Im Juli größter Anstieg der Insolvenzen in Norwegen

Einzelhandel und Hotels/Restaurants erleben einen starken Anstieg der Insolvenzen. Das zeigt die Konkursstatistik des Daten- und Analyseunternehmens Dun & Bradstreet.©Dun & Bradstreet

Oslo, 5. August 2022. Der Sommer hat den Druck auf die Unternehmen in Norwegen nicht entspannt. Das zeigt die Konkursstatistik des Daten- und Analyseunternehmens Dun & Bradstreet. Im Monat Juli gab es im Vergleich zum gleichen Monat im Jahr 2021 einen Anstieg der Insolvenzen um 33,8 Prozent. Insbesondere der Einzelhandel und die Hotel- und Restaurantbranche erleben mit 100 Prozent bzw. 92,9 Prozent einen enormen Anstieg. Auch in der Industrie und im Transportgewerbe kam in diesem Sommer für zahlreiche Unternehmen das Aus. 

Die Zahl der Insolvenzen hat in diesem Jahr in allen Monaten außer April zugenommen. Der Juli weist in diesem Jahr bisher den größten Anstieg auf. Insgesamt sind die Insolvenzen nach den ersten sieben Monaten um 7,9 Prozent höher als im Vorjahr, während die Zahl der Zwangsliquidationen um 17,8 Prozent zurückgegangen ist. 8.700 Mitarbeiter haben bisher durch Insolvenzen und Zwangsliquidationen ihren Arbeitsplatz verloren. Das sind 21 Prozent mehr als in den ersten sieben Monaten des Vorjahres.

„Gestiegene Kosten für Löhne, Wareneinkäufe und horrende Stromkosten führen dazu, dass die Belastungen für Unternehmen sehr hoch werden. Die gestiegenen Insolvenzen im Einzelhandel und im Hotel/Restaurant sind wahrscheinlich größtenteils auf die Nachwirkungen der Pandemie zurückzuführen. Viele Geschäfte und Restaurants haben die Pandemie im vergangenen Jahr mit Corona-Unterstützung und aufgeschobenen Steuern und Gebühren überstanden, während sie jetzt kämpfen, da es Zeit für die Rückzahlung ist“, sagt Analystin Brit Elise Melhus von Dun & Bradstreet.

Innerhalb der Industrie beträgt der Anstieg der Insolvenzen im Juli satte 87,5 Prozent und im Bereich Transport/Lagerung 42,9 Prozent im Vergleich zum Juli des letzten Jahres. „Die hohen Strom- und Kraftstoffpreise, die für die Wirtschaft nicht wie für Landwirtschaft und Haushalte kompensiert werden, dürften die Insolvenzen in die Höhe treiben. Dies gilt insbesondere für die Industrie und das Transportgewerbe“, betont Melhus.

Der Großhandel (minus 40 %), Immobilien (minus 25 %) und das Baugewerbe (minus 20 %) verzeichneten im Juli weniger Insolvenzen.

Von den Landkreisen hat Nordland mit zehn Insolvenzen im Vergleich zu drei im Juli letzten Jahres den größten Anstieg. Das entspricht einem Zuwachs von 233,3 Prozent. Innlandet meldet im Juli dieses Jahres 22 Insolvenzen, verglichen mit sieben im Vorjahr – eine Steigerung von 214,3 Prozent. Auch Troms/Finnmark, Rogaland und Oslo verzeichnen im Juli einen starken Anstieg der Insolvenzen im Vergleich zum Vorjahresmonat. Nur Viken und Agder konnten im Juli weniger Insolvenzen verzeichnen.

Nach den ersten sieben Monaten des Jahres haben Nordland mit 40,8 Prozent und Vestfold/Telemark mit 26,2 Prozent die größten Zuwächse im Vergleich zum Vorjahr.

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