
Washington, 24. April 2025. Oslo, 14. April 2025. Norwegens Premierminister Jonas Gahr Støre und Finanzminister Stoltenberg trafen sich am 24. April mit US-Präsident Donald Trump. Schon beim ersten Handschlag im Blitzlichtgewitter der Presse äußerte sich Trump überschwänglich über seine Besucher. Støre bezeichnete er als einen großen Freund, Stoltenberg lobte er in den höchsten Tönen: Der Mann habe als NATO-Generalsekretär einen fantastischen Job gemacht. „Es ist eine große Ehre, den angesehenen Premierminister des Königreichs Norwegen heute hier zu haben“, sagte Trump.
Noch vor dem gemeinsamen Mittagessen im Weißen Haus ließ Trump Fragen der Journalisten zu. Bezüglich des russischen Angriffs auf die Ukraine wiederholte er, dass dieser „lächerliche Krieg“ beendet werden müsse. 2.500 junge Soldaten aus Russland und der Ukraine würden pro Woche sterben. Beide Seite würden Frieden wollen. Auf die Frage, wie lange Trump sich mit dieser Frage noch befassen werde, sagte er: „Ich habe meine eigene Deadline“. Støre lobte Trump für seine Bemühungen, den Krieg in der Ukraine zu beenden. „Wir brauchen einen Waffenstillstand und müssen Leben retten. Daran werden wir gemeinsam arbeiten, und ich freue mich auf detaillierte Gespräche.“

Trump lobte Norwegen als „gutes Land mit guten Leuten“. Die NATO sei sehr wichtig für die USA, die Zusammenarbeit mit Stoltenberg sei gut gelaufen. Norwegen sei ein guter Alliierter und ein großer Freund.
Beim strittigen Thema Handel aber machte Trump von Anfang an seine Position klar. „Jedes Land hat einen Handelsüberschuss gegenüber den USA“, sagt der Präsident. Norwegens Premier hatte im Vorfeld des Besuches geäußert, dass er Trump davon überzeugen wolle, dass der Handel zwischen den USA und Norwegen ausgeglichen sei.
Allerdings bezeichnete Trump die Norweger auch als gute „Dealmaker“. Das Land sei gut gemanagt.
In einem kurzen Statement zu Beginn der Pressekonferenz fasste Støre die Themen zusammen, über die hinter verschlossenen Türen geredet wurde: die Zusammenarbeit in der Arktis, der Krieg in der Ukraine und wirtschaftliche Fragen.
Das Interesse der Journalisten galt in erster Linie den Friedensverhandlungen im Ukrainekrieg. Neue Aspekte kamen nicht zur Sprache. Schon seit einigen Tagen beschuldigt Trump die Ukraine, sich 2014 nicht gegen den Einmarsch Russlands auf der Krim gewährt zu haben. In dieser Zeit habe Barack Obama als Präsident im Weißen Haus gesessen und die Ukraine habe nichts gegen den Einmarsch unternommen.
Støre erklärte, dass das Engagement der USA wichtig für die Beendigung des Krieges sei. Beiden Seiten müssten nun liefern. Er wies darauf hin, dass Europa und die USA in diesem Bereich zusammenarbeiten sollten. Es habe im Gespräch mit Trump hierzu eine gute Diskussion gegeben. Stoltenberg sagte: „Wir hatten eine gute und umfassende Diskussion über die Ukraine und den Weg zum Frieden. Wir zollen Ihnen unseren Respekt für Ihren Einsatz für den Frieden. Gleichzeitig müssen wir die Ukraine weiterhin unterstützen, und deshalb bin ich stolz darauf, dass Norwegen seine militärische Unterstützung für die Ukraine verdreifacht hat und dass wir der Ukraine in diesem Jahr acht Milliarden US-Dollar zur Verfügung stellen werden. Es wird ihre Position am Verhandlungstisch stärken.“
Bezüglich der Zollbestimmungen betonte Trump, dass es im Handel zwischen Norwegen und den USA keinerlei Probleme gebe. Der Handel würde beiden Seiten nutzen, es gebe eine gute Partnerschaft in diesem Bereich. Auf die Frage, ob Norwegen mehr in den USA einkaufen sollte, antwortete Trump: „Wenn sie etwas brauchen, was wir haben – ja.“ Aber er habe das Gefühl, dass Norwegen keinen Schnee und keine Medaillengewinner im Skifahren brauche. Das hätten sie selbst.
Sowohl Støre als auch Stoltenberg hatten kurz Gelegenheit darauf hinzuweisen, dass Norwegen etwa die Hälfte seines Staatsfonds in Aktien und festverzinsliche Anleihen in den USA investiert. Dies zeige, dass Norwegen großes Vertrauen in das Land habe. Stoltenberg bot seine Unterstützung an, sollten die USA am Aufbau eines solchen Fonds interessiert sein.
Støre lud Trump nach Norwegen ein. Der amerikanische Präsident nahm die Einladung an. Er mag die Norweger, er respektiere den König und mag die Regierung, erklärte Trump. Als Gastgeschenk übergab der norwegische Premierminister ein Foto des damaligen Prinzen Harald, wie er in den Vereinigten Staaten den Hund von Franklin D. Roosevelt füttert. König Harald lebte mit seiner Familie von seinem dritten bis zu seinem achten Lebensjahr in Washington, D.C., teilweise im Weißen Haus.
„Das Geschenk ist, vereinfacht gesagt, ein Kinderbild und ein Brief von mir an Trump, der diese Geschichte erzählt und Ausdruck der historischen Freundschaft zwischen Norwegen und den USA ist“, sagt Støre gegenüber E24.
Der Premierminister erklärte im Anschluss an die Begegnung mit Trump: „Es war ein gutes und ausführliches Treffen mit US-Präsident Donald Trump. Das Treffen hat bestätigt, dass die Vereinigten Staaten für Norwegen wichtig sind, aber auch, dass Norwegen für die Vereinigten Staaten wichtig ist.“
Bezüglich der Zölle wies Finanzminister Jens Stoltenberg darauf hin, dass das Treffen kein Verhandlungstreffen über Zölle war. Erhöhte Zölle seien schlechte Nachrichten für die Weltwirtschaft und eine kleine, offene Volkswirtschaft wie Norwegen. Norwegen erhebe niedrige Zölle gegenüber den USA und der Handel mit den USA sei ausgeglichen.
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