
Oslo, 4. Juni 2026. Die Treibhausgasemissionen Norwegens beliefen sich im vergangenen Jahr nach Angaben der norwegischen Statistikbehörde SSB auf 44,1 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente. Dies entspricht einem Rückgang von 1,2 Prozent (0,5 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente) gegenüber dem Jahr 2024. Gegenüber 1990 konnten die Treibhausgasemissionen um 13,9 Prozent gesenkt werden. Damit ist das Land noch weit von der Erfüllung seiner Klimaziele entfernt. Norwegen hat sich im Rahmen des Pariser Abkommens verpflichtet, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 zu senken. Den größten Beitrag zum Emissionsrückgang leistete der Straßenverkehr. Die Öl-und Gasindustrie verursacht fast ein Viertel der Gesamtemissionen.
„Die Emissionen gehen zwar weiter zurück, aber der Rückgang ist etwas schwächer als in den letzten Jahren“, erklärt Trude Melby Bothner, leitende Beraterin von Statistics Norway.
Veränderung der Emissionen nach Quelle, 2024–2025. 1.000 Tonnen CO₂-Äquivalente

Größter Rückgang im Straßenverkehr
Die Emissionen des Straßenverkehrs sanken gegenüber 2024 um über acht Prozent und trugen am stärksten zum allgemeinen Rückgang der Teibhausgasemissionen bei. Einen großen Anteil daran hat die Umstellung auf Elektromobilität für Pkw und kleine Transporter. Im Jahr 2025 waren 20 Prozent mehr Elektroautos auf norwegischen Straßen unterwegs als im Vorjahr. Elektroautos machten 95 Prozent der neu zugelassenen Pkw aus.
Treibhausgasemissionen nach Branche in Norwegen

Öl- und Gasförderung als größte Quelle von Treibhausgasemissionen
Die größte Quelle von Treibhausgasemissionen in Norwegen ist die Öl- und Gasförderung. Diese Branche verursacht fast ein Viertel der Gesamtemissionen. Die Emissionen sanken im Vergleich zu 2024 um 0,9 Prozent, was einer Abflachung des bisherigen Abwärtstrends entspricht. Es gab einen leichten Anstieg der Emissionen auf dem Kontinentalschelf, während die Emissionen von Onshore-Anlagen zurückgingen. Die Klimaschutzmaßnahmen in diesem Sektor bestanden im Wesentlichen aus der Elektrifizierung mit Landstrom oder Offshore-Windkraft sowie der Reduzierung des Abfackelns von Erdgas. Einige zuvor geplante Projekte zur Umstellung auf Landstrom wurden aufgrund mangelnder Rentabilität gestoppt (sodir.no).
Anstieg der Industrieemissionen
Die Emissionen aus Industrie und Bergbau stiegen im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 1,6 Prozent. Ein Großteil des Anstiegs lässt sich nach Angaben der Statistikbehörde durch den Stillstand mehrerer Industrieunternehmen im Jahr 2024 erklären. 2025 wurde bei einigen Unternehmen der Betrieb wieder aufgenommen.
Ein Projekt zur Kohlenstoffabscheidung und -speicherung wurde im Jahr 2025 abgeschlossen. Jedoch ist es noch zu früh, um daraus klare Auswirkungen abzuleiten.
Leichter Anstieg der Emissionen in der Landwirtschaft
Im Agrarsektor stiegen die Treibhausgasemissionen zwischen 2024 und 2025 leicht um 0,9 Prozent. Hauptgrund hierfür war der erhöhte Verbrauch von Mineraldünger.
Der Norwegische Naturschutzverband kritisierte das langsame Tempo der Reduzierung der Treibhausgasemissionen. „Wir befinden uns mitten in einer Klimakrise, und die Reduzierung der Treibhausgasemissionen vollzieht sich in einem alarmierend langsamen Tempo. Das zeugt von einem völligen Versagen der Klimapolitik und einem Mangel an Respekt vor internationalen Abkommen“, sagt der Vorsitzende Truls Gulowsen. „Wir müssen unseren internationalen Verpflichtungen nachkommen und den Entwicklungen um uns herum gerecht werden – der Klimawandel verändert unseren Planeten und unser Land. Wir können nicht tatenlos zusehen und uns mit leeren Versprechungen und Zahlen herausreden.“
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Der jährliche Klimastatus- und Klimaplan der Regierung zeigt den aktuellen Stand zur Erreichung der Klimaziele der Regierung auf. Ein aktualisierter Plan wird zusammen mit dem Staatshaushalt im Oktober dieses Jahres vorgelegt.
Die Zahlen von Statistics Norway sind vorläufig. Die endgültigen Zahlen für 2025 werden gegen Ende des Jahres vorliegen.
