
Oslo, 31. März 2025. Am 31. März hat das norwegische Energieunternehmen Equinor das Ölfeld „Johan Castberg“ in der Barentssee in Betrieb genommen. Das Feld wird 30 Jahre lang produzieren, teilt Equinor mit. In Spitzenzeiten könne „Johan Castberg“ 220.000 Barrel Öl pro Tag produzieren, die förderbaren Mengen werden auf 450 bis 650 Millionen Barrel geschätzt. „Johan Castberg“ ist das zweite Ölfeld in der Barentssee und das nördlichste Feld Norwegens. Die Feldentwicklung basiert auf einem Produktionsschiff, das an ein ausgedehntes Unterwasserfeld mit insgesamt 30 Bohrungen angebunden ist, die auf zehn Bohrschablonen und zwei Satellitenstrukturen verteilt sind.
„Das ist ein besonderer Tag. Das Johan-Castberg-Feld wird in den nächsten 30 Jahren entscheidende Energie liefern, Wert schaffen, positive Auswirkungen haben und Arbeitsplätze schaffen. Wir gehen davon aus, dass sich diese bedeutende Feldentwicklung mit Kosten von 86 Milliarden NOK (2024) in weniger als zwei Jahren amortisieren wird“, sagt Geir Tungesvik, Equinors Executive Vice President für Projekte, Bohrungen und Beschaffung.
Zwölf der insgesamt 30 Bohrlöcher sind produktionsbereit. Das reiche aus, um das Feld im zweiten Quartal 2025 auf das erwartete Plateau der Produktion zu bringen.
„Johan Castberg eröffnet eine neue Region für die Ölförderung und wird weitere Möglichkeiten in der Barentssee schaffen. Wir haben in diesem Gebiet bereits neue Entdeckungen gemacht und werden gemeinsam mit unseren Partnern weiter forschen. Wir haben Optionen identifiziert, um 250 bis 550 Millionen neue förderbare Barrel Öl über Johan Castberg zu gewinnen“, sagt Kjetil Hove, Equinors Executive Vice President für Exploration & Production Norway.
Die norwegische Zulieferindustrie hat in der Entwicklungsphase über 70 Prozent der Lieferungen an das Projekt übernommen. Im Betrieb soll dieser Anteil auf über 95 Prozent steigen, wobei der nordnorwegische Anteil über 40 Prozent beträgt. Jeder dritte Mitarbeiter an Bord der FPSO lebt in Nordnorwegen. 84 Prozent der Einnahmen aus dem Feld fließen über Steuern und direkte staatliche Beteiligungen an den norwegischen Staat.
Die Versorgungsbasis und der Hubschrauberstützpunkt des Feldes befinden sich in Hammerfest und werden vom Equinor-Büro in Harstad aus betrieben. Insgesamt werden 30 Bohrungen auf dem Johan-Castberg-Feld durchgeführt. Die Bohrarbeiten werden voraussichtlich bis Ende 2026 fortgesetzt, was zu erheblichen Aktivitäten in Hammerfest führen wird, heißt es in einer Pressemitteilung.
Lizenznehmer sind die Unternehmen Equinor Energy AS (Betreiber) mit einem Anteil von 46,3 Prozent, Vår Energi ASA mit 30 Prozent und Petoro AS mit 23,7 Prozent. Das Johan-Castberg-Feld basiert auf den Entdeckungen Skrugard, Havis und Drivis, die zwischen 2011 und 2014 gemacht wurden. Es liegt ca. 100 Kilometer nördlich des Snøhvit-Feldes in der Barentssee in den Blöcken 7219/9 und 7220/4, 5 und 7, etwa 150 Kilometer von Goliat und rund 240 Kilometer von Melkøya entfernt. Die Wassertiefe beträgt 360–390 Meter, Skrugard und Havis sind sieben Kilometer voneinander entfernt.
