17 Prozent der 24- bis 34-Jährigen in Norwegen ohne Abitur

Finden Sie hier den OECD-Bericht Bildung auf einem Blick.

Oslo, 23. September 2021. Norwegen weist im Vergleich zu anderen OECD-Ländern einen hohen Anteil junger Erwachsener ohne Abschluss der Sekundarstufe II auf. 17 Prozent der jungen Menschen im heutigen Alter zwischen 25 und 34 Jahren haben die Schule ohne Abitur verlassen und erfüllen somit nicht die Voraussetzung für ein Hochschulstudium. Das sind gemäß der jetzt veröffentlichten OECD-Studie „Bildung auf einen Blick“ zwei Prozent mehr als der Durchschnitt aller OECD-Länder. Gleichzeitig gehört Norwegen zu den Ländern mit dem stärksten Wachstum beim Abschluss der Sekundarstufe II für Personen unter 25 Jahren. 

Zwischen 2013 und 2019 ist der Anteil der Absolventen um 8,7 Prozentpunkte gestiegen. Unter denjenigen, die 2014 mit der Sekundarstufe II begonnen haben, haben fast 80 Prozent die Sekundarstufe II abgeschlossen.

„Viele der jungen Menschen ohne Abschluss sind arbeitslos oder außerhalb des Arbeitsmarktes. Dies zeigt, wie wichtig die Investitionen der Regierung in die Sekundarstufe II sind. Hochschulbildung ist die Voraussetzung für eine dauerhafte Verbindung zum Berufsleben“, sagt Bildungs- und Integrationsministerin Guri Melby. Dass fast jeder fünfte junge Erwachsene die Sekundarstufe II nicht abgeschlossen habe, sei besorgniserregend, auch weil der Zugang zum Arbeitsmarkt ohne Sekundarstufe II immer schwieriger wird. Gleichzeitig fehlten im Arbeitsleben Menschen und deren Fähigkeiten.

„Das Ziel der Regierung ist, dass neun von zehn Abiturienten im Jahr 2030 mit einem Diplom abschließen, aber es ist noch ein weiter Weg. Deshalb hat die Regierung die Abschlussreform vorgelegt , die dazu beitragen wird, dass noch mehr Menschen den Abschluss machen“, sagt Melby.

Bei den öffentlichen Ausgaben für Bildung gemessen am Anteil der gesamten öffentlichen Ausgaben liegt Norwegen auf Platz elf. Deutschland belegt hinter Russland Platz 33. Gemessen am Anteil der Bildungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt gibt kein anderes Land mehr für Schule, Bildung und Forschung aus als Norwegen. Der OECD-Durchschnitt lag bei 4,9 Prozent, während Norwegen 6,6 Prozent ausgab.

Bildung auf einen Blick ist ein jährlicher Indikatorenbericht der OECD für den Bildungssektor. Er vergleicht die OECD-Länder hinsichtlich der Bildungsbeteiligung und -umsetzung, des Bildungsniveaus, der Ressourcennutzung und der Organisation des Unterrichts. 

Im Schuljahr 2020/21 gab es in Norwegen so viele Lehrkräfte pro Schüler an öffentlichen Schulen wie zu keinem anderen Zeitpunkt in den letzten zehn Jahren. In der Grundschule gibt es durchschnittlich zehn Schüler pro Lehrer, im OECD-Durchschnitt unterrichtet ein Lehrer 15 Grundschüler.

„Investitionen in gute Kindergärten, Schulen und kostenlose Hochschulbildung sind ein wichtiger Grund, warum Norwegen ein gutes Land zum Leben ist. Kontinuierliche Investitionen in Wissen und Kompetenz sind auch die Antwort darauf, wie wir unsere Wirtschaft umstrukturieren und mit der Alterungswelle umgehen können und die Klimaherausforderungen lösen“, sagt Forschungs- und Hochschulminister Henrik Asheim.

Norwegen steht unter anderem auch ganz oben auf der Liste, wenn es darum geht, wie viel Geld pro Schüler und Student ausgegeben und wie hoch der Anteil der Erwachsenen ist, die an Weiterbildungen teilnehmen.

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