
Oslo, 17. Juni 2026. Mehr Energie, steigender Cashflow und überdurchschnittliche Renditen – so sieht die Strategie des norwegischen Energiekonzerns Equinor ASA bis 2030 aus, die Anders Opedal, Präsident und CEO des Unternehmens, auf dem diesjährigen Kapitalmarkttag vorstellte. Das Aktienrückkaufprogramm für 2026 soll auf drei Milliarden US-Dollar verdoppelt werden. Ab 2027 will Equinor einen besser planbaren Rahmen für jährliche Aktienrückkäufe einleiten. Das Unternehmen strebt weiterhin ein jährliches Wachstum der vierteljährlichen Bardividende von mehr als fünf Prozent je Aktie an.
„Unsere Strategie besteht darin, den Wert auf dem norwegischen Festlandsockel zu maximieren, gezieltes Wachstum im internationalen Öl- und Gasgeschäft zu erzielen, ein wettbewerbsfähiges, integriertes Energiegeschäft aufzubauen und durch Handel und Marktoptimierung eine weitere Wertsteigerung zu generieren“, erklärte Opedal.
Eine Strategie für wachsende Energiemärkte
Nach Einschätzung von Equinor bleibt die Nachfrage nach Öl und Gas längerfristig hoch. Zusammen mit einem stärkeren politischen Fokus auf Energiesicherheit und Bezahlbarkeit erhöht dies den Bedarf an einer zuverlässigen Versorgung. Elektrifizierung und der Ausbau künstlicher Intelligenz treiben den Strombedarf an, während die zunehmende Schwankungsbreite der Energieerzeugung einen größeren Bedarf an flexibler Stromerzeugung schafft.
Equinors Zugang zu hochwertiger Infrastruktur, das breite Energieangebot und die starke Marktposition bieten attraktive Möglichkeiten für Wachstum und Wertschöpfung, teilt das Unternehmen mit.
NCS weiterentwickeln, um den Wert zu maximieren
Das norwegische Kontinentalschelf (NCS) bildet das Rückgrat des Geschäfts von Equinor und ist ein wesentlicher Treiber für langfristigen Cashflow und Wertschöpfung. Rund 60 Prozent der Investitionsausgaben werden für die Weiterentwicklung des norwegischen Kontinentalschelfs (NCS) verwendet. Equinor rechnet mit einer Produktion von 1,35 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag (boe) im Jahr 2030 und 1,3 Millionen boe pro Tag im Jahr 2035. Dies entspricht einer Produktionssteigerung von 100.000 boe pro Tag.
Um die Ressourcenerschließung zu beschleunigen, Kosten zu senken und die Entwicklung von Unterwasserfeldern zu industrialisieren, überarbeitet Equinor sein Betriebsmodell. Das Unternehmen verfügt über ein umfangreiches Portfolio attraktiver Investitionsmöglichkeiten, darunter die Entwicklung von Unterwasserfeldern und Projekte zur Steigerung der Öl- und Gasförderung (Increased Recovery, IOR), mit Gewinnschwellenpreisen unter 35 US-Dollar pro Barrel und einer Amortisationszeit von weniger als 2,5 Jahren. Equinor plant, bis 2035 jährlich sechs bis acht neue Anbindungsprojekte zu entwickeln. Durch verstärkte Förderaktivitäten und intensive Explorationstätigkeiten sollen weiterhin neue förderbare Ressourcen erschlossen und so die Lebensdauer der Felder verlängert werden.
Fokussiertes Wachstum im internationalen Öl- und Gassektor
Wie Equinor mitteilt, hat das Unternehmen die Wettbewerbsfähigkeit seines internationalen Öl- und Gasportfolios systematisch verbessert und ist in mehreren Weltklasse-Becken vertreten, darunter in den USA, Brasilien, Angola, Großbritannien und Kanada. Rund 30 Prozent seiner Investitionsausgaben will das Unternehmen für die internationale Exploration und Produktion aufwenden. Die Produktion soll um etwa 30 Prozent auf rund 950.000 Barrel Öläquivalent pro Tag (boe/d) steigen, wodurch der operative Cashflow (CFFO) bis 2030 um rund 80 Prozent auf rund neun Milliarden US-Dollar wachsen soll. Das Portfolio soll von 2026 bis 2030 einen freien Cashflow von rund 20 Milliarden US-Dollar nach Abzug von Investitionsausgaben und Leasingzahlungen generieren. Das internationalen Öl- und Gasportfolios soll über das Jahr 2030 hinaus verlängert werden.
Aufbau eines wettbewerbsfähigen Energieunternehmens
Equinor konzentriert sein Wachstum im Energiebereich auf ausgewählte Märkte und Segmente, in denen eine Integration in ein breiteres Energieangebot möglich ist. Das Unternehmen will rund zehn Prozent seiner Investitionsausgaben in den Aufbau eines integrierten Energiegeschäfts investieren. Bis 2030 wird eine Vervierfachung der Produktion auf über 20 TWh erwartet, hauptsächlich durch laufende Projekte.
Der operative Cashflow soll nach Abzug von Steuergutschriften von 2027 bis 2030 organische Investitionen finanzieren. Von den Projekten wird eine nominale Eigenkapitalrendite von über zehn Prozent erwartet, mit zusätzlichem Potenzial zur Portfolioaufwertung.
Wertsteigerung durch Marketing und Handel
Equinor verfügt über eine starke Position als globaler, vermögensbesicherter Energiehändler mit direktem Marktzugang. Das Unternehmen will seine Marketing- und Handelskapazitäten in ausgewählten Märkten ausbauen und durch sein flexibles Portfolio, langfristige Positionen und den Handel mit verschiedenen Rohstoffen sowie durch den Einsatz fortschrittlicher digitaler Tools und KI zusätzlichen Mehrwert generieren.
Das bereinigte operativen Ergebnis aus Handel und Marktoptimierung soll bis 2030 bis zu 25 Prozent auf rund 500 Millionen US-Dollar pro Quartal steigen.
Steigende Produktion bei gleichzeitiger Reduzierung der Emissionen
Während die Öl- und Gasproduktion steigen wird, hält Equinor an seinem Ziel fest, die Emissionen aus dem eigenen Betrieb bis 2030 um 50 Prozent zu reduzieren. Die Elektrifizierung des norwegischen Festlandsockels und eine verbesserte Energieeffizienz im gesamten Portfolio seien dabei die wichtigsten Voraussetzungen, teilt Equinor mit. Das Unternehmen geht davon aus, seine Netto-Kohlenstoffintensität bis 2035 um 15-30 Prozent zu senken.
Wettbewerbsfähige und vorhersehbare Kapitalverteilung
Equinor kündigt an, das Aktienrückkaufprogramm für 2026 um 1,5 Milliarden US-Dollar aufzustocken. Damit erhöht sich das Gesamtvolumen des Programms für 2026 auf bis zu drei Milliarden US-Dollar, einschließlich der vom norwegischen Staat zurückzukaufenden Aktien. Die Aufstockung wird zu gleichen Teilen auf die dritte und vierte Tranche des Aktienrückkaufprogramms 2026 verteilt.
Die dritte und vierte Tranche soll nach Veröffentlichung der Ergebnisse für das zweite bzw. dritte Quartal 2026 gestartet werden.
Für das Jahr 2027 und darüber hinaus gibt Equinor eine Spanne für Aktienrückkäufe in Höhe von zwei bis vier Milliarden US-Dollar pro Jahr bekannt, basierend auf einer Ölpreisspanne von 60 bis 80 US-Dollar pro Barrel, einer europäischen Gaspreisspanne von 7 bis 11 US-Dollar pro mmbtu, der Bilanzstärke und den makroökonomischen Aussichten.
Die Höhe und der Beginn künftiger Aktienrückkauftranchen werden vom Vorstand vierteljährlich im Einklang mit der Dividendenpolitik des Unternehmens festgelegt und unterliegen bestehenden und künftigen Genehmigungen des Vorstands für Aktienrückkäufe durch die Hauptversammlung des Unternehmens sowie Vereinbarungen mit dem norwegischen Staat über Aktienrückkäufe.
