Oslo und Akerhus einigen sich auf Verkehrspaket: Höhere Maut für Verbrenner und E-Autos

Die Mautgebühren in Oslo steigen ab 2025 weiter. Emissionsfreie Lkw und Transporter sind bis 2030 von der Maut befreit.©Knut Opheide / SVV 

Oslo, 24. Mai 2024. Die Gemeinde Oslo und der Bezirksrat Akershus haben sich auf eine Verlängerung des Oslo-Verkehrspakets 3 bis 2045 geeinigt. Die Vereinbarung legt Prioritäten in den Bereichen Wartung und Erneuerung fest und benennt Projekte, die in den kommenden Jahren priorisiert werden sollen. Zur Finanzierung der Vorhaben werden unter anderem die Mautgebühren sowohl für Verbrenner als auch für E-Autos ab 2025 erhöht. Das angepasste Projektportfolio hat einen Gesamtrahmen von 93,2 Milliarden NOK für den Zeitraum 2025-2045. Die Mautgebühren werden weiterhin zu 60 Prozent auf Oslo und zu 40 Prozent auf Akershus verteilt. Die Vereinbarung muss abschließend vom Stadtrat in Oslo und dem Bezirksrat in Akershus genehmigt werden. 

Die große Zahl an emissionsfreien Fahrzeuge im Mautring sei zwar sehr positiv, habe aber zu geringeren Einnahmen geführt, teilt die Straßenbehörde Statens vegvesen mit. Nun sei eine Einigung über Tarifvorschläge erzielt worden, die die Mittel für wichtige Maßnahmen in den kommenden Jahren sichern sollen.

Die Maut für Elektroautos und für Benzin- und Diesel-Pkw wird ab 1. Januar 2024 um jeweils 3 NOK außerhalb der Hauptverkehrszeit erhöht. Der Standardtarif für Elektroautos beträgt dann 19 NOK außerhalb der Hauptverkehrszeit. In der Hauptverkehrszeit wird die Maut von 23 NOK auf 25 NOK steigen. Im Jahr 2026 werden die Tarife außerhalb der Hauptverkehrszeit dann um weitere 1 NOK und während der Hauptverkehrszeit um 2 NOK erhöht.  

Der Tarif für Autos mit fossilen Brennstoffen wird ab dem 1. Januar 2025 außerhalb der Hauptverkehrszeit um 3 NOK auf 36 NOK und während der Hauptverkehrszeit um 4 NOK auf 43 NOK erhöht. Im Jahr 2026 werden die Tarife außerhalb der Hauptverkehrszeit um weitere 1 NOK und während der Hauptverkehrszeit um 2 NOK angehoben.  

Elektro-Lkw und Wasserstoff- oder Biogas Transporter sind bis einschließlich 2030 von der Maut befreit. Für schwere fossile Fahrzeuge erhöht sich die Maut ab 2026. 

Ab Jahr 2026 werden neue fossile Pkw dann doppelte Mautgebühren zahlen, sofern das Storting einem solches Instrument zustimmt.

Das Oslo-Paket 3 ist ein Plan für den Straßenausbau, den Betrieb und die Entwicklung des öffentlichen Nahverkehrs in Oslo und Akershus inklusive der entsprechenden Finanzierung. Ziel ist die Entwicklung eines sicheren, umweltfreundlichen, effizienten und zugänglichen Verkehrssystems für eine stark wachsende Region. 

Dies sind die wichtigsten Vorhaben:

  • Schwerpunkt auf Maßnahmen, die zum Nullwachstumsziel und zur Erreichung der Ziele zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen beitragen;
  • Das Hauptaugenmerk liegt auf der Umsetzung initiierter Projekte, der Pflege der Infrastruktur und der Priorisierung von Mitteln zur Stärkung des öffentlichen Verkehrs in der Region;
  • Initiierte Projekte: Fornebubanen einschließlich neuer Waggons, eines neuen Signalsystem (CBTC) für die U-Bahn und der Modernisierung des Bahnhofs Majorstuen;
  • Reinvestition und Instandhaltung der U-Bahn und Straßenbahnen; 
  • Betrieb des öffentlichen Nahverkehrs, unter anderem mit erhöhten Mitteln für den Betrieb des öffentlichen Nahverkehrs in Akershus und verstärkten Streckendiensten in Groruddalen; 
  • Weitere Planung der U-Bahn-Verlängerung nach Visperud/Skårer;
  • Bau eines Tunnels bei Røa;
  • Weitere Planung des U-Bahn-Tunnels durch die Innenstadt, gesehen im Kontext einer umfassenden Studie zur zukünftigen Lösung der U-Bahn-Infrastruktur.

Der norwegische Automobilverband NAF ist der Ansicht, dass die Ziele der städtischen Wachstumsvereinbarungen, wonach die Mautgebühren sowohl zur Finanzierung beitragen als auch den Autoverkehr verringern sollen, im Widerspruch zueinander stehen. Gelingt es, den Verkehr zu reduzieren, scheitert die Finanzierung. „Dies ist ein Dilemma, das weder in Oslo mit der aktuellen Vereinbarung noch in einer der anderen Städte mit städtischen Wachstumsvereinbarungen gelöst wurde. Wir glauben, dass die einzige Lösung darin besteht, die staatlichen Mittel für die Projekte zu erhöhen“, sagt Ingunn Handagard, Pressemanagerin bei NAF. „Wir glauben, dass die Ziele in den Vereinbarungen neu bewertet werden müssen. Jetzt werden die Städte durch immer höhere Mautgebühren in einem ewigen Reigen gehalten.“

Der Verband der Elektroauto-Verbandes Norsk Elbilforening begrüßt die Einigung. „Wir glauben, dass die Doppelzölle für neue Autos mit fossilen Brennstoffen ab 2026 den Kauf neuer Autos mit fossilen Brennstoffen in Zukunft wirksam unterdrücken werden“, sagt Christina Bu, Vorsitzende des Verbandes.

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