
Asker, 5. November 2025. Områ, ein Joint Venture zwischen der TOMRA Systems ASA und der gemeinnützigen Organisation Plastretur, hat in Holtskogen unweit von Oslo eine neue nationale Anlage zur Sortierung aller Arten alter Kunststoffverpackungen eröffnet. Sie dient als Annahmestelle für Kommunen und Unternehmen der Abfallwirtschaft, die die Einführung der automatisierten gemischten Abfallsortierung (MWS) in Betracht ziehen. Diese Technologie sei ein entscheidender Schritt zur Steigerung der Recyclingquoten, ohne sich ausschließlich auf die getrennte Sammlung von Haushaltsabfällen zu verlassen. Damit beginne ein neues Kapitel für die Kreislaufwirtschaft von Kunststoffen in Europa – einschließlich Kunststoffen, die bisher nicht recycelt werden konnten und verbrannt werden mussten, teilt Tomra mit.
Die Anlage hat die Kapazität zur Verarbeitung von 90.000 Tonnen alten Kunststoffverpackungen pro Jahr. Sie werden in einheitliche Polymerfraktionen aufbereitet, die zum Recycling geeignet sind. Mit einer sensorgestützten Technologie können gemischte Kunststoffabfälle in zehn separate Monofraktionen sortiert werden – darunter Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polyethylenterephthalat (PET), Polystyrol (PS) und andere. Dies ermöglicht eine verbesserte Rückgewinnung und höhere Recyclingquoten.
„Områ ist mehr als nur eine Anlage – sie ist ein fehlendes Glied in Europas Kreislaufwirtschaft“, sagte Tove Andersen, Präsidentin und CEO von TOMRA. „Diese Anlage kann alle Haushaltsverpackungsabfälle aus Kunststoff in Norwegen entgegennehmen und in recycelbare Fraktionen umwandeln und schließt damit den Kunststoffkreislauf. Sie ist ein wichtiger Infrastrukturbaustein, der eine zuverlässige Abnahme für Anlagen zur Sortierung gemischter Abfälle gewährleistet und dazu beitragen kann, mehr Ressourcen aus getrennt gesammelten Materialien zurückzugewinnen.“

Bis 2030 schreibt die EU gemäß der kommenden PPWR vor, dass mindestens 55 Prozent der Kunststoffverpackungsabfälle recycelt, das heißt gesammelt und in großem Umfang wiederverwertet werden müssen. Derzeit wird in Norwegen etwa ein Drittel der Abfälle von Kunststoffverpackungen wird recycelt; der Rest wird größtenteils verbrannt.
„Områ sendet ein klares Signal an die Kommunen und die gesamte Wertschöpfungskette: Es gibt nun einen skalierbaren, qualitativ hochwertigen Weg für Kunststoffverpackungen“, sagte Karl Johan Ingvaldsen, CEO von Plastretur. „Die Anlage bietet die notwendige Infrastruktur, um die Recyclingziele der EU zu erreichen, und unterstützt unser gemeinsames Ziel, eine echte Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe aufzubauen.“

2023 hatten die Organisation Plastretur (35 Prozent) und das Unternehmen Tomra (65 Prozent) ein Joint Venture zum Bau der Anlage mit dem Markennamen Områ gegründet. Plastretur sammelt gebrauchte Kunststoffverpackungen in ganz Norwegen und transportiert sie zur Sortieranlage Områ. Tomra ist ein auf die Optimierung von Ressourcen spezialisiertes, weltweit tätiges Unternehmen.
Der Name Områ (ausgesprochen „ohm-rau“) wurde gewählt, um den Zweck des Projekts zu verkörpern: Im Norwegischen vermittelt er die Idee von „Nachdenken über“ und „Sich kümmern um“ – was ein bewusstes Engagement für Ressourcenverantwortung und bewusste Entscheidungsfindung widerspiegelt, wie es in einer Pressemitteilung heißt.
Betreiber der Anlage ist Stena Recycling.
