ESA und Norwegen prüfen Aufbau eines arktischen Raumfahrtzentrums in Tromsø

Norwegens Handels- und Industrieministerin Cecilie Myrseth und ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher bei der Unterzeichnung einer Absichtserklärung zum Aufbau eines ESA-Arktis-Raumfahrtzentrums©ESA

Bremen, 27. November 2025. Die Europäische Weltraumorganisation hat mit Norwegen auf der Ministerratstagung in Bremen eine Absichtserklärung unterzeichnet, die den Aufbau eines neuen ESA-Arktis-Raumfahrtzentrum in Tromsø vorsieht. Die Norwegische Raumfahrtagentur (NOSA) soll eine gemeinsame Expertengruppe einrichten, die bis Ende 2026 einen Vorschlag für den Aufgabenbereich des Zentrums, die thematischen Prioritäten, das Governance-Modell und den Zeitplan für die Umsetzung vorlegt. Abhängig von der Ausgestaltung des operativen Aufgabenbereichs soll das ESA-Arktische Raumfahrtzentrum insbesondere in den Bereichen Erdbeobachtung, Navigation und Telekommunikation tätig sein und eng mit Akteuren in der gesamten Arktisregion zusammenarbeiten.

Norwegen ist seit 1987 Mitgliedstaat der ESA und beteiligt sich an einer Vielzahl von ESA-Programmen. Obwohl Norwegen kein Mitglied der Europäischen Union ist, nimmt das Land über ein Zusatzabkommen des Europäischen Wirtschaftsraums EWR an den Programmen Copernicus und Galileo teil. 

Tromsø beherbergt bereits die Missionskontrolle für den Arktischen Wettersatelliten (AWS). Der im August 2024 gestartete AWS demonstriert, wie eine Konstellation polarumlaufender Satelliten die kurzfristigen Wettervorhersagen für die Arktis und die Welt verbessern kann. Zahlreiche weitere wissenschaftliche und technologische Organisationen sind in Tromsø ansässig, darunter das Sekretariat des Arktischen Rates, das Norwegische Polarinstitut, ein Campus der Arktischen Universität Norwegens, das ESA Arctic PhiLab und ein ESA-Gründerzentrum sowie mehrere Forschungs- und Entwicklungsinstitute, die in den Bereichen Meeresbiotechnologie, Medizin, Weltraumwetter und Nachhaltigkeit tätig sind.  

Die Arktis sei ein wichtiges wissenschaftliches Ökosystem und zugleich von großer wirtschaftlicher und geopolitischer Bedeutung. In dieser Region sei der Klimawandel besonders ausgeprägt; die Erwärmungsrate sei hier bis zu viermal höher als im Rest der Erde, heißt es in einer Pressemitteilung der ESA. Weltraumgestützte Technologien und Dienstleistungen könnten dazu beitragen, den Klimawandel zu überwachen und abzuschwächen und gleichzeitig nachhaltige Entwicklung, zivile Sicherheit und Energiemanagement in der Region zu fördern.

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