Norwegen verschärft Klimaziele bis 2035

Zeitpläne für den Ausstieg aus der Nutzung fossiler Brennstoffe.©Klimabericht der Regierung

Oslo, 10. April 2025. Norwegen will die Treibhausgasemissionen bis 2035 um mindestens 70 bis 75 Prozent gegenüber 1990 senken. Der Vorschlag basiert auf Norwegens aktuellem Pariser Ziel der Reduzierung der Emissionen um mindestens 55 Prozent bis 2030. Am 26. Juni wurde das neue Klimaziel bei der UNO eingereicht. Entsprechende Vorschläge, wie das erreicht werden soll, hat Klima- und Umweltminister Andreas Bjelland Eriksen dem Storting mit dem Klimabericht „Auf dem Weg zu einer emissionsarmen Gesellschaft“ übergeben. Sie sind eine Kombination aus nationalen Emissionskürzungen, einer Zusammenarbeit mit der EU und dem Kauf von Emissionsreduktionen außerhalb der EU/des EWR. Bis 2050 will Norwegen eine emissionsarme Gesellschaft sein. Zusätzlich legt die Regierung mit einem entsprechenden Gesetzentwurf den Rahmen für die Klimapolitik bis 2035 fest.

Im Jahr 2025 werden alle Länder der UNO neue Klimaziele vorlegen. Dies steht im Einklang mit dem Pariser Abkommen. Norwegen wird das neue Klimaziel im Klimagesetz gesetzlich verankern und es der UNO melden, nachdem das Storting es geprüft hat.

In der Ankündigung der neuen Klimaziele legt die Regierung als neues Instrument Zeitpläne für den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen fest. Bisher wurden Zeitpläne erstellt, bis wann die Emissionen aus fossilen Brennstoffen und dem Straßenverkehr in Richtung Null-Emissionen gesenkt werden können. Rund zwei Drittel der norwegischen Emissionen stammen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe.

„Wir werden systematisch daran arbeiten, diese Emissionen zu eliminieren. Die Zeitpläne werden der Geschäftswelt mit der Zeit mehr Vorhersehbarkeit bieten“, sagt Bjelland Eriksen. Darüber hinaus sollen neue Instrumente für die Arbeit der Kommunen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen eingeführt werden. Dies sei insbesondere in Großstädten mit erheblichen Emissionen wichtig.

Dies sind einige der Bericht enthaltenen Maßnahmen:

  • Kommunen können künftig Klimaanforderungen für private und öffentliche Bauvorhaben festlegen.
  • Kommunen erhalten die Möglichkeit, sogenannte Null-Emissionszonen einzurichten, also abgegrenzte Bereiche, die für Elektro- und Wasserstofffahrzeuge reserviert sind.
  • Die Klimaprämie wird bis zum Jahr 2030 fortgeführt.
  • Ein neues Gesetz zur Lebensmittelverschwendung.
  • Erarbeitung eines langfristigen Klimaziels für den Wald.
  • Noch vor dem Sommer will die Regierung einen Entwurf für ein Bauverbot auf Mooren zur Konsultation vorlegen.
  • Die Regierung will eine Flächensteuer und ein Ziel für Emissionen infolge natürlicher Eingriffe prüfen.

Die Regierung wird den Klimabericht und die konkreten Maßnahmen durch den jährlich vorgelegten Klimastatus und -plan weiterverfolgen.

Lesen Sie den Gesetzentwurf zur Änderungen des Klimagesetzes (Klimaziele für 2035)

Klimapolitik auf dem Weg zur emissionsarmen Gesellschaft

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