
Oslo, 11. Dezember 2025. Die norwegische Eisenbahndirektion Jernbanedirektoratet hat beschlossen, den Betrieb der Flåmbahn nach Ablauf des aktuellen Vertrags mit dem staatlichen Bahnunternehmen Vy im Dezember 2027 nicht weiterzuführen. Sie bat in einer EU-Ausschreibung private Zugbetreiber um Informationen, inwiefern Interesse an einem kommerziellen Betrieb der Flåmbahn besteht.
„Die Flåmbahn ist sehr profitabel und hat auch in der Nebensaison großes Potenzial für weiteres Verkehrswachstum. Wir haben einen Marktdialog mit den Eisenbahnunternehmen geführt, und dieser zeigt, dass wirtschaftliches Interesse an einem ganzjährigen Betrieb der Strecke besteht“, sagt Erik Lund, Abteilungsleiter bei der Norwegischen Eisenbahndirektion.
Lund erklärt, dass die norwegische Eisenbahndirektion künftig stärker als bisher die Bereitschaft und Fähigkeit des Marktes zur Durchführung des kommerziellen Personenverkehrs im Einklang mit den aus dem EWR-Abkommen resultierenden Vorschriften bewerten muss.
Reisende sollen ganzjährig ein gutes Angebot vorfinden. Sollte sich herausstellen, dass der Güterverkehr nicht ausreichend aufrechterhalten wird, kann die norwegische Eisenbahndirektion Maßnahmen zur Sicherung des Angebots einleiten, heißt es in einer Pressemitteilung.
„Wir werden die Entwicklung des Zugverkehrs beobachten und eingreifen, falls sich herausstellt, dass der kommerzielle Betrieb nicht den Bedürfnissen der Gesellschaft entspricht“, sagt Lund.
Faktenbox Flåmbahn
- Vy betreibt die Strecke derzeit in Zusammenarbeit mit lokalen Betreibern (die teilweise im Besitz der Gemeinde und der örtlichen Sparkasse sind).
- Flåmsbana AS erzielte im Jahr 2024 einen Umsatz von 314 Millionen Kronen und einen Gewinn von 118 Millionen Kronen.
- Im Jahr 2024 gab es 956.000 Fahrten, von denen etwas mehr als die Hälfte die Flåmbahn als reines touristisches Erlebnis nutzten.
- Rund zweieinhalb Prozent aller Reisen mit Ambassador Cards finden im Inland statt.
- Es besteht ein kommerzielles Interesse am ganzjährigen Betrieb der Strecke, wie der vom norwegischen Eisenbahndirektorat geführte Marktdialog zeigt.
- Im Oktober 2027 wird Bane NOR entscheiden, wer ab Dezember 2027 den Betrieb übernehmen darf.
- Ein gewerblicher Betreiber muss seine eigenen Züge beschaffen und eine Betriebserlaubnis für die Strecke beantragen.
