Wintershall Dea legt Geschäftsausbau in Russland auf Eis – Finanzierung von Nordstream 2 wird abgeschrieben

Das Urengoiskoje-Feld in Sibirien. Hier fördert das Gemeinschaftsunternehmen Achim Development, ein Joint Venture zwischen Wintershall Dea und Gazprom, Gas und Kondensat aus dem Lizenzblock 4A/5A.©Wintershall Dea/Frank Herfort

Kassel/Hamburg, 2. März 2022. Der Vorstand der Wintershall Dea AG hat entschieden, in Russland keine zusätzlichen Projekte zur Förderung von Gas und Öl voranzutreiben oder umzusetzen und die Finanzierung von Nord Stream 2 in Höhe von rund einer Milliarde Euro abzuschreiben. In den bestehenden Erdgas-Förderprojekten Juschno-Russkoje und Achimov in Sibirien bleibt Wintershall Dea vertreten. Die Förderprojekte liefern Erdgas und versorgen Europa mit Energie.

Konkret hat der Vorstand der Wintershall Dea AG als Konsequenz aus dem Überfalls Russlands auf die Ukraine und den damit einhergehenden internationalen Sanktionen beschlossen:
• keine zusätzlichen Projekte zur Gas- und Ölförderung in Russland zu verfolgen und alle Planungen für neue Projekte zu stoppen,
• Zahlungen nach Russland grundsätzlich mit sofortiger Wirkung einzustellen,
• die Finanzierung von Nord Stream 2 abzuschreiben.

Wintershall Dea ist an Nord Stream 2 nicht beteiligt, hat die Erdgas-Pipeline von Russland nach Deutschland mit dem deutschen Unternehmen Uniper, der OMV aus Österreich, der französische Engie sowie der niederländisch-britische Royal Dutch Shell aber zu 50 Prozent mit finanziert.

Bei der GASCADE Gastransport GmbH, dem deutschen Gasnetzbetreiber, bleibt Wintershall Dea weiter aktiv. GASCADE betreibt ein Gaspipelinenetz in Deutschland von gut 3.200 Kilometern Länge und ist als kritische Infrastruktur für den Gastransport innerhalb Deutschlands und Europas relevant. Das Unternehmen ist eine Tochter der WIGA Transport Beteiligungs-GmbH & Co. KG (WIGA), ein Gemeinschaftsunternehmen der Wintershall Dea AG, Deutschland, und der PAO GAZPROM, Russland, mittelbar über GAZPROM Germania GmbH mit Sitz in Deutschland. WIGA fungiert als Holding für die gemeinsamen Transportaktivitäten und übernimmt für die Unternehmen der WIGA-Gruppe vornehmlich Finanzierungs- und Reportingaufgaben. Die Tochterunternehmen der WIGA – GASCADE Gastransport GmbHOPAL Gastransport GmbH & Co. KG und NEL Gastransport GmbH – agieren unter dem Dach der Holding unabhängig, teilt WIGA mit.

In seinem persönlichen Statement am 1. März hatte der Vorstandsvorsitzende von Wintershall Dea, Mario Mehren, bereits betont, dass durch den Angriffskrieg des russischen Präsidenten gegen die Ukraine das Fundament der Zusammenarbeit in den Grundfesten auf das Schwerste erschüttert worden ist. Der brutale Überfall verursache unfassbares Leid und sei ein Wendepunkt.

Mit der deutschen Bundesregierung und der EU-Kommission steht Wintershall Dea in Verbindung.

Zum Krieg Russlands gegen die Ukraine haben die Gesamtbetriebsräte, der Unternehmenssprecherausschuss sowie der Vorstand der Wintershall Dea AG eine Gemeinsame Erklärung veröffentlicht. 

Weiter hat das Unternehmen seine Investoren darüber informiert, dass die Entscheidung über die Ausschüttung einer Dividende verschoben wird.

In Norwegen gehört Wintershall Dea zu den führenden Gas- und Ölunternehmen auf dem norwegischen Festlandsockel. Das Unternehmen verfügt in Norwegen über mehr als 100 Lizenzen, in einem Drittel der Felder ist das Unternehmen Betriebsführer. Die Explorations- und Produktionslizenzen des Unternehmens sind über alle Regionen des norwegischen Kontinentalschelfs verteilt: in der Nordsee, der Norwegischen See und der Barentssee.

Wintershall Dea ist 2019 aus der Fusion der Wintershall Holding GmbH, Kassel, und der DEA Deutsche Erdoel AG, Hamburg, hervorgegangen. DEA war ein Unternehmen der Investment- und Beteiligungsgesellschaften Letter One des russischen Milliardärs Michail Fridmans mit Sitz in Luxemburg. Fridmans wurde jetzt im Zuge der EU-Sanktionen wegen des Einmarsches Russland in die Ukraine mit Sanktionen belegt.

Der deutsche Chemiekonzern BASF hält mit 77 Prozent eine Mehrheitsbeteiligung an Wintershall Dea, Letter One gehören 33 Prozent. BASF will seinen Anteil im kommenden Jahr an die Börse bringen.

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