Norwegen legt Aktionsplan im Bereich Energieeffizienz vor

Öl- und Energieminister Terje Aasland (TV) und Klima- und Umweltminister Espen Barth Eide stellten am 5. Oktober 2023 im Hauptsitz des Hafens von Oslo in Skur 38 den Aktionsplan der Regierung für Energieeffizienz in allen Teilen der norwegischen Wirtschaft vor.©Stine Grimsrud / OED

Oslo, 5. Oktober 2023. Mehr Strom, mehr Netze und eine effizientere Nutzung des Stroms – das sind die Instrumente im Bereich Energieeffizienz, mit denen Norwegen bis zum Jahr 2050 eine emissionsarme Gesellschaft schaffen will. Die Regierung hat jetzt einen entsprechenden Aktionsplan mit verstärkten Anstrengungen zur Energieeffizienz in allen Teilen der norwegischen Wirtschaft vorgelegt.

Norwegen hat sich das nationale Ziel gesetzt, die Energieintensität in der Festlandwirtschaft von 2015 bis 2030 um 30 Prozent zu verbessern. Die Energieintensität ist ein Indikator dafür, wie viel Energie im Vergleich zur Wertschöpfung verbraucht wird, und wird anhand des Energieverbrauchs dividiert durch das Bruttoinlandsprodukt gemessen.

Von 2015 bis 2022 ist der heimische Energieverbrauch um 1,7 Prozent gestiegen. Im gleichen Zeitraum ist das BIP auf dem norwegischen Festland um 13,3 Prozent gewachsen, was zu einer Verbesserung der Energieintensität um rund zehn Prozent seit 2015 geführt hat. Um das Ziel von 30 Prozent und die Basis zu erreichen, seien verstärkte Anstrengungen erforderlich, die im Aktionsplan festgelegt sind, teilt die Regierung mit.

Das Storting hat sich zum Ziel gesetzt, den Energieverbrauch in bestehenden Gebäuden um 10 TWh zu senken. Die Regierung werde nun prüfen, ob ein Ziel zur Reduzierung des Stromverbrauchs in Gebäuden besser auf die künftigen Herausforderungen im Energiesystem reagieren kann. Gebäude sind für mehr als die Hälfte des Stromverbrauchs in Norwegen verantwortlich, und Elektrizität macht fast 80 Prozent des gesamten Energieverbrauchs in Gebäuden aus.

Im Aktionsplan weist die Regierung darauf hin, dass die Bemühungen um mehr Energieeffizienz verstärkt werden sollen, unter anderem durch besondere Auflagen, die Aufwertung bestehender Förderprogramme und gezielte Informationsmaßnahmen.

Im Staatshaushalt 2024 schlägt die Regierung vor:

  • Erhöhung der Zuweisung für Enovas Arbeit zur Energieeffizienz um 180 Mio. NOK.
  • Fortsetzung und Stärkung des Hausbanken-Zuschussprogramms für Energiemaßnahmen in kommunalen Gebäuden auf 300 Mio. NOK.
  • Erhöhung der Zuweisungen an die norwegische Direktion für Wasserressourcen und Energie (NVE), die Direktion für Gebäudequalität (DiBK) und die Wohnungsbaubank um insgesamt 15 Mio. NOK, um ihre Arbeit im Bereich Energieeffizienz zu stärken.

„Der Regierung geht es darum, dass der Staat vorangeht und den Weg weist. Der Durchsetzungsapparat muss gute Energiemaßnahmen unterstützen, die Entscheidungen zur Energieeffizienz werden jedoch größtenteils außerhalb der Hände verschiedener Akteure getroffen. Hier gibt es viele, die sich anstrengen müssen, sowohl im Staat, in der Kommune, in der Wirtschaft als auch in den Haushalten“, sagt Energieminister Aasland.

Der Nationale Verband der Bauindustrie (BNL) bezeichnet den Plan als kraftlos, da ihm ein klares Ziel und wirksame Maßnahmen fehlen, um das große Potenzial für Energieeffizienz auszuschöpfen.  „Um das Klimaproblem zu lösen und die Energiesituation zu verbessern, ist Energieeffizienz der schnellste Weg, erneuerbare Energie freizusetzen. Es ist an der Zeit, eine Obergrenze für die Energieeffizienz festzulegen. Der Aktionsplan der Regierung war es nicht. Jetzt ist es wichtig, dass das Storting dafür sorgt, dass ein klares, konkretes Ziel für die Energieeffizienz festgelegt wird und dass wirkungsvolle Maßnahmen eingeführt werden, um das Potenzial freizusetzen“, sagt Guro Hauge, Direktor für Nachhaltigkeit bei BNL.  Auch der norwegische Wohnungsbaugesellschaft NBBL Fulltegningsforsikring AS fehlen nach Ansicht des Geschäftsführers  Folke Fredriksen wirksame Ziele und Mittel, um die Energieeffizienz in Gebäuden und Wohnungen zu steigern. 

Finden Sie hier den Aktionsplan zur Energieeffizienz zum Herunterladen.

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