Norwegen weiter an der Spitze bei der Zahlung von Entwicklungshilfe

Offizielle Entwicklungshilfe der OECD-Mitglieder 2020 nach Anteil am Bruttonationaleinkommen und in absoluten Zahlen. Norwegen gehört zu den größten Geberländern.©OECD

Oslo, 13. April 2021. Norwegen stellte im Jahr 2020 39,5 Milliarden NOK für Entwicklungshilfe bereit. Diese Summe entspricht 1,11 Prozent des Bruttonationaleinkommens. Damit liegt das Land nach dem aktuellen Ranking der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hinter Schweden weltweit auf Platz zwei. Bereinigt um Inflation und Währungsschwankungen stieg die norwegische Entwicklungshilfe nach Angaben des Entwicklungshilfeministeriums von 2019 bis 2020 um 8,4 Prozent. Dieser Anstieg ist unter anderem auf die verstärkte Unterstützung im Gesundheitswesen zurückzuführen. 

Weitere Länder mit einem hohen Anstieg der Ausgaben für Entwicklungshilfe im Jahr 2020 waren Ungarn (+35,8 Prozent), Schweden (+17,1 Prozent), die Slowakei (+16,3 Prozent), Deutschland (+13,7 Prozent), Frankreich (+ 10,9 Prozent) und die Schweiz ( +8,8 Prozent), Finnland (+8,1 Prozent), Island (+7,8 Prozent) und Kanada (+7,7 Prozent).

Norwegen ist neben Dänemark, Luxemburg, dem Vereinigten Königreich, Schweden und Deutschland eines der wenigen Geberländer, die das UN-Ziel von 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für Entwicklungshilfe erreicht.

Die humanitäre Unterstützung für 2020 in Höhe von 5,5 Milliarden NOK ging hauptsächlich an die Vereinten Nationen, die Rotkreuzbewegung und norwegische humanitäre Organisationen. Syrien und die Nachbarländer, der Jemen und der Südsudan gehörten zu den Ländern, die im vergangenen Jahr die meiste norwegische humanitäre Hilfe erhalten haben.

“Norwegen hat aktiv daran gearbeitet, mehr Mittel für die internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen covid-19 zur Verfügung zu stellen. Durch unsere Beiträge an die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Impfstoffallianz Gavi und Cepi unterstützen wir die Arbeit bei der Entwicklung und Verteilung von Impfstoffen gegen Covid-19 zusätzlich zu anderen lebenswichtigen Impfstoffen. Seit mehr als zwanzig Jahren spielt die globale Gesundheit eine zentrale Rolle in der norwegischen Entwicklungspolitik. Es liegt im Interesse aller, sicherzustellen, dass Testgeräte, Medikamente und Impfstoffe allen zur Verfügung stehen. Und dann müssen auch die Gesundheitssysteme funktionieren”, sagt Minister für Entwicklungshilfe Dag-Inge Ulstein.

Die Offizielle Entwicklungshilfe (ODA) von Mitgliedern des Entwicklungshilfeausschusses (DAC) der OECD stieg im Jahr 2020 auf ein Allzeithoch von 161,2 Milliarden US-Dollar, was einem realen Anstieg von 3,5 Prozent gegenüber 2019 entspricht. Dies wurde durch zusätzliche Ausgaben gefördert, die mobilisiert wurden, um Entwicklungsländern bei der Auseinandersetzung mit COVID-19 zu helfen. Die bilaterale offizielle Entwicklungshilfe für Afrika und die am wenigsten entwickelten Länder stieg um 4,1 Prozent bzw. 1,8 Prozent. Die humanitäre Hilfe erhöhte sich um sechs Prozent. Ohne die Hilfe für die Aufnahme von Flüchtlingen in Geberländern, die von 2019 um 9,5 Prozent auf 9,0 Milliarden US-Dollar zurückging und hauptsächlich Kanada, Island und die Niederlande betraf, stieg die ODA im Jahr 2020 real um 4,4 Prozent.

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