Norwegens Regierung will Vollzeit als Hauptregel im Arbeitsleben

Im Einzelhandel hat in Norwegen fast jeder dritte Beschäftigte eine Teilzeitstelle. Das will die Regierung jetzt ändern.©BPN

Oslo, 17. Januar 2022. Norwegens Regierung will das Recht auf Vollzeitbeschäftigung durch die gesetzliche Einführung eines Vollzeitstandards und die Einführung von Dokumentationspflichten für die Beschäftigung in Teilzeitstellen stärken. Außerdem sollen Teilzeitbeschäftigten Vorzugsrechte auf Sonderschichten eingeräumt werden. Ein entsprechender Vorschlag wurde am 17. Januar 2022 vorgelegt.

Teilzeitarbeit ist in einigen Branchen und Berufen weit verbreitet. Im Einzelhandel hat fast jeder dritte Beschäftigte eine Teilzeitstelle, in der Hotellerie und Gastronomie trifft dies auf etwa die Hälfte zu. Der Anteil der Teilzeitbeschäftigten im Schichtdienst im Gesundheits- und Pflegebereich lag 2020 bei über 70 Prozent.

„Vollzeit sollte die Hauptregel im norwegischen Arbeitsleben sein, und wenn Arbeitgeber Teilzeit anstelle von Vollzeit einsetzen möchten, muss die Notwendigkeit dafür dokumentiert und mit den Vertrauensleuten besprochen werden“, sagt Hadia Tadschikisch, Ministerin für Arbeit und soziale Eingliederung. Vollzeitkultur sei wichtig, sowohl für Arbeitnehmer, um von ihrem Lohn leben zu können, als auch aus sozioökonomischer Sicht. Teilzeitarbeit bedeute weniger Arbeit und eine schlechtere Einkommensbasis. 

Der Vorschlag sieht auch vor, dass Teilzeitbeschäftigte ein Vorrecht auf Sonderschichten haben sollten, bevor der Arbeitgeber Bereitschaftsvertretungen einsetzt oder Arbeitnehmer für diese Arbeit einstellt.

Der Vorschlag betrifft Änderungen des § 14-3 des Arbeitsschutzgesetzes und die Einführung einer neuen Bestimmung im § 14-1 b des Arbeitsschutzgesetzes.  

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