/kWh (+1 øre/kWh ab Woche 29)
- Südwestnorwegen (NO2): 126 øre/kWh (-3 øre/kWh ab Woche 29)
- Mittelnorwegen (NO3): 68 øre/kWh (-21 øre/kWh ab Woche 29)
- Nordnorwegen (NO4): 13 øre/kWh (-4 øre/kWh ab Woche 29)
- Westnorwegen (NO5): 123 øre/kWh (-1 øre/kWh ab Woche 29)
Niedrigere Strompreise in Mittelnorwegen und auf dem Kontinent
Die durchschnittlichen Strompreise in Mittelnorwegen (NO3) sanken in der 30. Kalenderwoche im Vergleich zu Kalenderwoche 29. Der niedrigere Wochenpreis ist unter anderem auf eine monatliche Steigerung der Windstromproduktion in dieser Region zurückzuführen. In den anderen Preisregionen Norwegens blieben die Wochenpreise nahezu unverändert. Auch in Südschweden (SE3 und SE4), Dänemark (DK1 und DK2) sowie an mehreren Orten auf dem Kontinent sanken die Strompreise. Hier sind die niedrigeren Preise unter anderem auf eine höhere Windstromproduktion sowie einen geringeren Stromverbrauch auf dem Kontinent zurückzuführen.
Reduzierung der Nettoexporte
Die gesamte Stromproduktion in Norwegen ging in der vergangenen Woche deutlich zurück. Den größten Rückgang verzeichnete die Wasserkraftproduktion aus Stauseen, die in allen norwegischen Preisregionen sank. Auch die Gesamtstromproduktion ging in allen Regionen außer Mittelnorwegen zurück. Gleichzeitig blieb der Stromverbrauch in Norwegen im Vergleich zur 29. Kalenderwoche unverändert. Dies führte im Laufe der Woche zu einem deutlichen Rückgang der Nettoexporte Norwegens.
Die gesunkenen Nettoexporte sind unter anderem auf niedrigere Strompreise in den umliegenden Gebieten zurückzuführen. Auf dem Kontinent konnte die Windenergieproduktion im Vergleich zur Vorwoche einen größeren Teil des Verbrauchs decken, wenn die Solarenergieproduktion gering war. Dies trug zu niedrigeren Preisen in diesen Zeiträumen bei, was wiederum die Stromexporte aus Südwestnorwegen (NO2) gegenüber der Vorwoche reduzierte.
Insgesamt nahezu unveränderte Stauseefüllung
Die niedrigen Niederschlagsmengen in Südnorwegen (NO1, NO2 und NO5) aus der 29. Kalenderwoche setzten sich auch in der 30. Kalenderwoche fort. In Mittel- und Nordnorwegen (NO3 und NO4) fielen annähernd normale Niederschläge. Dies führte zu einem geringen Zufluss in die norwegischen Stauseen. Gleichzeitig trug die reduzierte Wasserkraftproduktion dazu bei, dass die Stauseefüllung in Norwegen insgesamt nahezu unverändert blieb. Allerdings zeigten sich unterschiedliche Entwicklungen in den einzelnen Preisregionen. Während die Stauseefüllung in Südost- und Südwestnorwegen (NO1 und NO2) abnahm, nahm sie in Nord- und Westnorwegen (NO4 und NO5) zu. In Mittelnorwegen blieb die Stauseefüllung nahezu unverändert.
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