
Oslo, 5. Juni 2025. Den beiden norwegischen Rohstoff-Projekten Nussir ASA und Norgraph AS wurde von der Europäischen Kommission der Status als strategische Projekte zuerkannt. Beide Unternehmen stehen auf der Liste mit 13 Unternehmen, die im Bereich kritischer Rohstoffe in Drittländern und in überseeischen Ländern als strategische Projekte ausgewählt wurden. Der norwegische Naturschutzbund übt scharfe Kritik daran, dass das Bergbauprojekt am Repparfjord in der Finnmark auf der Liste der genehmigten strategischen Bergbauprojekte der EU steht. Er kündigt an, gegen diese Entscheidung bei der EU-Kommission Berufung einzulegen.
Die Unternehmen auf der Liste erhalten entsprechend dem Gesetz für kritische Rohstoffe (Critical Raw Materials Act CRMA) Zugang zu EU-Instrumenten wie Finanzierungs- und Netzwerkberatung – in Norwegen allerdings erst, wenn das EU-Gesetz in das EWR-Abkommen aufgenommen wird. Nach Angaben der EU benötigen die 13 Rohstoff-Unternehmen eine Gesamtinvestition von 5,5 Milliarden Euro, um ihren Betrieb aufnehmen zu können. 47 weitere Vorhaben zur Erschließung und Verarbeitung kritischer Rohstoffe werden in EU-Ländern gefördert.
Wie die EU-Kommission mitteilt, wurden die ausgewählten strategischen Projekte von unabhängigen Experten geprüft, um sicherzustellen, dass sie die im Gesetz über kritische Rohstoffe festgelegten Kriterien erfüllen, insbesondere hinsichtlich Umwelt-, Sozial- und Governance-Standards sowie der technischen Machbarkeit. Darüber hinaus müssen die Projekte für beide Seiten von Nutzen sein und sowohl der EU als auch den betreffenden Drittländern Vorteile bringen.

Nussir ASA erhielt 2019 eine Betriebslizenz für die Kupferlagerstätte Repparfjord in der Finnmark. Hier soll eine der größten Kupferminen Europas entstehen. Gegen die Rohstoffförderung in der Region hat es in Norwegen starken Widerstand seitens der Umweltverbände und der samischen Bevölkerung gegeben. Ein beteiligtes Unternehmen und eine Bank haben sich aus dem Projekt zurückgezogen. Daraufhin suchte Nussir einen Käufer für die Mine. Im Jahr 2025 wurde Nussir ASA von der kanadischen Firma Blue Moon Metals übernommen, die das Projekt nun leitet.
Das Norgraph-Projekt unter der Leitung von GreenRoc Strategic Materials PLC (GreenRoc) plant den Bau einer Industrieanlage im norwegischen Eyde Materials Park. Ziel ist die Herstellung von aktivem Anodenmaterial (AAM) durch die Verarbeitung von hochwertigem Graphitkonzentrat aus der Amitsoq-Mine in Grönland. Das Projekt soll einen wesentlichen Beitrag zur Versorgung der EU mit batterietauglichem Graphit leisten.
Rare Earths Norway AS (REN) hatte sich ebenfalls um einen Platz auf der Liste beworben, wurde aber bei der Auswahl nicht berücksichtigt. Nach eigenen Angaben beherbergt das Unternehmen mit dem Fen-Karbonatitkomplex die größte Lagerstätte an Seltenerdelementen Kontinentaleuropas.
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