Norwegens Hauspreise landesweit um 44,6 Prozent gestiegen

Kleine Häuser und Einfamilienhäuser verteuerten sich in den vergangenen zehn Jahren um 45,0 bzw. 40,2 Prozent.©BPN

Oslo, 1. Juli 2025. In den letzten zehn Jahren sind die Immobilienpreise in Norwegen landesweit um 44,6 Prozent gestiegen. Das geht aus dem dem Preisindex für gebrauchte Immobilien des norwegischen Statistikamtes SSB hervor. Im Vergleich dazu stieg der Verbraucherpreisindex um 33,6 Prozent.  Betrachtet man die verschiedenen Wohnungstypen genauer, so verzeichneten Mehrfamilienhäuser im Zeitraum von 2015 bis 2024 den größten Preisanstieg von 53,9 Prozent. Kleine Häuser und Einfamilienhäuser verteuerten sich in diesem Zehnjahreszeitraum um 45,0 bzw. 40,2 Prozent. 

Der Immobilienpreisindex für gebrauchte Immobilien setzt sich aus elf regionalen Indizes zusammen. Die Statistik zeigt, dass die Preise für Häuser in der Region Oslo und Bærum in den letzten zehn Jahren am stärksten zugelegt haben. Dort verzeichneten Mehrfamilienhäuser mit 66,1 Prozent den stärksten Preisanstieg. Die Preise für kleine Häuser und Einfamilienhäuser stiegen in der Hauptstadtregion um 58,7 bzw. 56,6 Prozent.

Von den elf Regionen verzeichnete Stavanger in den letzten zehn Jahren den geringsten Anstieg der Immobilienpreise. Die Preise für Einfamilienhäuser stiegen um 21,0 Prozent, für kleine Häuser um 26,6 Prozent und für Mehrfamilienhäuser um 31,3 Prozent. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Region Stavanger besonders stark vom Ölpreisverfall im Jahr 2014 betroffen war und 
viele Arbeitsplätze in der Ölindustrie verloren gingen. Der Ölpreisverfall führte zu einer geringeren Zuwanderung, und die regionale Nachfrage nach Wohnraum ließ allmählich nach.

Im Jahr 2024 weist Oslo mit einem Median von 5,4 Millionen NOK das mit Abstand höchste Preisniveau auf. In den anderen Städten liegen die Medianpreise zwischen 3,7 und 4,1 Millionen NOK.

Die meisten norwegischen Haushalte leben in einem Eigenheim. Laut der Statistik „Wohnbedingungen, registerbasiert besaßen im Jahr 2023 81,6 Prozent der Haushalte ein Eigenheim. Hypotheken machen oft einen großen Teil des Haushaltsbudgets aus, und die Entwicklung der Immobilienpreise bereitet vielen Norwegern Sorgen.

Die Immobilienpreise werden maßgeblich durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Kurzfristig werden die Immobilienpreise davon beeinflusst, wie viele Menschen ein Haus kaufen möchten und wie viele Häuser es gibt. In Gegenden, in denen viele Menschen kaufen möchten, aber nicht genügend Häuser vorhanden sind, steigen die Preise. Der Bau neuer Häuser braucht Zeit, daher wird es einige Zeit dauern, bis das Angebot an den Bedarf angepasst werden kann. Wie die letzten Jahre gezeigt haben, können hohe Baukosten die Bautätigkeit zusätzlich bremsen.

Die Nachfrage wird von mehreren Faktoren beeinflusst. Haushaltseinkommen und Zinssätze sind zwei der wichtigsten Nachfragetreiber. Steigen die Einkommen und sinken die Zinssätze, steigt die Kaufkraft. Steigen die Zinssätze und werden Kredite teurer, können sich weniger Menschen ein Eigenheim leisten. Darüber hinaus wird die Nachfrageseite von der Kreditvergabepraxis der Banken und den Erwartungen der Haushalte hinsichtlich der zukünftigen Immobilienpreise beeinflusst.

Demografische Veränderungen – wie Bevölkerungswachstum, Urbanisierung und veränderte Wohnpräferenzen – setzen den Wohnungsmarkt insbesondere in zentralen Lagen zusätzlich unter Druck.

Lesen Sie hier den ganzen Artikel. Autoren: Mona TaklePer Medby


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