
Oslo, 9. August 2024. Im März vergangenen Jahres hat die norwegische Straßenverwaltung Statens vegvesen umfangreiche Bauarbeiten im Lærdal-Tunnel angekündigt, die in der zweiten Jahreshälfte 2024 beginnen sollten. Inzwischen teilt die Behörde mit, dass die Vorarbeiten erst im Jahr 2025 erfolgen sollen, die Arbeiten im Tunnel selbst werden Anfang 2026 starten. Wie norwegische Medien berichten, unter anderem Byggeindustrien und TU.no, hat die Straßendirektion den Aktionsplan für den Ausbau des Lærdal-Tunnels nicht genehmigt. Nach den jetzigen Plänen würden Fluchtwege auch nach dem Umbau den Tunnelsicherheitsvorschriften nicht genügen, heißt es in der Ablehnung. Die Behörde soll weiter daran arbeiten, den Anforderungen der Tunnelsicherheitsverordnung (Gesetzesdaten) gerecht zu werden. Der Lærdaltunnel ist mit einer Länge von 24.509 Metern der längste Straßentunnel der Welt.
„Die Voraussetzung für den Ausbau des Lærdal-Tunnels ist, dass er die Anforderungen der Tunnelsicherheitsvorschriften erfüllen muss, und daran arbeiten wir“, sagt Marius Slinde, amtierender Projektleiter in der Entwicklungsabteilung der norwegischen öffentlichen Straßenverwaltung gegenüber Bygg.no.
Der Tunnel wurde im Jahr 2000 fertiggestellt und ist Teil des Transeuropäischen Verkehrsnetzes. Durchschnittlich fahren täglich etwa 2.000 Fahrzeuge durch den Tunnel mit einem Schwerverkehrsanteil von 26 Prozent. Der Tunnel liegt in den Gemeinden Aurland und Lærdal.

Die Arbeiten umfassen unter anderem:
- Bau neuer technischer Gebäude im Tunnel – insgesamt 24
- Sprengung und Sicherung der Felsräume für diese Gebäude
- Einrichtung von Notfalltaschen an allen technischen Gebäuden
- Erweiterung der Wendenischen im Tunnel
- Notruf mit Telefon und Feuerlöschern alle 250 Meter
- Kameraüberwachung
- DAB-Radio mit Gesprächsmöglichkeit
- Neue Barrieren und Schilder
- Neue Beleuchtung und Orientierungslichter
- Notfallnetzwerk
- Neue und verbesserte Belüftung im Tunnel
- Neue Abluftventilatoren für die Entlüftung nach Tynjadalen
- Reinigungsbecken zum Waschen von Wasser und zum Ausscheiden giftiger und brennbarer Flüssigkeiten
Aufgrund der hohen Spannungen im Gestein durch den Lærdal-Tunnel werden die Arbeiten an diesem Tunnel besonders anspruchsvoll sein, teilt die öffentliche Straßenbehörde mit.
Derzeit werde an Regulierungsplänen gearbeitet, um die Aufstellung von Kolonnen und die Massenspeicherung in den betroffenen Gemeinden Aurland und Lærdal sicherzustellen. Ziel sei es, dass die Gesteinsmassen in den kommenden Jahren von den Kommunen genutzt und verwaltet werden können.
Aufgrund der zeitlichen Planungsabklärungen zu den oben genannten Rahmenbedingungen und der Tatsache, dass die Auftragsvergabe anspruchsvoll sein wird, sei mit dem eigentlichen Tunnelausbau voraussichtlich erst Ende 2025 zu rechnen. Zuerst müssten Stellplätze für schwere Fahrzeuge geschaffen werden. Damit soll noch 2024 begonnen werden.
Nach Abschluss der schwersten Spreng- und Sicherungsarbeiten sei eine Verkehrsdurchfahrt parallel zu den Bauarbeiten in den Nachtstunden in größerem Umfang möglich, eine kontinuierliche Stilllegung außer tagsüber sei jedoch nicht zu erwarten.
