
Oslo, 21. Januar 2026. Die Konzentration auf dem norwegischen Zeitungsmarkt nimmt zu, sei es durch Übernahmen, Partnerschaften oder andere Formen strategischer Kooperation. Das stellt die norwegischen Medienbehörde in einem neuen Bericht über die Entwicklung der norwegischen Medienlandschaft fest. Die drei größten Zeitungsgruppen Norwegens, Amedia, Schibsted und Polaris Media, kontrollierten 2024 74,5 Prozent der Gesamtauflage norwegischer Zeitungen, gegenüber 73,1 Prozent im Jahr 2023. Der Anteil der drei Gruppen an der Gesamtauflage ist laut Angaben der Medienbehörde seit 2020 fast jährlich gestiegen. Die großen Zeitungsgruppen haben ihre Marktposition 2024 weiter ausgebaut. Die Sendervielfalt ist in Norwegen nach wie vor groß.
Die norwegische Medienbehörde hat bisher keine Anzeichen dafür gesehen, dass Übernahmen und Kooperationen auf die Auflösung unabhängiger Redaktionen abzielen. Es sei jedoch wichtig, dass die verstärkte Konsolidierung nicht zu einer zu starken Angleichung der redaktionellen Inhalte führe. Die norwegische Medienbehörde werde die Entwicklungen daher auch künftig genau beobachten, erklärt Mari Velsand, Direktorin der Behörde.
Der Anstieg der konzerneigenen Zeitungen in den letzten fünf Jahren ist hauptsächlich auf Übernahmen der drei größten Medienkonzerne Polaris, Amedia und Schibsted zurückzuführen. Doch es werden auch neue Zeitungen gegründet.
Anteil der drei größten Medienkonzerne an der Gesamtauflage von 2020 bis 2024

Die beiden größten Medienkonzerne, Amedia und Schibsted, erreichten Ende 2024 jeweils einen Marktanteil von 29,1 bzw. 28,1 Prozent. Während Schibsted im nationalen Markt führend ist, dominiert Amedia den Markt für Lokal- und Regionalzeitungen. Polaris Media hat seine Position als drittgrößter Zeitungsverlag des Landes durch mehrere Übernahmen im Jahr 2024 gefestigt und kontrollierte Ende des Jahres 17,3 Prozent der gesamten Zeitungsauflage.
Die Vielfalt der Sender im nationalen Radiomarkt ist stabil. NRK ist mit 66 Prozent täglicher Hörerschaft im Jahr 2024 der größte Sender, gefolgt von P4 mit rund 22 Prozent und Bauer Media mit knapp 12 Prozent. Die Marktanteile der nationalen Radiosender blieben in den letzten Jahren stabil, doch im Jahr 2024 sank der Anteil der Bevölkerung, der täglich Radio hört, und auch die durchschnittliche Hördauer ging zurück.
Der lokale Radiomarkt konzentriert sich zunehmend, und immer mehr Lizenzen befinden sich in den Händen der größten Eigentümer. Zahlen vom Dezember 2025 zeigen, dass bereits 41 Prozent der lokalen Radiolizenzen bei den drei größten lokalen Radiosendern konzentriert sind.
Das größte Lizenzwachstum entfiel auf DAB. Die Entwicklung von DAB sei kostspielig, und es sei daher naheliegend, dass die größten lokalen Radiosender den Großteil dieser Entwicklung vorangetrieben haben, so Velsand. Sie betont, dass sich die lokale Radiobranche in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage befindet und die Betriebseinnahmen im Jahr 2024 auf dem niedrigsten Stand seit dem Pandemiejahr 2020 lagen.
Der traditionelle Fernsehmarkt ist, gemessen an den Zuschauerzahlen, stabil – sowohl hinsichtlich der Anzahl der Eigentümer als auch der Marktanteile. Die norwegischen öffentlich-rechtlichen Sender NRK und TV 2 sind mit Abstand die größten Fernsehsender. Betrachtet man die wöchentliche Nutzung von Streaming-Diensten, sind TV 2 Play und NRK TV zusammen mit Netflix die größten Anbieter.
Die kommerziellen Fernsehsender bieten keine regionalen Fernsehprogramme an; hauptsächlich der staatliche Rundfunk NRK wahrt die regionale Ausrichtung mit regionalen Fernsehsendungen und redaktioneller Präsenz in allen Landkreisen. Die Anzahl der lokalen Fernsehlizenzen im terrestrischen Netz ist nach wie vor gering, und ein Großteil der lokalen Videoinhalte wird auf die Online-Plattformen der Lokalzeitungen verlagert.
Bei der Fachpresse ist die Vielfalt der Herausgeber groß: Im Jahr 2024 zählte die Fachpresse 239 Mitgliedspublikationen, die sich auf 198 verschiedene Eigentümer verteilten. Die Eigentümer der Fachpresse reichen von professionellen Mediengruppen über große Gewerkschaften bis hin zu kleineren Interessenorganisationen.
