Norwegen feiert 50 Jahre Öl- und Gasförderung in der Nordsee

Norwegens Premierminister Trygve Bratteli eröffnete am 9. Juni 1971 das Öl- und Gasfeld Ekofisk in der Nordsee. Die Entdeckung des Ekofiskfelds 1969 löste den Ölboom an der Nordsee aus.©ConocoPhillips

Oslo, 9. Juni 2021. Am 9. Juni 1971 eröffnete Norwegens Premierminister Trygve Bratteli offiziell Norwegens erste Ölförderung von der Gulftide-Bohrinsel im Öl- und Gasfeld Ekofisk in der Nordsee. „Wir hoffen, dass die Ergebnisse der Pilotproduktion positiv ausfallen und Norwegen damit in die Reihe der Ölförderländer aufgenommen wird. Die Eröffnung dieser Ölförderung kann ein Meilenstein in unserer Wirtschaftsgeschichte werden“, erklärte Bratteli. Es wurde ein Meilenstein, denn mit Ekofisk begann die Entwicklung des Landes zur Ölfördernation. Der amerikanische Ölkonzern ConocoPhillips beging das Jubiläum mit der Wiedereröffnung des Tor-Feldes in der Greater Ekofisk Area (GEA).

In den vergangenen 50 Jahren haben die Felder auf dem norwegischen Schelf zusammen Öl und Gas im Wert von 16.000 Milliarden NOK gefördert. Mit fast 2.600 Milliarden NOK trug die Produktion in der Greater Ekofisk Area zur Wertschöpfung der norwegischen Gesellschaft bei. Aus dem Import von Kompetenz und Technologie in den 1960er und 1970er Jahren sei Ekofisk schnell zu einem Katalysator für die Entwicklung der norwegischen Öl- und Gasindustrie, teilt die norwegische Öldirektion mit.

Ekofisk sollte ursprünglich 1997 stillgelegt werden. Die Wasserinjektion, die Ende der 1980er Jahre begann, um die Rückgewinnung zu verbessern, trug stark dazu bei, die Produktion um mehr als 30 Jahre zu verlängern.
„Eine immer bessere Nutzung und Weiterentwicklung der Technologie könnte es ermöglichen, die Produktion von Ekofisk über Jahrzehnte fortzusetzen. Das erste Feld auf dem norwegischen Festlandsockel könnte auch eines der letzten sein“, sagt Ingrid Sølvberg, Generaldirektorin der norwegischen Öldirektion NPD.

Das Tor-Feld begann 1978 mit der Produktion und wurde 2015 geschlossen. Zu dieser Zeit war die Lebensdauer des Feldes erreicht. Fünf Jahre später ermöglichte eine neue Entwicklung einen neuen Produktionsstart aus acht Bohrlöchern, die auf zwei Unterwasser-Templates verteilt sind.

„Das Tor-Feld ist für ConocoPhillips in Norwegen sowohl der Anfang als auch die Zukunft. 50 Jahre sind seit dem ersten Produktionsstart auf dem norwegischen Festlandsockel vergangen, und die Wiedereröffnung des Tor-Feldes wird mehrere weitere Jahre der Produktion aus dem Großraum Ekofisk für ConocoPhillips sicherstellen“, sagt Steinar Våge, Präsident für Europa, Naher Osten und Nordafrika von ConocoPhillips.

Die Greater Ekofisk Area liegt im südlichen Teil der Nordsee, 300 Kilometer südwestlich von Stavanger. Neben dem Ekofisk-Feld besteht das Gebiet aus den produzierenden Feldern Eldfisk und Embla.©ConocoPhillips

Derzeit evaluiert ConocoPhillips neue Entwicklungsprojekte in der Ekofisk-Region. Darüber hinaus hat das Unternehmen in jüngster Zeit mehrere bedeutende Öl- und Gasfunde gemacht, zwei Entdeckungen in der Norwegischen See und eine in der Nordsee.

Wie ConocoPhillips mitteilt, wurden in den vergangenen zwei Jahrzehnte im Großraum Ekofisk zahlreiche Maßnahmen zur Emissionsminderung umgesetzt. So wurde ein neues Stromkabel vom Eldfisk-Komplex nach Eldfisk 2/7 B installiert, um den Dieselantrieb mit Dampfkraft auslaufen zu lassen. Das Projekt soll die CO2-Emissionen um 1.000 Tonnen pro Jahr und die NOx-Emissionen um 167 Tonnen pro Jahr reduzieren. Bis 2050 sollen die Emissionen auf Null sinken.

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