
Oslo, 7. Februar 2026. Der Nachrichtendienst, der Polizeisicherheitsdienst und die Nationale Sicherheitsbehörde haben heute ihre Bedrohungs- und Risikoanalysen für das Jahr 2026 vorgestellt. Mit den jährlich vorgestellten Dokumenten soll den Norwegern ein besseres Verständnis der Bedrohungen vermittelt werden, denen das Land ausgesetzt ist. Es sei wichtig, die Sicherheit Norwegens zu stärken und Maßnahmen zur Risikominderung zu entwickeln. Diese Analysen würden auch öffentlichen und privaten Unternehmen helfen, ihre eigene Widerstandsfähigkeit zu stärken und damit die norwegischen Sicherheitsinteressen im Einklang mit der Nationalen Sicherheitsstrategie zu festigen, erklärte Justiz- und Sicherheitsministerin Astrid Aas-Hansen.
Verteidigungsminister Tore O. Sandvik erklärte Russland zur größten Bedrohung für die Sicherheit Norwegens und seiner Verbündeten. Russlands Angriff auf die Ukraine stelle eine direkte Bedrohung für Frieden und Sicherheit in ganz Europa dar. Es sei wichtig, dass Norwegen die Ukraine weiterhin unterstützt, damit eine Friedenslösung zu ukrainischen Bedingungen erreicht werden kann.
PST sieht Norwegen vor allem durch Nachrichtendienste bedroht. Ausländische Staaten würden in Norwegen komplexe Mittel einsetzen. Dazu gehören Cyber- und Einflussoperationen, Sabotage, die Anwerbung von Informanten, die Umgehung von Sanktionen und Exportkontrollbestimmungen sowie der Einsatz sicherheitsgefährdender wirtschaftlicher Mittel. Russland, China und Iran würden im kommenden Jahr Operationen in Norwegen durchführen. Sie nutzen dabei vielfältige Methoden, darunter Cyberangriffe, Einflussnahme und die Rekrutierung von Informanten. Dies verkompliziert die Bedrohungslage.
Besonders relevant für Unternehmen ist der Bericht des norwegischen Sicherheitsdienstes NSM. Er gibt konkrete Empfehlungen, wie sich Behörden, Unternehmen und Privatpersonen vor Spionage, Sabotage, Terrorismus und komplexen Bedrohungen schützen können. Der Bericht beschreibt Schwachstellen, die Angreifer auszunutzen versuchen, und Maßnahmen zur Verringerung des Erfolgsrisikos.
„Wenn NSM bei Unternehmen vor Ort ist, stoßen wir auf erhebliche Mängel in der präventiven Sicherheitsarbeit. Diese Schwachstellen treten branchenübergreifend auf. Vielen fehlen aktualisierte Notfallpläne, obwohl wir uns seit Jahren in einer ernsten sicherheitspolitischen Lage befinden“, so NSM-Direktor Arne Christian Haugstøyl. Sicherheitsmanagement sei das wichtigste Instrument zum Schutz vor Angreifern. „Sicherheitsmanagement umfasst alle Aktivitäten, die notwendig sind, um die Vermögenswerte eines Unternehmens vor unerwünschten Vorfällen zu schützen. Dazu gehören digitale und physische Sicherheit, Personensicherheit und Sicherheitskultur“, betong Haugstøyl.
„Ohne Panik sollte jeder vorbereitet sein. Bevölkerung, Wirtschaft und öffentliche Einrichtungen sollten sich mit den Bedrohungs- und Risikoanalysen vertraut machen und angepasste Risikominderungsmaßnahmen entwickeln. Sowohl private als auch öffentliche Einrichtungen müssen Pläne haben, wie sie ihren Betrieb im Krisen- oder Kriegsfall aufrechterhalten können. Die heute vorgestellten Analysen können dabei hilfreich sein“, so Justiz- und Katastrophenschutzministerin Astri Aas-Hansen.
Sehen Sie sich hier die Pressekonferenz zur Vorstellung der diesjährigen Bedrohungsanalysen an.
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